Huhn mit Pflaumen (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Huhn mit Pflaumen
Originaltitel Poulet aux Prunes
Produktionsland Frankreich, Deutschland, Belgien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Marjane Satrapi,
Vincent Paronnaud
Produktion Celluloid Dreams
Musik Olivier Bernet
Kamera Christophe Beaucarne
Schnitt Stéphane Roche
Besetzung

Huhn mit Pflaumen (Originaltitel Poulet aux Prunes) ist ein deutsch-französisch-belgischer Film der Regisseure Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud aus dem Jahr 2011. Er basiert auf der Graphic Novel Huhn mit Pflaumen von Marjane Satrapi.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt im Iran der 1950er Jahre. Das Land schwankt zwischen Demokratiebewegung und Schah-Regime. Nasser-Ali Khan ist einer der größten Geiger seiner Zeit, doch während eines Ehestreits zerstört seine Frau die geliebte Geige. Nasser-Ali ahnt, dass er nun nie mehr spielen kann wie zuvor. Sein Lehrer hatte ihm das Instrument Jahrzehnte zuvor geschenkt, nachdem die unerfüllte Liebe zu der schönen Irâne Nasser-Alis Spiel um die entscheidende Note bereichert hatte und ihm einen reinen Klang bescherte.

Nasser-Ali hatte sich in jungen Jahren in die wunderschöne Irâne verliebt, die seine Liebe erwiderte. Doch der Vater der jungen Frau bestand darauf, sie mit einem Offizier zu verheiraten. Die unglückliche Liebe zu Irâne hat ihn durch sein ganzes Leben begleitet und ihn inspiriert.

Der mittlerweile gealterte Nasser-Ali macht sich auf die Suche nach einer neuen Geige, der der gleiche Zauber innewohnt, doch er scheitert, da er kurz nach dem Kauf seine Irâne, die mittlerweile Großmutter ist, wiedertrifft, und diese so tut als kenne sie ihn nicht. In seiner Verzweiflung beschließt er zu sterben. Er spielt alle Todesarten durch, doch keine genügt seinen Ansprüchen. Da legt er sich auf sein Bett und beschließt, innerhalb der nächsten acht Tage zu sterben. In dieser Zeit hält er Rückschau auf sein Leben. Noch einmal durchlebt er die tragischsten Momente seiner Vergangenheit und blickt in die trostlose Zukunft seiner Kinder.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Titel des Films spielt auf ein persisches Rezept an, das im Film Lieblingsgericht des Hauptakteurs und ein iranisches Nationalgericht ist.[1]

Der Film wurde 2010 komplett in den Ateliers und Außenkulissen von Studio Babelsberg in Potsdam aufgenommen und kam am 5. Januar 2012 in die deutschen Kinos.[2]

Rezeption[Bearbeiten]

Spiegel Online lobte die visuellen Ideen des Films, doch „wo ‚Persepolis‘ (der von Satrapis eigener Kindheit im Iran erzählte) eine klare Linie hatte, Leidenschaft und Feuer, hat Huhn mit Pflaumen (der von der Geschichte ihres Großonkels inspiriert ist) eine zerfaserte Dramaturgie, die vieles anreißt und nichts auserzählt. Mehr ein Flickenteppich als ein edler Perser. Aber schön anzusehen allemal.“[3]

Für die Süddeutsche Zeitung ist Huhn mit Pflaumen „ein wunderbares“, „surreales Melodram“.[4] Die FAZ hingegen kritisiert, dass Satrapi und Paronnaud „in ihrem Spielfilm Huhn mit Plaume(n) auf Farce statt Farsi“ setzen.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Video heute journal vom 5. Januar 2012 in der ZDFmediathek, abgerufen am 29. Januar 2014
  2. Potsdamer Neueste Nachrichten vom 6. September 2011, Seite 9
  3. Irâne lieben und sterben, SPIEGEL Online, 5. Januar 2012
  4. Zauberhafter Galgenhumor in Teheran, Süddeutsche Zeitung, 4. Januar 2012
  5. Langsam sterben tut nicht not in: FAZ vom 2. Januar 2012, Seite 30