Humana GmbH

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Humana GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1950
Sitz Herford, Deutschland
Leitung
Mitarbeiter 305 (2007/2008)
Umsatz 97,6 Mio. EUR (2006) [1]
Website www.humana.de

Die Humana GmbH in Herford, bei der Säuglingsnahrung herstellt wird, ist eine Tochtergesellschaft der Humana Milchunion eG in Everswinkel. Der Ursprung des Namens des Gesamtunternehmens, das durch mehrere Fusionen und Übernahmen entstand, geht auf den Standort Herford zurück. Heute wird bei der Humana GmbH nur noch Babynahrung hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1950 entwickelte der Herforder Kinderarzt Heinz Lemke eine Säuglingsnahrung, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen war. Diese Humana-Milch wurde von der Herforder Molkerei hergestellt und vermarktet. In den 1960er Jahren wurde Spezialnahrung für Frühgeborene und Heilnahrung hergestellt.

Die Herforder Molkerei schloss sich zunächst mit der Molkerei Bad Oeynhausen zusammen, woraus die Michverwertungsgenossenschaft Herford-Bad Oeynhausen eGmbH wurde. Nach dem Zusammenschluss mit der Molkereigenossenschaft Bielefeld eGbmH (MoBi) entstanden am 1. Januar 1968 die Milchwerke Bielefeld-Herford eGmbH. Diese übernahmen weitere Molkereien aus Westfalen und dem benachbarten Niedersachsen, u. a. am 1. Januar 1969 die Mindener Molkerei eGmbH. Am 1. Juli 1978 erfolgte die Fusion zwischen der Milchwerke Bielefeld-Herford eGmbH und der Milchversorgung Dortmund-Bochum eG (dobomil) zur Milchwerke Westfalen eG (Westmilch). Diese schloss sich am 1. Januar 1989 mit der Milchof Osnabrück eG in Georgsmarienhütte zusammen. Alle diese neu entstandenen Unternehmen hatten ihren Sitz in Herford.

Die Milchversorgung Dortmund-Bochum eG war am 1. Oktober 1968 aus dem Zusammenschluss der Milchversorgung Dortmund eG mit der Milchversorgung Bochum eG entstanden.

Ab Anfang 1990 unterhielten die Westthüringer Milchwerke Erfurt GmbH enge Kontakte zu den Milchwerken Westfalen eG in Herford. Ab Februar 1991 waren die Milchwerke Westfalen eG Mitgesellschafter der Westthüringer Milchwerke und danach der Milchwerke Thüringen GmbH, die 1993 aus der Westthüringer Milchwerke Erfurt GmbH und der Osterland-Milchhof Gera GmbH hervorgegangen sind.

Aus der Fusion der Milchwerke Westfalen eG, Herford, und der Westmilch Milchunion eG, Everswinkel entstand am 1. Januar 1998 die Humana Milchunion eG, die ihren Sitz in Everswinkel erhielt. Später wurde dann die Humana GmbH mit Sitz in Herford als eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert.

Produkte[Bearbeiten]

Unabhängig von den verschiedenen Fusionen wurde in Herford weiterhin die Humana Kindernahrung hergestellt. Weitere wichtige Produkte waren die Trinkmilch sowie Trockenmilch und Butter, aber auch andere Milcherzeugnisse. Hier wurde auch der Name Ravensberger Rollenbutter geschaffen, der Bezug nimmt auf das Ravensberger Land, in dem Herford liegt. Die Marke Ravensberger wird heute noch von der Humana Milchunion verwendet, allerdings werden die Artikel nicht mehr in Herford (und somit nicht in Ravensberg) hergestellt.

Nach der Fusion wurde die Herstellung und der Vertrieb der verschiedenen Milchprodukte nach und nach von Herford in die verschiedenen anderen Standorte verlagert. Übrig blieb nur noch die Herstellung der Humana Kindernahrung. Schließlich wurde die Humana GmbH als eigenständige Tochtergesellschaft aus dem Hauptunternehmen ausgegliedert.

Marktstellung[Bearbeiten]

Die Humana Säuglingsnahrung wird in verschiedene europäische Länder sowie nach Asien und Afrika exportiert. In Moskau gibt es eine Humana-Repräsentanz, in Italien (Humana Italia S.p.A.), Spanien und Portugal gibt es eigene Tochtergesellschaften. Darüber hinaus existieren im Vertriebsgebiet zahlreiche Auslandsvertretungen und Exportpartner. Insgesamt sind die Produkte in 35 Ländern erhältlich.

Humana ist Marktführer in Deutschland bei Heilnahrungen, kuhmilchfreien Nahrungen, Babywasser und hypoallergenem Fertigbrei. Auch Diätika und Nahrungen für den klinischen Bereich werden hergestellt.

Babymilchskandal 2003[Bearbeiten]

Im Jahr 2003 entwickelte Humana für den israelischen Markt eine koschere Fertigmilchnahrung auf Soja-Basis. Analysedaten der Inhaltsstoffe wurden falsch interpretiert und deswegen auf eine Zusetzung von Vitamin B1 verzichtet. Daher wurde Milch ausgeliefert, die lediglich 10 % der ausgewiesenen Menge an Vitamin B1 enthielt. In Israel starben zwei Kinder, zahlreiche weitere erkrankten. In der Folge entließ Humana vier leitende Angestellte.[2] Später wurden israelischen Familien Entschädigungen in Millionenhöhe gezahlt.[3] Ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen mehrere Mitarbeiter von Humana wurde 2008 gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht der Humana Milchunion eG vom 25. Mai 2007.
  2. Humana entläßt wegen Babymilch-Skandal vier Mitarbeiter. Abgerufen am 30. Januar 2013.
  3. Babymilch-Skandal: Humana zahlt Entschädigung. Abgerufen am 30. Januar 2013.
  4. Verfahren um fehlerhafte Babynahrung eingestellt. Abgerufen am 30. Januar 2013.

52.108938.654716Koordinaten: 52° 6′ 32″ N, 8° 39′ 17″ O