Hugo (Cocktail)

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Hugo ist ein erfrischender, vergleichsweise schwach alkoholischer Cocktail aus Prosecco, Zitronenmelisse- oder Holunderblüten-Sirup, frischer Minze und Mineral- oder Sodawasser; oft sind auch Limettenstücke oder -saft enthalten. Der Longdrink verbreitete sich, wahrscheinlich ausgehend von Südtirol, gegen Ende des vergangenen Jahrzehnts (nach 2005) vor allem im deutschsprachigen Raum.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Getränk ähnelt einerseits einer Weißweinschorle („Gespritzter“), die in Österreich als Kaiser-G’spritzter schon lange mit Holunderblütensirup serviert wird, bzw. der bewährten Mischung von Holunderblütensirup und Sekt (siehe auch „Holundersekt“). Andererseits erinnern die Zutaten Minze, Limette und Soda an den Longdrink-Klassiker Mojito, wobei Limette nicht in allen Hugo-Rezepten verwendet wird. Einen Drink mit fast identischen Zutaten wie in vielen heute servierten Hugos hatte der Journalist und Kochbuchautor Hans Gerlach im Sommer 2003 veröffentlicht, sich allerdings bei der Zubereitung seiner „Holdirinha“ eher an der Caipirinha orientiert, denn die festen Zutaten (zwei Achtel einer Zitrone oder Limette, ein Zweig Minze) werden zunächst mit 3–4 Esslöffeln Holunderblütensirup in einem Becherglas zerdrückt, dieses dann mit zerstoßenem Eis gefüllt und schließlich 10 cl Prosecco darüber gegeben.[1] Durch das Stößeln der Zutaten, andere Mengenverhältnisse und das fehlende Sodawasser unterschied sich dieser Cocktail allerdings noch vom heute populären Hugo, welcher eher als „Spritz-Variante“[2] gesehen wird.

Den ersten „Hugo“ genannten Cocktail mixte wahrscheinlich der Barkeeper Roland Gruber, der seit Herbst 2005[3] die Sanzeno Wein- und Cocktailbar in Naturns im Vinschgau, Südtirol, betrieb.[2][4][5] Er habe einfach eine Alternative zum seinerzeit sehr populären Trend-Drink Aperol Spritz gesucht. Den Namen „Hugo“ habe er zufällig gewählt. Spätestens seit dem Sommer 2010 ist Hugo in Deutschland weit verbreitet.[2]

Zubereitung[Bearbeiten]

Roland Gruber mixte seinen ursprünglichen Hugo aus 15 cl gekühltem Prosecco, 2 cl Zitronenmelissesirup, einigen Blättern Minze und einem Spritzer Soda, die er in einem Weinglas vorsichtig mit einigen Eiswürfeln verrührte und den Drink mit einem Stück Zitrone garnierte.[2]

Während sich die Zubereitung und das Servieren in einem bauchigen Weinglas auf Eiswürfeln erhalten hat, wird Hugo inzwischen häufiger mit Holunderblütensirup statt Zitronenmelissesirup zubereitet und zusätzlich oft mit Limettenstücken oder -scheiben kombiniert, die manchmal über dem Drink ausgepresst werden. In weiteren Hugo-Varianten werden Weißwein oder Sekt statt Prosecco oder Holunderblütenlikör statt -sirup verwendet. Holunderblütenliköre und -sirups erfreuen sich seit der Markteinführung des Holunderblütenlikörs St. Germain im Jahr 2007 zunehmender Beliebtheit und werden inzwischen wieder von zahlreichen Herstellern angeboten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Cocktails/ Hugo – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Gerlach in: SZ-Magazin Nr. 26/2003.
  2. a b c d David Metz: Spritzvarianten des Südens Teil 1: Der Hugo In: Mixology, Online-Beitrag vom 27. August 2011, aufgerufen am 4. September 2012.
  3. Einladung zur Eröffnung des San Zeno am 31. Oktober 2005 in einem Online-Promotionmagazin, aufgerufen am 27. August 2013.
  4. Hugos bester Sommer in: Der Spiegel 36/2012, auf Spiegel Online veröffentlicht am 3. September 2012, aufgerufen am 27. August 2013.
  5. Interview mit Roland Gruber: Auf an Hugo auf BARFUSS.it veröffentlicht am 6. Oktober 2014, aufgerufen am 24. Oktober 2014.