Hugo Strasser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hugo Strasser (2013) in Frankfurt am Main

Hugo Strasser (* 7. April 1922 in München-Schwabing) ist ein deutscher Klarinettist und Bandleader. Das Orchester ist bekannt für seine Tanzmusik, vor allem durch die Albumreihe Tanzplatte des Jahres und die musikalische Ton- und Takt-Vorgabe bei vielen Tanz-Weltmeisterschaften.

Biographie[Bearbeiten]

Strassers Vater, ein verbeamteter Schulhausmeister, stammte aus einer Bauernfamilie in Jetzendorf, seine Mutter aus Schrobenhausen. Als Siebenjähriger spielte Strasser in der Kinderstunde des Bayerischen Rundfunks sein erstes Mundharmonika-Solo. Mit 16 Jahren kam er an die Akademie der Tonkunst in München. Im 8. Semester wurde er zum Militär eingezogen und erhielt seine weitere musikalische Ausbildung an der Heeres-Musikschule in Bückeburg, wie z. B. auch James Last, Roy Etzel und Horst Fischer. Nach dem Krieg, an dem er als Soldat nicht aktiv teilnehmen musste, spielte er Jazzmusik in amerikanischen Clubs in München und anderen bayerischen Städten, unter anderem vom Juni 1945 bis zum Dezember 1945 im "Oberhaus" in Passau für die dortige US-Infanteriedivision. Ab 1949 wirkte er als Altsaxophonist und Klarinettist im 1948 gegründeten Max-Greger-Sextett.

1955 gründete er sein eigenes, 16-köpfiges Tanzorchester, mit dem er noch immer (Stand: Dezember 2008) auf zahlreichen Ballveranstaltungen auftritt, so unter anderem den Faschingsbällen beim Bayerischen Rundfunk. Von großem Vorteil für den berühmten Strasser-Sound war, dass seine Arrangeure immer auch Musiker seines Orchesters waren (besonders zu erwähnen sind der 2001 verstorbene Tenorsaxophonist Werner Tauber, der Posaunist Hans Ehrlinger, der Trompeter Etienne Cap und der 2012 verstorbene Gitarrist Dirk Schweppe). 2008 besteht das Orchester neben Strassers Klarinette aus fünf Saxophonen, drei Trompeten, drei Posaunen, Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Obwohl das Orchester seit mehr als fünf Jahrzehnten existiert, gab es kaum personelle Wechsel. So führt der 1. Altsaxophonist und Klarinettist Hans Wolf (* 1927) seit 1957 Strassers Saxophonsatz an.

Anlässlich eines Konzertes zu seinem 65. Geburtstag gründete Hugo Strasser die Formation Hot Five. Neben Strasser gehören Martin Schmid (Bass), Uwe Gehring (Gitarre), Ladia Base (Klavier und Arrangement) und Martin Breinschmid (Perkussion) zur (wechselnden) Besetzung. (Stand: 2008)

2005 und 2006 tourte er mit Max Greger und Paul Kuhn als Swing-Legenden mit der SWR-Bigband mit A Tribute to Glenn Miller durch die Lande. Zusammen mit Greger geht Strasser auch weiterhin regelmäßig auf Tournee. Im Januar 2009 gab er zusammen mit Max Greger und Bill Ramsey als Swing-Legenden in der Stuttgarter Liederhalle ein Konzert. Gaststars waren die Kessler-Zwillinge. 2013 gab er mit der Aichacher Swing-Band "Crazy Oak Big Band" ein Konzert, welches nach einem Geburtstagsgruß zustande kam.[1]

Werke[Bearbeiten]

Hier ist vor allem die Reihe Tanzplatte des Jahres zu nennen, die Strasser von 1966 bis 1996 bestritt. Nach 1996 kamen noch ein paar „Best of“-CDs heraus, seine große Zeit war jedoch vorbei. Ein Kuriosum war das Album „Was ich sagen wollte …“ (1989). Auf ihr war Strasser tatsächlich als Sänger zu hören, mit Liedern über sich, das Leben und seine Heimatstadt München. Es kam sogar eine Single heraus mit dem Lied „I kann ned tanzen“ (Strasser kokettierte zeit seines Lebens damit, dass er beim Tanzen stets aus dem Takt komme).

Zu den bekanntesten von Strasser eingespielten Titeln gehören sicher „You’re the Cream in My Coffee“ (Quickstep) aus „Turniertanz-Trümpfe“; außerdem der Ohrwurm „Wild Cat Blues“, ebenfalls ein Quickstep, der Strassers Klarinette prominent präsentiert, zu finden auf „ARD Masters Gala ’92“ (das Lied war außerdem die Begleitmusik eines 70er-Jahre-Pausenfilms des Hessischen Rundfunks mit Kätzchen, die in halboffenen „hr“-Würfeln herumkrabbeln).

Daneben ist er immer auch dem Swing und Jazz treu geblieben, z. B. durch Auftritte in Quintettbesetzung, seiner so genannten Hot Five, von der es auch CDs gibt.

Gelegentlich komponierte er auch Filmmusik wie 1964 für „Das Mädel aus dem Böhmerwald“ mit Gerlinde Locker.

Diskografie[Bearbeiten]

  • Schicke Tanzmusik (1962-63?; Modetänze wie Letkiss und Madison)
  • Turniertanz-Trümpfe (1963)
  • Die Tanzplatte des Jahres (30 Stück; 1966 bis 1996; seit 1982 als Digital-Aufnahme, seit 1984 auch als CD)
  • Das Goldene Tanzalbum 1 - 4 (1967-1968; Teil 1: Valencia - Die Goldenen 20er Jahre; Teil 2: In the Mood - Melodie und Rhythmus; Teil 3: Warum müssen Jahre vergehen - ewig junge Filmschlager; Teil 4: Yesterday - Vom Twist zum Beat)
  • Das Goldene Hausparty-Album 1 - 3 (1968)
  • Mit Hugo Strasser im 3/4-Takt (1968)
  • Tanzweltmeisterschaft 1970 (1970)
  • Filmhits zum Tanzen (1970)
  • Tanztest-Platte (1971/72?; Querschnitt aus seinen ersten Platten, Fold-Out-Cover zum damals gerade frisch eingeführten ADTV-Tanzabzeichen)
  • Tanzhits '71 (1972; Beat- und Rock-Titel)
  • Romantic Party (1972; Strasser im Schmusesound, was unter seinen Fans gehörigen Protest hervorrief, da man zu seiner Musik tanzen wollte und nicht auf dem Sofa sitzen und zuhören; die nächste derartig ‚weichgespülte‘ Platte, The Dancing Clarinet, klang zwar immer noch relativ schmusig, war aber wieder bis auf einen Titel tanzbar. Es war die erste LP mit einem englischen, international vermarktbaren Titel, da Strasser nun von Amerika bis Japan gefragt war)
  • Olympia-Ball (1972; speziell komponierte Titel zu den Olympischen Spielen in Sapporo und München)
  • Swinging Christmas (1973, bekannte Weihnachtslieder)
  • The Dancing Clarinet (1973; Traditionals aus aller Welt im strikten Rhythmus)
  • Der Goldene Tanzschuh (1974; Opernmelodien zum Tanzen; Strasser bekam hier diese äußerst selten vergebene Auszeichnung ob seiner Verdienste um die Tanzmusik bzw. den Tanzsport)
  • Der Goldene Tanzschuh (1986; Musik aus der gleichnamigen ZDF-Sendung; Lieblingstitel der Preisträger wie Irvine, Trautz, Beer, Wessel-Therhorn oder Führer; effektiv ein Zusammenschnitt aus Strasser-Platten 1963-1986)
  • Was ich sagen wollte... (1989; Hugo Strasser singt)
  • Tanz! Tanz! Tanz! (1990; Peter Kreuder-Melodien)
  • ARD Masters Gala '92 (1992)
  • So What’s New? Single mit MC Matuschke und den Bananafishbones (2001)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hugo Strasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bericht der Abendschau vom 21. Oktober 2013 auf den Seiten des Bayrischen Fernsehens