Hugo von Mohl
Hugo Mohl, seit 1843 von Mohl (* 8. April 1805 in Stuttgart; † 1. April 1872 in Tübingen) war ein deutscher Botaniker, Arzt und Universitätsprofessor. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Mohl“. Mohl gilt als der Entdecker der Kernteilung.
Er war Bruder von Robert von Mohl, Julius Mohl und Moritz Mohl.
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Leben und Wirken [Bearbeiten]
Mohl studierte ab 1823 in Tübingen Medizin, widmete sich dann, nachdem er 1828 zum Dr. med. promoviert worden war, an die Universität München, wo er als Assistent von Carl von Martius über die Anatomie des Farnen-, Cykadeen- und Palmenstammes (1832) arbeitete. 1835 wurde er Professor für Physiologie an der Universität Bern. 1835 wurde er als ordentlicher Professor der Botanik nach Tübingen berufen, wo er bis zu seinem Tode wirkte.
Seine wissenschaftlichen Untersuchungen erstreckten sich beinahe auf alle Gebiete der Botanik, vor allem aber förderte er die Pflanzenanatomie und machte speziell das feste Zellstoffgerüst der Pflanzen zum Gegenstand eingehender und erfolgreicher Untersuchungen.
Auch Physiologie und Entwicklungsgeschichte wurde von ihm gefördert. Mohl unterschied 1844 den Primordialschlauch und erkannte 1846 das Protoplasma, welches er mit dem noch jetzt üblichen Namen belegte.
Im Jahre 1853 erhielt er den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.[1]
Schriften [Bearbeiten]
- Über den Bau und das Winden der Ranken und Schlingpflanzen (1827)
- Über den Bau und die Formen der Pollenkörner (1834)
- Mikrographie oder Anleitung zur Kenntnis und zum Gebrauch des Mikroskops (1846)
- Grundzüge der Anatomie und Physiologie der vegetabilischen Zelle (1851).
Eine Anzahl wichtiger Abhandlungen ist in seinen „Vermischten Schriften botanischen Inhalts“ (1845) gesammelt. Zudem lieferte er Beiträge zu dem Palmenwerk Historia naturalis Palmarum von Carl Friedrich Philipp von Martius. Ab 1843 gab er mit Diederich von Schlechtendal die Botanische Zeitung heraus.
Quellen [Bearbeiten]
- Meyers Konversationslexikon 1888-1889
- Jahn: Geschichte der Biologie. Spektrum 2000
- Mägdefrau: Geschichte der Botanik. Fischer 1992
Literatur [Bearbeiten]
- Anton de Bary: Mohl, Hugo von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 22, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 55–57.
- Karl Mägdefrau: Mohl, Hugo von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 690 f. (Digitalisat).
Weblinks [Bearbeiten]
- Autoreintrag und Liste der beschriebenen Pflanzennamen für Hugo von Mohl beim IPNI
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Hans Körner "Der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst und seine Mitglieder" in: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte, Bd. 47 (1984), S. 299-398. Online unter: http://periodika.digitale-sammlungen.de/zblg/kapitel/zblg47_kap28
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mohl, Hugo von |
| ALTERNATIVNAMEN | Mohl, Hugo |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Botaniker |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1805 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
| STERBEDATUM | 1. April 1872 |
| STERBEORT | Tübingen |
- Botaniker (19. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Universität Bern)
- Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen)
- Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst
- Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften
- Person (Württemberg)
- Deutscher
- Geboren 1805
- Gestorben 1872
- Mann