Hugh Lane

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Hugh Lane (1909)

Sir Hugh Percy Lane (* 9. November 1875 im County Cork, Irland; † 7. Mai 1915 im Atlantischen Ozean vor Irland) war ein adeliger irischer Kunstsammler und -händler.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde Lane in Irland, wuchs jedoch im englischen Cornwall auf. Schon als Kind interessierte sich Lane für Kunst. Während seine Brüder Sport trieben, verbrachte er die Zeit damit, sich Gemälde und Zeichnungen anzusehen. Diese Vorliebe formte sein ganzes Leben. Schon als Jugendlicher träumte er davon, eine eigene Galerie zu haben.

Antonio Mancini: Sir Hugh Lane, Öl auf Leinwand, 1913

Er zog als junger Mann nach Dublin, wo er eine Galerie für Moderne Kunst auf einer Brücke über dem Fluss Liffey eröffnen wollte. Die Stadtverwaltung schob dem einen Riegel vor, da man davon ausging, dass das schmutzige Flusswasser den Bildern schaden und die benötigten Gebäude das Flusspanorama beeinträchtigen würde. Aus Protest machte er seine Sammlung zeitgenössischer französischer, italienischer und englischer Werke zu einer Leihgabe für die National Gallery in London. Letztendlich erfüllte sich Lane seinen Traum, indem er in Dublin die Municipal Gallery of Modern Art (die erste öffentliche Galerie für Moderne Kunst der Welt) eröffnete. Außerdem ist er vor allen Dingen für die Förderung Bildender Kunst in Irland bekannt geworden.

In Cornwall absolvierte Lane eine Ausbildung als Restaurator von Gemälden. Er wurde ein erfolgreicher und gefragter Kunsthändler in London und wurde zum Direktor der irischen Nationalgalerie ernannt. Durch Besuche bei seiner Tante, der Dramatikerin und Folkoristin Lady Isabella Augusta Gregory, in Coole, County Galway, blieb er in regelmäßigem Kontakt mit seiner irischen Heimat, mit der er sich sehr verbunden fühlte. Im Ausland hob Lane die Vorzüge irischer Kunst hervor, er wurde ferner zu einem der ersten Sammler impressionistischer Bilder in Irland. Zu den Werken, die er für die neue Galerie erwarb, gehörten u. A. La Musique aux Tuileries von Édouard Manet, Sur la Plage von Degas, Les Parapluies von Pierre-Auguste Renoir und La Cheminée von Édouard Vuillard. Die Municipal Gallery of Modern Art wurde im Januar 1908 in der Harcourt Street in Dublin eröffnet. Heute heißt sie Dublin City Gallery The Hugh Lane, besser bekannt als The Hugh Lane Gallery. Da die 1908 eröffnete Galerie nur als Übergangslösung galt, suchte Lane nach einem größeren und geeigneteren Gebäude, die auch weitere Bilder französischer Impressionisten aufnehmen könnte, die er stiften wollte. Nachdem verschiedene Vorschläge auf Widerstand stießen, fand der von dem Star-Architekten Edwin Lutyens 1913 entwickelte Entwurf einer den Fluss Liffey überspannenden Kunstgalerie weite Zustimmung. Dennoch scheiterte das Projekt an dem zunehmenden Widerstand von William Martin Murphy und dem von ihm herausgegebenen Irish Independent, so dass Lane 1914 entnervt aufgab.[1]

John Singer Sargent: Sir Hugh Lane, Öl auf Leinwand, 1906

Im Mai 1915 nahm Sir Lane an einer Mitgliederversammlung des Roten Kreuzes teil, wo er den amerikanischen Porträtmaler John Singer Sargent mit einem Porträt für ihn beauftragte. Am 1. Mai 1915 ging er in New York City an Bord des Luxusdampfers Lusitania, um in das Vereinigte Königreich zurückzukehren. Den Reportern am Kai, die die prominenten Passagiere interviewten, teilte er mit: „Ich habe bereits die schönste Frau Englands gefragt, ob sie für das Porträt posieren möchte“. Um wen es sich dabei genau handelte, verriet er nicht. Zu seinem Gepäck gehörten mehrere wasserdichte Kisten mit Gemälden von Monet, Rembrandt, Rubens und Tizian, die für die Dublin’s National Gallery gedacht und für vier Millionen Dollar versichert waren. Er wurde von Charles F. Fowles, dem Schatzmeister des Inneneinrichters Scott & Fowles Co., und dessen Frau begleitet. Am 7. Mai wurde der Liner von einem deutschen U-Boot torpediert, das Schiff sank innerhalb weniger Minuten. Sir Hugh Lane kam bei dem Unglück ums Leben, seine Leiche und die Kisten mit den Bildern wurden nie gefunden.

Lanes Tod folgte ein jahrzehntelanger Rechtsstreit zwischen der National Gallery in London und der irischen Seite, da sein Testament nicht eindeutig formuliert war. Erst 1959 einigten sich beide Seiten und die Bilder werden heute abwechselnd in London und Dublin ausgestellt.

Im Sommer 1994 behauptete die Taucherin Polly Tapson, im Trümmerfeld der Lusitania die Kisten mit den Gemälden entdeckt zu haben. Da die Behälter noch immer versiegelt und in einem unbeschädigten Zustand waren, hielt es Tapson für durchaus denkbar, dass die kostbaren Malereien nach Jahrzehnten auf dem Meeresgrund noch immer intakt sind. Der irische Kulturminister stellte das Wrack umgehend unter Denkmalschutz, was zum ersten Mal bei einem Schiff geschah, das vor weniger als 100 Jahren versank.

Literatur[Bearbeiten]

  • R. O'Byrne: Hugh Lane 1875–1915. Lilliput, Dublin 2000, ISBN 1-901866-55-6.
  • Des Hickey, Gus Smith: Lusitania : die Chronik der letzten Fahrt des Ozeanriesen. Übers. aus dem Englischen von Hardo Wichmann. Scherz, Bern/ München/ Wien 1983, ISBN 3-502-16309-X.
  • A. A. Hoehling, Mary Hoehling: The Last Voyage Of The Lusitania. Madison Books, 1956, OCLC 1238304.
  • Diana Preston: Wurden torpediert, schickt Hilfe. Der Untergang der Lusitania 1915. Aus dem Engl. von Udo Rennert und Peter Torberg. dtv, München 2004, ISBN 3-421-05408-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Cyril Barrett, Jeanne Sheehy: Visual arts and society, 1900–21. In: William Edward Vaughan (Hrsg.): A New History of Ireland VI: Ireland Under the Union 1870–1921. Oxford University Press, Oxford 1989, ISBN 0-19-958374-9, S. 475–499.
 Commons: Hugh Lane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien