Hugo Zöller

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Hugo Zöller

Hugo Zöller (* 12. Januar 1852 in Oberhausen bei Schleiden/Eifel; † 9. Januar 1933 in München) war ein deutscher Forschungsreisender und Journalist.

Leben[Bearbeiten]

Zöller studierte Rechtswissenschaft und bereiste zwischen 1872 und 1874 die Länder am Mittelmeer. Während des Bürgerkriegs in Süd-Spanien begann er mit Zeitungsartikeln auf sich aufmerksam zu machen, so dass er 1874 in die Redaktion der Kölnischen Zeitung aufgenommen wurde.

1879 begann er eine Reise um die Erde, um sich über die Möglichkeiten zu unterrichten, für ein deutsches Kolonialreich Land zu erwerben. Das Ergebnis war ein zweibändiges Werk Rund um die Erde (Köln 1881). 1881 und 1882 durchstreifte Zöller das ganze Südamerika und Westindien, er veröffentlichte daraufhin Die Deutschen im brasilianischen Urwald (2 Bde. Stuttgart 1883) sowie Pampas und Anden (Stuttgart 1884).

Ende 1882 war Zöller als Kriegsberichterstatter der Kölnischen Zeitung während des englischen Feldzugs in Ägypten. Nachdem er 1883 den deutschen Kronprinzen durch Spanien und nach Rom begleitet hatte, wurde er 1884 beauftragt, die von Gustav Nachtigal erworbenen Kolonien in Westafrika zu erforschen. Zöller durchzog zunächst Togoland, ging dann nach Kamerun, wo er 1884 mit Stefan Szolc-Rogoziński das Kamerungebirge erkundete. Im Auftrag Nachtigals schloss er dann im Januar 1885 am östlichen Rand des Kamerungebirges mit acht kleineren Königreichen vorbereitende Schutzverträge ab.

Bei seinem Aufenthalt in Kamerun entdeckte Zöller den Batanga-Fluss, den er aufwärts befuhr, bis er an die Wasserfälle gelangte, die er – „von dem Rechte des Entdeckers Gebrauch machend“ – zu Ehren des Inhabers der Kölnischen Zeitung als Neven-Dumont-Fälle benannte.[1] Anschließend musste er dann fieberkrank vom Kongo aus nach Deutschland zurückkehren.

1888 bereiste Zöller Deutsch-Neuguinea und in Begleitung Wissmanns 1889 Deutsch-Ostafrika. Bei dieser Reise gelang es Zöller als erstem Europäer, ins Innere Neuguineas vorzudringen und die Gipfel des Finisterre-Gebirges zu ersteigen. Dabei entdeckte er den Ottoberg innerhalb des Bismarckgebirges sowie das Kraetkegebirge mit dem Zöllerberg.

Hugo Zöller starb 1933 kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres in München.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die deutschen Besitzungen an der westafrikanischen Küste. 4 Bde. Spemann, Berlin u. a. 1885.
  • Deutsch-Neuguinea und meine Ersteigung des Finisterregebirges. Union Dt. Verl.-Ges., Stuttgart u. a. 1891.
  • Als Jurnalist [sic] und Forscher in Deutschlands großer Kolonialzeit. Koehler & Amelang, Leipzig 1930.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursula Krieger: Hugo Zöller. Ein deutscher Journalist als Kolonialpionier. Triltsch, Würzburg 1940.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Geographische Blätter, Bde. 7–8 (1884), S. 215. (Zit. nach Google Books.)