Hugo Erfurth

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Hugo Erfurth (* 14. Oktober 1874 in Halle (Saale); † 14. Februar 1948 in Gaienhofen) war ein deutscher Fotograf. Er gilt als einer der bedeutendsten Porträtfotografen seiner Zeit.

Leben[Bearbeiten]

Hugo Erfurth begann 1895 in Dresden eine Lehre beim Hofphotographen Wilhelm Höffert[1] und übernahm 1896 im Alter von 22 Jahren das Atelier J. S. Schröder in der Dresdner Johannstadt.[2] Er erwarb 1906 das in der Pirnaischen Vorstadt gelegene Palais Lüttichau, wo er die Lichtbildnerei Erfurth einrichtete. Bis zum Ersten Weltkrieg unterrichtete er zudem in Leipzig unter Professor Walter Tiemann eine Klasse für Fotografie an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe. Im Jahr 1934 übersiedelte er nach Köln und eröffnete dort ein Atelier, das 1942 bei der Bombardierung Kölns zerstört wurde. Er ließ sich nach dem Krieg in Gaienhofen am Bodensee nieder und verstarb dort 1948 im Alter von 73 Jahren.

Werk[Bearbeiten]

Um die Jahrhundertwende pflegte er einen malerisch-impressionistischen Fotografiestil im Sinne des Pictorialismus. Abzüge wurden nicht selten als kostbare Ölpigmentdrucke hergestellt.[1] Hugo Erfurth wurde aber vor allem durch seine Porträtfotografien bekannt, bei denen er in den 1920er Jahren eine ganz persönliche, psychologisierende, den Charakter des Porträtierten darstellende Sichtweise umsetzte. Die für eine derartige Darstellung erforderlichen Modelle fand Erfurth namentlich unter bildenden Künstlern oder Schriftstellern. Ins kollektive Gedächtnis sind so die oft abgebildeten Künstlerportraits z. B. von Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Otto Dix, Gerhart Hauptmann oder Oskar Kokoschka eingegangen.

Bekannt wurde Erfurth auch als Theaterfotograf, mehr noch aber durch seine in der Bewegung aufgenommenen Fotografien des modernen künstlerischen Tanzes, z. B. von Grete Wiesenthal und ihren Schwestern, von Clotilde von Derp oder Mary Wigman. Zu seinen Schülerinnen gehörten die griechische Fotografin Nelly und die Deutsche Charlotte Rudolph.

Hugo Erfurth gehört zu den Mitbegründern der Gesellschaft deutscher Lichtbildner, der ältesten Organisation von Fotografen in Deutschland.

Namensgeber[Bearbeiten]

Von der Stadt Leverkusen und unter dem Sponsoring der dort ansässigen Firma Agfa, die vor allem durch die Produktion fotografischer Filme bekannt ist, wurde ein internationaler Hugo-Erfurth-Preis für Fotografie gestiftet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bodo von Dewitz, Karin Schuller-Procopovici (Hrsg.): Hugo Erfurth, 1874–1948. Photograph zwischen Tradition und Moderne. Wienand, Köln 1992, ISBN 3-87909-312-1.
  • Peter Tausk: Die Geschichte der Fotografie im 20. Jahrhundert. 2. Auflage, Dumont, Köln 1980, ISBN 3-7701-0813-2, S. 25 f., 65. f., 258

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Andrea Abend: Hugo Erfurth (1874–1948). In: Der Elbhang-Kurier. Nr. 2, Elbhang-Kurier-Verlag, 2000, S. 18.
  2. Katja Dannowski: Zwischen Berufs- und Kunstfotografie. Kapitel 2 in: SLUB Dresden → Sammlungen → Deutsche Fotothek → Fotografen → Hugo Erfurth. SLUB Dresden, 2008, abgerufen am 9. August 2013.