Hugo Claus
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Hugo Maurice Julien Claus (* 5. April 1929 in Brügge, Belgien; † 19. März 2008 in Antwerpen, Belgien) war ein flämischer Schriftsteller. Er trat auch als Maler, Dramatiker, Journalist, Lyriker, Librettist, Drehbuchautor, Übersetzer sowie als Film- und Fernsehregisseur hervor und galt als der bedeutendste belgische Nachkriegsschriftsteller. Sein bekanntestes Buch war „Het verdriet van België“ („Der Kummer von Flandern“).
Claus verfasste über hundert literarische Werke, für die er mehr als vierzig Preise erhielt. Darunter finden sich Gedichte, Erzählungen, Romane, Stücke, Libretti und Drehbücher. Er galt seit Jahren als Anwärter auf den Literaturnobelpreis.[1]
Sein Tod warf ein erneutes Schlaglicht auf die in Belgien legalisierte Sterbehilfe, da der an Alzheimer erkrankte Claus den Zeitpunkt seines Todes über diesen Weg selbst bestimmt hatte. [2].
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[Bearbeiten] Leben
Claus war der älteste Sohn einer flämischen Druckerfamilie. Von 1933 bis 1939 lebte er in einem katholischen Internat in Aalbeke, anschließend besuchte er die weiterführende Schule, erst in Kortrijk, dann in Deinze. Nach dem Abschluss begann er an der Kunstakademie und der Schauspielschule in Gent ein Studium. Danach folgte der Wehrdienst, nach dessen Beendigung Claus Anfang der fünfziger Jahre seine schriftstellerische Karriere begann.
Seinen ersten Erfolg konnte er 1950 mit dem Buch „Die Metsiers“ feiern, welches in Deutschland 1951 veröffentlicht wurde. Zu der Zeit ging er nach Paris, um sich als Maler zu versuchen. Anschließend veröffentlichte er mehrere Romane und lebte zeitweise in Italien, den USA und Mexiko. Im Jahr 1965 drehte er den Film „Die Feinde“, zu dem er auch den Roman und das Drehbuch geschrieben hatte. In den 1970ern produzierte er eine Fernsehsendung über Rubens. Sein bekanntestes Werk, „Het verdriet van België“, 1986 ins Deutsche als „Der Kummer von Flandern“ erschienen, das sich mit der Zeit des zweiten Weltkriegs in Flandern und Belgien auseinandersetzt und in das er seine eigene Lebensgeschichte mit einfließen ließ, erschien 1983. 2008 erschien in Deutschland eine Neuübersetzung von Waltraud Hüsmert unter dem Titel "Der Kummer von Belgien".
Claus heiratete 1955 zum ersten Mal, aus der Ehe ging 1963 Sohn Thomas hervor. Von 1974 bis 1978 lebte er in Paris in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Sylvia Kristel zusammen; 1975 wurde Sohn Arthur geboren. [3]In dritter Ehe war Claus mit Veerle Claus-De Wit verheiratet.
Claus litt an der Alzheimer-Krankheit. Im März 2008 machte er von der in Belgien legalisierten Sterbehilfe Gebrauch. Er starb in einem Antwerper Krankenhaus im Beisein seiner Frau und einer guten Freundin.[4]
[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)
2001 wurde Claus mit dem Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie ausgezeichnet, 2003 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (Hauptpreis).
[Bearbeiten] Werke (Auswahl)
- Die Reise nach England 1954
- Die Verwunderung 1962
- Deedee betreffend 1963
- Freitag 1969
- Das Jahr des Krebses 1972
- Der Kummer von Flandern, Originaltitel: Het verdriet van België 1983, Neuübersetzung 2008: Der Kummer von Belgien
- Das Sakrament (Roman; dt.1989)
- Der Schwertfisch (Roman; dt. 1992)
- Jakobs Verlangen (Roman; dt. 1993)
- Die Spuren. Ausgewählte Gedichte (dt. 1994)
- Belladonna (Roman; dt. 1996)
- Das Stillschweigen (Roman; dt.1998)
- Gedichte (dt. 2000)
- Unvollendete Vergangenheit (Roman; dt. 2001)
- Der Schlafwandler. Drei Geschichten (dt. 2002)
[Bearbeiten] Drehbücher
- 1958: Das Dorf am Fluß (Dorp aan de rivier)
- 1960: Das Messer (Het mes)
- 1966: Feuer auf der Haut (De dans van de reiger)
- 1967: Wechsel auf das Glück (Jeudi on chantera comme dimanche)
- 1972: C.A.T.S.
- 1975: Pallieter
- 1981: Menuett (Menuet)
- 1984: Der Löwe von Flandern (De leeuw van Vlaanderen) – auch Regie
- 1987: Diary of a Mad Old Man
- 1987: Mascara
- 1989: Das Sakrament (Het sacrament)
- 1994: Der Kummer von Flandern (Le chagrin des Belges)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Hugo Claus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Hugo Claus in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Hugo Claus bei seinem dt. Verlag Klett-Cotta
- Kurioses Interview mit Hugo Claus in "Volltext": http://volltext.net/magazin/magazindetail/article/167/]
- "Letzte Tage in Mazan" – Eine Erinnerung an Hugo Claus von Joachim Sartorius in Tagesspiegel, 4. April 2009
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Spiegel Online: „Hugo Claus ist tot“, 19. März 2008
- ↑ http://www.brf.be/brf/presseschau/archiv/2008/woche-des-17-maerz-2008/presseschau-donnerstag-den-20-maerz-2008
- ↑ http://www.evene.fr/celebre/biographie/hugo-claus-26915.php
- ↑ http://www.brf.be/brf/presseschau/archiv/2008/woche-des-17-maerz-2008/presseschau-donnerstag-den-20-maerz-2008
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Claus, Hugo |
| KURZBESCHREIBUNG | flämischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 5. April 1929 |
| GEBURTSORT | Brügge |
| STERBEDATUM | 19. März 2008 |
| STERBEORT | Antwerpen |

