Hugeburc

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Hugeburc (* mutmaßlich in den Jahren 730 bis 740 im südenglischen Wessex; † unbekannt) war eine Nonne im Gefolge der heiligen Walburga. Sie verfasste die Viten des heiligen Willibald von Eichstätt und des heiligen Wunibald, aus deren Familie sie stammte. Diese beiden Viten sind die wichtigsten frühmittelalterlichen Quellen für das Bistum Eichstätt.

Kloster Heidenheim

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Hugeburc kam kurz nach dem Tod des heiligen Wunibald († 18. Dezember 761) im Gefolge der heiligen Walburga über Antwerpen nach Heidenheim (Mittelfranken). Dort wurde sie Augenzeugin der Wunder, die sich bei der Beisetzung des heiligen Wunibald ereigneten.

Hugeburc wurde Nonne im von Walburga anschließend geleiteten Doppelkloster in Heidenheim. Am 23. Juni 778 hörte sie die Erzählung des heiligen Willibald über dessen Pilgerreise in das Heilige Land, die sie anschließend in ihrer Vita des heiligen Willibald festhielt. Nach der Vita Willibaldi schrieb sie die Vita des Wunibald.

Die Vita Willibaldi zeichnet die Pilgerreise Willibalds nach, die ihn durch große Teile der damals bekannten Welt führte: Südengland, Langobardenreich, Rom, Wallfahrtsstätten in Kleinasien und Syrien, die heiligen Stätten Palästinas, Konstantinopel, Monte Cassino, Bayern, Fränkisches Reich.

Die Vita Wynnebaldi schildert Wunibalds Leben und die Wunder, die sich an dessen Grab ereigneten. Als Quellen für diese Vita gibt Hugeburc Walburga an, außerdem Verwandte, Freunde, Schüler und Diener Wunibalds, sowie sich selbst als Augenzeugin der Wunder.
Aus den Viten spricht Hugeburcs Verehrung für die beiden Heiligen. Dies war vermutlich der Grund, warum sie ihre Taten aufschreiben wollte. Sich selbst beschrieb sie mit demütigen Worten und verweist auf die Schwachheit ihres Geschlechts und ihrer Jugend. Ebenfalls Ausdruck dieser Bescheidenheit könnte sein, dass sie ihre Verfasserschaft verborgen hat. Erst 1931 wurden einige rätselhafte Zeilen, die in einer frühen Handschrift aus dem späten 8. oder frühen 9. Jh. [1] zwischen der Vita Wynnebaldi und der anschließenden Willbalds-Vita stehen, entschlüsselt.[2] In späteren Handschriften wurde dieser Text wahrscheinlich wegen seiner Unverständlichkeit weggelassen.

Die vier Zeilen lauten:
Secdg quar. quin. npri. sprix quar. nter.
cpri. nquar. mter. nsecun. hquin. gsecd
bquinrc. qarr. dinando. hsecdc. scrter.
bsecd. bprim.

Statt der Vokale sind hier lateinische Ordnungszahlen, noch dazu abgekürzt, eingefügt, die Konsonanten aber geschrieben. So steht "pri" (= 1.) für "a", "secd" (= 2.) für "e", "ter" (= 3.) für "i", "quar" (= 4.) für "o" und "quin" (= 5.) für "u". Es ergibt sich im lateinischen Text folgende Lesart:
Ego una Saxonica nomine Hugeburc ordinando hec scribebam.
Auf Deutsch: Ich, eine aus dem Sachsenstamme, namens Hugeburc, habe der Ordnung nach dies geschrieben.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Codex latinus monacensis 1086 der Münchener Staatsbibliothek, veröffentlicht in den MGH SS XV.
  2. Bernhard Bischoff: "Wer ist die Nonne von Heidenheim?", in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Neue Folge, Bd. 18 , 1931, 387f.
  3. Andreas Bauch: Quellen zur Geschichte der Diözese Eichstätt. Band 1: Biographien der Gründerzeit., Eichstätt, Johann Michael Sailer Verlag (1962), 23.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Bauch: Quellen zur Geschichte der Diözese Eichstätt. Band 1: Biographien der Gründerzeit., Eichstätt, Johann Michael Sailer Verlag (1962)

Weblinks[Bearbeiten]