Hudson Hornet

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1952HudsonHornet.jpg
Hudson Hornet Limousine (1952), Frontansicht …
1952HudsonHornet-rear.jpg
… und Rückansicht
Hudson Hornet Cabriolet (1951)
Hudson Hornet Club Coupé (1951)

Der Hudson Hornet („Hornisse“) war ein Pkw-Modell der Oberklasse, den die Hudson Motor Car Co. in Detroit, Michigan, von 1951 bis 1954 hergestellt hat. Anschließend baute die aus der Hudson Motor Car Co. und Nash Motors durch Fusion hervorgegangene American Motors Corporation (AMC) den Hornet unter dem Markennamen Hudson weiter bis 1957.

Modellreihen[Bearbeiten]

1951–1954[Bearbeiten]

Der Hornet wurde im Modelljahr 1951 eingeführt und basierte auf Hudsons „Step-Down“-Design, das im Modelljahr 1948 mit dem Hudson Commodore eingeführt worden war. Die neuen Wagen gab es als zwei- und viertürige Limousine, Coupé und Cabriolet. Das „Step Down“-Design verband Rahmen und Karosserie (durch Verschweißung) zu einem Bauteil („Unibody“). Der Fußraum der „Step Down“-Modelle war zwischen die Rahmenträger eingelassen, anstatt – wie bis dahin üblich – auf die Rahmenträger aufgesetzt zu werden. So stiegen die Passagiere in den Hudson hinunter – daher der Name.

Der Hornet hatte den Hudson H-145 L-Head-Reihen-Sechszylindermotor mit 5047 cm³ (308 in³) Hubraum mit stehenden Ventilen (SV), hoher Kompression und einem Doppelvergaser, der 145 PS (107 kW) bei 3800/min leistete und ein Drehmoment von 373 Nm entwickelte. Dieser Reihensechszylinder galt in jener Zeit als der PKW-Motor mit dem größten Hubraum je Zylinder weltweit. Im Jahre 1952 wurde die „Twin-H-Power“-Version (Twin Horse Power − Zwillings-Pferdestärke) dieses Motors eingeführt, die zwei einzelne Vergaser und einen doppelten Ansaugsteg hatte und damit 170 PS (125 kW) leistete, 25 % mehr als die Standardversion. Dieser Motor konnte mit den später verfügbaren „7-X“-Optionen werkseitig auf bis zu 210 PS (154 kW) gebracht werden.

In den Jahren 1952 und 1953 erhielt der Hornet kleinere kosmetische Veränderungen und sah immer noch dem Commodore von 1948 ähnlich, unterschied sich jedoch sichtbar in einer Reihe von Details. Der 1953er Jahrgang war der letzte mit den zweiteiligen geraden Windschutzscheiben und konnten erstmals mit dem Zweigang-Automatikgetriebe vom Typ Hydra-Matic bestellt werden, das selbst erst ein Jahr vorher vorgestellt worden war.

Erst 1954 wurde der Hornet gründlich überarbeitet, was ein schwieriges Unternehmen war, da das „Step Down“-Design mit dem Rahmen um den Fußraum eine bestimmte Karosserieform bedingte, und so war ein umfangreicher Werkzeugaustausch notwendig. Der Hornet von 1954 bekam auch eine neue Innenausstattung mit einem neuen Armaturenbrett mitsamt Verkleidungen, die für seine Zeit überraschend modern wirkte. Obwohl der Hornet nun in Styling und Design seinen zeitgenössischen Konkurrenten in nichts nachstand, kam diese Modernisierung doch zu spät um die Verkaufszahlen nachhaltig zu verbessern.

Im letzten Baujahr 1954 als Original-Hudson war nach wie vor kein V8-Motor erhältlich, der serienmäßige 5-Liter-SV-Sechszylinder war eigentlich nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, aber er leistete nunmehr mindestens 160 PS (119 kW), die auf Wunsch werkseitig erhältliche aus dem Rennsport inspirierte „Twin-H-Power“-Version 170 PS (127 kW).

Vom Hornet wurden 43.656 Stück im Modelljahr 1951 hergestellt, 35.921 Stück im Modelljahr 1952 und 27.208 Stück im Modelljahr 1953. Im letzten Jahr vor der Fusion der Hudson Motor Car Co. mit der Nash-Kelvinator Company zur American Motors Corporation (AMC) wurden 24.833 Hornets gebaut.

1955–1957[Bearbeiten]

Hudson Hornet Series 80 Limousine (1957)
Hudson Hornet Hollywood Coupé(1957)

In seinen letzten drei Modelljahren war der Hornet ein Produkt der im Jahre 1954 neu gegründeten American Motors Corporation (AMC). Ende 1954 wurde die Fertigungsstätte von Hudson in Detroit geschlossen und die gesamte Produktion der Hudson-Modelle nach Kenosha, in die in Wisconsin gelegene Fabrik von Nash, verlegt. Alle Hudsons basierten von da an auf den großen Nash-Modellen, hatten jedoch ein besonderes Hudson-Styling.

Im Jahre 1955 erschien der Hudson als konservativ gestaltetes Auto. Limousinen und Hardtop-Coupés wurden angeboten, jedoch keine Cabriolets. Zum ersten Mal in seiner Modellgeschichte war der Hornet mit V8-Motor erhältlich.

Die AMC-Geschäftsleitung beschloss, dem Hornet im Modelljahr 1956 mehr Charakter zu verleihen und der Designer Richard Arbib wurde mit dem Entwurf beauftragt. Er verschaffte den Modellen Hornet und Wasp ein in den 1950er-Jahren einzigartiges Aussehen, das man „V-Line Styling“ nannte. Er ließ sich vom dreieckigen Hudson-Firmenzeichen inspirieren und wiederholte dessen V-Form an allen möglichen Stellen innen und außen am Wagen. Verbunden mit einer Dreifarbenlackierung war dieses Styling einzigartig und sofort zu bemerken. Dieses auffallende Aussehen jedoch konnte die Käufer nicht überzeugen, und so fielen die Verkaufszahlen von 13.130 Stück im Jahre 1956 entfielen 8152 Stück auf das Halbjahr vor der Stylingänderung und nur 4978 Stück auf die Zeit danach.

Die Lösung für die Unternehmensleitung war, der „V-Line“ 1957 mehr Ornamente hinzuzufügen, z. B. kleine Kotflügelflösschen oberhalb der gerundeten Heckbleche, um die Verkaufszahlen wieder anzukurbeln. Die Kundschaft reagierte jedoch mit nur noch 3.108 Bestellungen.

Die Produktion des Hornet wurde am 25. Juni 1957 eingestellt. Gleichzeitig gab AMC den Namen Hudson (und auch Nash) auf und alle Wagen hießen fortan Rambler. Nachfolger des Hornet wurde 1958 der Rambler American.

Epilog[Bearbeiten]

Im Jahre 1970 nahm AMC den Namen Hornet noch einmal für den neuen Kompaktwagen auf, der den Rambler American ersetzte (siehe AMC Hornet).

Rennsport-Erfolge in der NASCAR- und AAA-Serie[Bearbeiten]

Fabulous Hudson Hornet

Im Laufe des Jahres 1952 gewannen Hornets, die von Marshall Teague, Herb Thomas und Tim Flock gefahren wurden, 27 NASCAR-Rennen. In der AAA-Serie fuhr Teague einen speziell aufgebauten Hornet, den er „Fabulous Hudson Hornet“ nannte, zu 14 Siegen in derselben Saison. So gewann Hudson 40 von 48 Rennen der Saison, ein Prozentsatz von 83 %.

Film[Bearbeiten]

  • Im Film Cars von 2006 verlieh Paul Newman seine Stimme einem Hornet namens „Doc Hudson“, der der Sieger dreier „Piston Cups“ in den 1950er-Jahren war.

Quellen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hudson Hornet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien