Hugó Scheiber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Briefmarke der Sowjetunion von 1989 mit einem, 1925 entstandenen Gemälde Scheibers „Die Frauen“

Hugó Scheiber (* 29. September 1873 in Budapest; † 7. März 1950 ebenda) war ein Maler der ungarischen Moderne.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Scheiber wurde 1873 in Budapest geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Wien und half frühzeitig seinem Vater, der ein Kulissenmaler im Prater war. 1887 nahm er Malunterricht, den er jedoch abbrach, um die Familie finanziell zu unterstützen, die 1890 nach dem Niedergang des Prater-Theaters nach Budapest zurückkehrte. Scheiber arbeitete als Schildermaler und besuchte von 1898 bis 1900 die Kunstgewerbeschule in Budapest. Seine frühen Arbeiten orientieren sich am Impressionismus. 1919 hatte er eine Ausstellung mit Béla Kádár in Wien, wohin er 1920 zog. Dort traf er mit Herwarth Walden zusammen, der ihn bewegte, 1922 nach Berlin zu gehen. In den 20er-Jahren setzte sich Scheiber mit Futurismus und Expressionismus auseinander. Er beschäftigte sich thematisch vor allem mit Porträts, dem Leben in der Großstadt und der Welt des Kabaretts. Seine Arbeiten wurden in der Galerie Der Sturm gezeigt und in der gleichnamigen Zeitschrift publiziert. 1926 wurden seine Bilder in der Ausstellung „Société Anonyme“ in New York gezeigt. Scheiber war Mitglied des Wiener Hagebundes und der ungarischen Künstlervereinigung KUT (Neue Gesellschaft bildender Künstler) und UME (Verein neuer Künstler). In Budapest waren seine Arbeiten immer wieder in Ausstellungen des Ernst Museums und der Galerie Tamás zu sehen. 1933 nahm er auf Einladung von Marinetti an der Zusammenkunft der Futuristen „Mostra Nazionale d’Arte Futurista“ teil. In den 30er Jahren orientierte er sich mit seinen Arbeiten zunehmend am Art Deco. Hugo Scheiber kehrte 1939 nach Budapest zurück, wo er 1950 starb.

Scheibers Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen zur ungarischen Avantgarde und namhaften Sammlungen vertreten, unter anderem in der Ungarischen Nationalgalerie und dem Janus Pannonius Múzeum in Pecs.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georges Darany, Ernest Schmidt: Hugo Scheiber, Leben und Werk, Edition Inter Art Galerie, 1982

Links[Bearbeiten]