Humanzentrifuge

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20-g-Humanzentrifuge im Ames Research Center

Die Humanzentrifuge ist eine große Zentrifuge. Dieses technische Gerät besteht aus einer Kabine, welche über den Arm mit einem drehbaren Lager verbunden ist. Das Lager wird in Rotation versetzt und es entsteht eine Drehbewegung. In der Kabine sitzt in der Regel ein Mensch.[1]

Prinzip[Bearbeiten]

Die durch die Drehbewegung entstehende Zentrifugalkraft bewirkt eine Erhöhung der Gewichtskraft.

Anwendung[Bearbeiten]

Die Humanzentrifuge wird genutzt, um mögliche Auswirkungen höherer Gewichtskräfte auf den Menschen zu untersuchen. Ferner dient sie dazu, Piloten und Astronauten einem Training zu unterziehen. Des Weiteren werden mit ihr auch Gegenstände und Bauteile getestet.

Beim Start einer Rakete kommt es zu Beschleunigungen von bis zu 4 g, Kampfjets und ihre Piloten erfahren bei bestimmten Flugmanövern Beschleunigungen von bis zu 10 g. Dieser Umstand muss sowohl technisch als auch körperlich bewältigt werden und deswegen werden Humanzentrifugen für die Flug- und Raumfahrtmedizin genutzt.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Je schneller sich die Humanzentrifuge dreht, umso höher ist die Gefahr der Bewusstlosigkeit eines in der Kabine liegenden Menschen. Das Blut in den Adern folgt der Zentrifugalkraft, die radial von der Rotationsachse aus nach außen gerichtet ist. Das Blut wird vom Gehirn zu den Füßen gedrückt, wodurch das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt werden kann. Diesem Umstand wirken so genannte Anti-g-Anzüge entgegen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DLR – Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin Köln-Porz: Humanzentrifuge