Hugh Masekela

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Hugh Masekela

Hugh Ramopolo Masekela (* 4. April 1939 in Witbank) ist ein Musiker aus Südafrika. Er gilt als einer der wichtigsten Jazz- und Weltmusik-Pioniere aus Südafrika.[1] Seine Texte sind oftmals sozialkritisch.

Leben und Wirkung[Bearbeiten]

Masekela sang als Kind und spielte Klavier. Mit vierzehn wechselte er zur Trompete, nachdem er den Hollywood-Film Young Man with a Horn mit Kirk Douglas in der Rolle von Bix Beiderbecke gesehen hatte. Auf Vermittlung des britischen Geistlichen und Anti-Apartheid-Aktivisten Trevor Huddleston lernte er ab 1954 das Instrument bei dem Musiker Uncle Saude und spielte in dessen Father Huddleston Band Jive und andere Tanzmusik. Aufgrund seines großen Talents erhielt er 1956 eine Trompete Louis Armstrongs. Er arbeitete dann bei Zacks Nkosi, bevor er zum Ensemble des Musicals King Kong gehörte, mit dem er auch in London auftrat. Mit Kippie Moeketsi, Jonas Gwangwa, Dollar Brand, Johnny Gertze und Makaya Ntshoko bildete er 1959 die Jazz Epistles, die erfolgreich einen eigenen südafrikanischen Zugang zum Hard Bop fanden und das erste Modern-Jazz-Album Südafrikas (Verse 1) einspielten. Ab 1961 war er im Exil, zunächst in London, wo er mit Unterstützung von Yehudi Menuhin und Johnny Dankworth an der Guildhall School of Music studierte, dann in den USA. Von 1964 bis 1966 war er mit der Sängerin Miriam Makeba verheiratet. 1967 trat er beim Monterey Pop Festival auf. Er lebte später in verschiedenen afrikanischen Ländern, war dort ab 1973 mit Fela Kuti und der Band Hedzoleh Soundz aktiv, kehrte aber nach Beendigung der Apartheid wieder in seine Heimat zurück.

Seit seinem Album grrr versuchte er eine eigene Verschmelzung von Kwela- und Mbaqanga-Musik mit Jazz- und Soulmusik. 1968 landete er seinen größten Hit mit Grazing in the Grass (auf dem Album The Promise of a Future). In Stücken zwischen Fusion-Jazz, Rhythm and Blues, Afrobeat und Township-Musik bevorzugt Masekela seitdem zumeist eine ruhige Gangart und konzentriert sich auf Balladen. 1984 erreichte er mit dem Song Don't Go Lose It Baby Top-Positionen in den amerikanischen Dance-Charts. Es folgten seine Produktion des Broadway-Musicals „Sarafina!“, das auch in Bombay erfolgreich war, und 1987 die Teilnahme an Paul Simons „Graceland“-Tournee auf mehreren Kontinenten. Bring Him Back Home brachte im selben Jahr erneut großen Erfolg als Hymne für die spätere Freilassung Nelson Mandelas aus dem Gefängnis. 1991 wirkte er als Gastmusiker beim Album Underground des Bläserensembles 29th Street Saxophone Quartet mit.

Seit Oktober 2007 hat er einen Sitz im Vorstand der Woyome Foundation.

Sonstiges[Bearbeiten]

Hugh Masekelas Schwester Barbara Masekela war südafrikanische Botschafterin in den USA und Frankreich.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • grrr (1965, Mercury)
  • The Emancipation of Hugh Masekela (1965, Uni)
  • The Lasting Impression of Hugh Masekela (1965, Verve)
  • The Americanization Of Ooga Booga (1965, Verve)
  • Hugh Masekela's Next Album (1966, MGM)
  • Hugh Masekela's Latest (1967, Uni)
  • Is Alive And Well At The Whiskey (1967, Mercury)
  • Hugh Masekela (1968, Mercury Wing)
  • Masekela (1969, Uni)
  • Hugh Masekela & the Union of South Africa (mit Jonas Gwangwa und Caiphus Semenya)
  • Home Is Where the Heart Is (1972, Blue Thumb Chisa, auch unter dem Titel African Connection mit Dudu Pukwana, Larry Willis, Eddie Gomez und Makaya Ntshoko)
  • Home Is Where the Music Is (1972, MCA)
  • I Am Not Afraid (1974, Blue Thumb)
  • Still Grazing (Compilation 1966-1974, Blue Thumb)
  • The Boys Doin’ It (1975, Casablanca)
  • Colonial Man (1976, Casablanca)
  • You Told Your Mama Not to Worry (1977, Casablanca)
  • Main Event Live (1979, A&M, mit Herb Alpert)
  • Techno-Bush (1984, Jive)
  • Waiting for the Rain (1985, Jive)
  • Sarafina (1987, Shanachie, mit Mbongeni Ngema)
  • tomorrow (1987, wea, zusammen mit Kalahari: John B „Longwe“ Selolwane, Mopati „Bully“ Tsienyane, Banjo T Mosele, Michael Timothy, Francis Fuster, Aubrei Oaki, Sonti Mndebele)
  • Uptownship (1989, Novus)
  • Beatin’ Aroun De Bush (1992, Novus)
  • Hope (1993, Triloka, mit Ngenekhaya Mahlanghu, Themba Mkhize, Lawrence Matshiza, Bakithi Kumalo, Damon Duewhite, Remi Kabaka)
  • Black to the Future (1999, Shanachie)
  • Sixty (2000, Shanachie)
  • Time (2002, Sony Jazz)
  • Almost Like Being in Jazz (2005, Chissa)
  • Revival (2006, Heads Up)
  • Live at the Market Theatre (2006, 4Q)
  • Phola (2009, Edel)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugh Masekela, D. Michael Cheers: Still Grazing: The Musical Journey of Hugh Masekela. Crown 2004, ISBN 978-0609609576

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hugh Masekela – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Masekela bei ritmoartists.com auf web.archive.com (englisch), abgerufen am 14. September 2012
  2. List of the 2005 Kora event winners, abgerufen am 23. Februar 2010
  3. Liste der Ausgezeichneten 2010 bei sabinetlaw.co.za (englisch), abgerufen am 16. Juni 2014