Hugo Gugg

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Hugo Gugg (* 21. August 1878 in Leipzig; † 25. April 1956 in Weimar) war ein deutscher Landschaftsmaler.

Leben[Bearbeiten]

Gugg absolvierte zunächst in Leipzig eine Lehre als Dekorationsmaler und besuchte Zeichenkurse an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Nebenher besuchte er Zeichenkurse an der Akademie und nahm privaten Zeichenunterricht bei dem Tiermaler Fedor Flinzer. 1898, während eines Studienaufenthalt in Zwönitz im Erzgebirge lernt er Milda Thum seine spätere Frau kennen, die er 1900 heiratete und mit der er sieben Kinder, hatte. 1914-1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg. 1901 hatte er eine erste Ausstellung im Leipziger Kunstverein. Der Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig, Theodor Schreiber, entdeckt den jungen Maler.

Neben seiner langjährigen Tätigkeit innerhalb der „Saalecker Werkstätten“ des mit ihm befreundeten Architekten und späteren NS-Propagandisten Paul Schultze-Naumburg, erst als Schüler, dann als Lehrer, war er von 1921 bis 1945 Professor für Landschaftsmalerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Weimar. In dieser Zeit entstand auch ein großformatiges Ölporträt des thüringischen NS-Gauleiters Fritz Sauckel sowie Porträts bekannter Zeitgenossen, unter anderem von dem Pianist Josef Pembaur und Guggs Mäzen Justizrat Paul Axhausen. Der als eher unpolitische geschilderte Gugg war bereits 1930 der NSDAP beigetreten, kam die von den Nationalsozialisten bevorzugte Kunstrichtung doch seiner eigenen konventionellen Produktion entgegen. Ab 1938 war er NS-Dozentenbundführer der Hochschule. [1] Im gleichen Jahr verschaffte ihm Gauleiter Sauckel den Auftrag zur künstlerische Ausgestaltung des von Hermann Giesler entworfenen und neu eröffneten Hotel Elephant, den er mit großen, die Jahreszeiten symbolisierenden, Landschaftsbildern erfüllte. [2] 1942 schuf er für die Privatresidenz von Adolf Hitler, der sich in einer historischen Reihe mit Friedrich II. wähnte, das Ölgemälde Castel del Monte, dessen Vorzeichnungen auf einer seiner vielen Italienreisen entstanden.[3] Im gleichen Jahr stellte er auf der nationalsozialistischen Großen Deutschen Kunstausstellung in München zwei Gemälde aus. 1943 wurde er zu seinem 65. Geburtstag mit der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet und war auf der Großen Deutschen Kunstausstellung mit dem Bild Ordensburg Sonthofen vertreten. 1944 war Gugg innerhalb der Kunstausstellung eine Sonderausstellung mit 21 Objekten gewidmet. Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit seinem ehemaligen Schüler und späteren Leiter der Lichtbildnerklasse der Kunsthochschule, Walter Hege, der ihm auch den Umgang mit der Kamera vermittelte.

1945 war Gugg kurzzeitig inhaftiert. Nach seiner Entnazifizierung wurde er vorwiegend für Restaurierungsarbeiten an den Weimarer klassischen Kulturstätten, hinsichtlich des Goethejahres 1949, beauftragt. Besondere Erwähnung verdienen seine unzähligen -tausende- Briefkopfzeichnungen, die er seinen Brieftexten voranstellte. Diese stellen eine ganz individuelle Kunstform dar. In einem Brief vom 24. Dezember 1945 schreibt er: „…Ich kann auch einem großen Bilde nicht mehr - kaum soviel - geben. Es täte mir leid, wenn meine Briefe verlorengingen…“

Guggs Bilder befinden sich weit verstreut in Privatbesitz jedoch auch in öffentlichem Besitz: Stadtmuseum Weimar; Museum der Bildenden Künste Leipzig; Kunsthalle Düsseldorf; Germanisches Nationalmuseum Nürnberg; Universitätsbibliothek Jena; Bundesgerichtshof Karlsruhe.

Hugo Gugg liegt zusammen mit seiner Frau Milda Gugg auf dem Oberweimarer Friedhof, die Grabstätte ist noch erhalten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Schultze-Naumburg: Der Maler Hugo Gugg. In: Die Kunst im Deutschen Reich, Ausgabe A, 5, 1941, Seite 144-151
  • Der Maler Hugo Gugg: seine Bilder, seine Gedanken, sein Wirken Hrsgb. Thomas Holz Biberacher Verlagsdruckerei, 1997, ISBN 3-924489-84-X
  • Briefköpfe und Briefauszüge von Hugo Gugg: Im Gedenken an den verehrten Lehrer, zusammengestellt von seinen Schülern Hrsgb. Wolfgang Gugg, Christians Verlag, Hamburg, 1985, ISBN 3-7672-0934-9, vergriffen
  • Briefauszüge: W. Gugg, 1971, Eigenverlag
  • Hugo Gugg: Gedanken, Aussprüche, Bemerkungen, Adolf Müller, (Gugg-Schüler), 1972, Eigenverlag
  • Erinnerungen an Hugo Gugg: Aus dem Leben meines Vaters, Dr.W. Gugg, 1988, Eigenverlag
  • Hugo Gugg: Briefauszüge Th. Holz,2006, Eigenverlag

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Uwe Hossfeld: Kämpferische Wissenschaft: Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus, Böhlau, Köln-Weimar, 2003 ISBN 978-3-41204102-1, S. 197
  2. Rolf Bothe, Thomas Föhl: Aufstieg und Fall der Moderne, Hatje Cantz, 978-3-77570815-9, 1999, S. 10
  3. ‪Heike B. Görtemaker: ‪Eva Braun: Leben mit Hitler, ‪C.H.Beck, München, ‪2010 ISBN‪ 978-‪3-‪40658514-‪2, S. 218