Humber Hawk

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Humber Hawk
Produktionszeitraum: 1945–1967
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Pullman-Limousine, Kombi
Vorgängermodell: Humber 14 hp
Nachfolgemodell: keines

Der Humber Hawk ist ein PKW der oberen Mittelklasse, der von der britischen Rootes-Gruppe unter der Marke Humber hergestellt wurde. Er wurde im Jahr 1945 und, nach mehrfachen Überarbeitungen, bis 1967 produziert. Der Name „Hawk“ bedeutet im Deutschen „Falke“.

Hawk Mark I/II[Bearbeiten]

Mark I / Mark II
Humber Hawk Mark I (1946)

Humber Hawk Mark I (1946)

Produktionszeitraum: 1945–1949[1]
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotor:
1,95 Liter (41 kW)
Länge: 4521[2] mm
Breite: 1753[2] mm
Höhe:
Radstand: 2896[2] mm
Leergewicht:

Der Hawk Mark I war eine klassische Limousine mit vier Türen, die aus dem Vorkriegsmodell 14 hp entwickelt worden war. Sie hatte einen -Vierzylinder-Reihenmotor mit 1944 cm³ Hubraum, stehenden Ventilen und einer Leistung von 56 bhp (41 kW). Über ein manuelles Vierganggetriebe mit Mittelschaltung wurde die hintere Starrachse angetrieben, die an Längsblattfedern hing. Die Vorderräder waren einzeln an einer Querblattfeder aufgehängt. Der schwere Wagen erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h.

Die Karosserie war auf einem separaten Rahmen montiert und hatte 6 Seitenfenster. Ein Rolldach gehörte zur Serienausstattung.

Im Herbst 1947 erschien der Hawk Mark II, der sich von Mark I im Wesentlichen nur durch eine Lenkradschaltung unterschied.

Heckansicht

Hawk Mark III–V[Bearbeiten]

Mark III / Mark IV / Mark V
Humber Hawk Mark V Limousine (1954)

Humber Hawk Mark V Limousine (1954)

Produktionszeitraum: 1948–1954[1]
Karosserieversionen: Limousine, Pullman-Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,95–2,3 Liter
(41–42,5 kW)
Länge: 4420[2] mm
Breite: 1778[2] mm
Höhe: 1645[3] mm
Radstand: 2678[2] mm
Leergewicht:

Hawk Mark III[Bearbeiten]

Im Oktober 1948 wurde der Hawk Mark III vorgestellt. Der komplett neue Wagen in Pontonform[1] hatte immer noch einen separaten Rahmen und den Motor des Vorgängers. Die Vorderräder waren nun einzeln an Spiralfedern aufgehängt. Auch die hintere Starrachse hatte man überarbeitet und ein Differenzialgetriebe mit Hypoidverzahnung eingesetzt.

Die Karosserie der Limousine war auf Wunsch in Zweifarbenlackierung oder Metalliclackierung erhältlich. Bis 1950 entstanden 10.040 Exemplare des Hawk Mark III.[1]

Hawk Mark IV[Bearbeiten]

Der neue Hawk Mark IV erschien 1950 und hatte einen Motor mit vergrößerter Zylinderbohrung und einem Hubraum von 2267 cm³. Die Leistung stieg nur unwesentlich um 2 bhp (1,5 kW). Der Motor hatte nun einen Aluminium-Zylinderkopf[4] und die Räder wurden auf 15“ vergrößert.

Die Karosserie der Limousine blieb unverändert. Bis 1952 wurden 6492 Exemplare gebaut.[1]

Hawk Mark V[Bearbeiten]

Mechanisch unverändert wurde 1952 der Hawk Mark V. Lediglich die Front wurde leicht überarbeitet, die Kofferraumhaube war etwas flacher und Stoßfänger waren um die Fahrzeugecken herumgeführt.[5] Zusätzlich zur Limousine wurde eine Pullman-Limousine angeboten. Bis 1954 fertigte man 14.300 Exemplare des Mark V.[1]

Heckansicht

Hawk Mark VI/VIa[Bearbeiten]

Mark VI / Mark VIa
Humber Hawk Mark VIa Limousine (1957)

Humber Hawk Mark VIa Limousine (1957)

Produktionszeitraum: 1954–1957[1]
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotor:
2,3 Liter (51 kW)
Länge: 4597[2] mm
Breite: 1829[2] mm
Höhe: 1651[6] mm
Radstand: 2680[2] mm
Leergewicht:

1954 erhielt der Hawk Mark VI einen völlig neuen Motor. Hubraum und Zylindermaße wurden vom Vorgänger übernommen, jedoch waren nun hängende Ventile eingebaut. Die Leistung stieg auf 70 bhp (51 kW). Das Heck der Limousine war leicht verändert, was neben dem geringfügig größeren Radstand die Karosserie verlängerte. Neben der Limousine wurde ab 1955 ein fünftüriger Kombi angeboten.[1] 18.836 Exemplare des Hawk Mark VI wurden gebaut.[1]

Im April 1956 erschien der Hawk Mark VIa, der sich von Mark VI im Wesentlichen nur eine bessere Innenausstattung unterschied. Außerdem gab es jetzt eine Deluxe-Version. Bis 1957 entstanden 9614 Exemplare des Hawk Mark VIa.[1]

Hawk Mark VI (1954)

Hawk Serie I–IVa[Bearbeiten]

Serien I, Ia, II, III, IV, IVa
Humber Hawk Serie I Limousine (1957)

Humber Hawk Serie I Limousine (1957)

Produktionszeitraum: 1954–1957[1]
Karosserieversionen: Limousine, Pullman-Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotor:
2,3 Liter (57 kW)
Länge: 4700[2] mm
Breite: 1800[2] mm
Höhe: 1560[7] mm
Radstand: 2800[2] mm
Leergewicht:

Serie I[Bearbeiten]

1957 erschien der Hawk Serie I mit geringfügig leistungsgesteigertem Motor (78 bhp, 57 kW) und neuer selbsttragender Karosserie mit Panoramawindschutzscheibe. Die Karosse, die zu den größten zu dieser Zeit im Vereinigten Königreich für einen PKW gefertigten zählte, war in den Designstudios der Rootes-Group entworfen worden und ähnelte auffällig der der Chevrolet-Modelle von 1955. Das Fahrzeug war als Limousine, Pullman-Limousine und Kombi erhältlich. Letzterer hatte eine geteilte Heckklappe, deren unterer Teil nach unten öffnete und so als Gepäckbrücke dienen konnte. Auf Wunsch war ein Automatikgetriebe lieferbar. In zwei Jahren wurden 15.539 Hawk Serie 1 gebaut.[1]

Serie Ia[Bearbeiten]

Der ab 1959 angebotene Hawk Serie Ia unterschied sich von Vorgänger nur geringfügig. Es gab ein anderes Übersetzungsverhältnis im Antrieb und kleinere Änderungen an den Chromleisten. Vom Hawk Serie Ia gab es 6813 Exemplare.[1]

Serie II[Bearbeiten]

Im Oktober 1960 kam der Hawk Serie II heraus. Im Unterschied zu seinen Vorgängern hatte er Scheibenbremsen vorne und einen Bremskraftverstärker. Das Automatikgetriebe war im Vereinigten Königreich nicht mehr lieferbar. 7230 Hawk Serie II wurden in zwei Jahren gebaut.[1]

Serie III[Bearbeiten]

Der Hawk Serie III vom September 1962 besaß einen größeren Benzintank und ein größeres Heckfenster. Auch bei den Exportmodellen fiel die Option des Automatikgetriebes weg. In zwei Jahren entstanden 6109 Stück.[1]

Serie IV[Bearbeiten]

Im Oktober 1964 wurden mit dem Hawk Serie IV deutlichere Änderungen eingeführt. Das Dach wurde flacher und Rückfenster wieder kleiner. Hinter den Seitenfenstern der hinteren Türen hatte diese Ausführung zusätzliche, feststehende Dreiecksfenster. Erstmals war auch der 1. Gang synchronisiert. Die Hinterachse wurde mit einem Torsionsstab ausgestattet.[8] Nur 1746 Exemplare des Hawk Serie IV wurden gebaut.[1]

Serie IVa[Bearbeiten]

Mit dem Hawk Serie IVa erschien 1965 die letzte Ausführung des Humber Hawk. Es gab auf Wunsch wieder ein Automatikgetriebe, das Modell 35 von BorgWarner. Von dieser Ausführung entstanden in zwei Jahren 3754 Stück.[1]

Im März 1967 gab die Rootes-Group bekannt, dass die Fertigung Humber Hawk zusammen mit der seiner Schwestermodelle Super Snipe und New Imperial eingestellt worden war.[9] Man gab an, dass der Chrysler Valiant aus australischer Produktion die Lücke füllen sollte.[9] Dieses Modell konnte sich allerdings im Vereinigten Königreich nicht durchsetzen, sodass die Kunden ab 1968 stattdessen zu den Volvo 142/144/145 und ihren Nachfolgern griffen.[10]

Galeriebilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • David Culshaw & Peter Horrobin: The Complete Catalogue of British Cars 1895 - 1975. Veloce Publishing, Dorchester 1997, ISBN 1-874105-93-6
  • Nick Walker: A-Z of British Coachbuilders, 1919-1960. Bay View Books, Bideford, Devon 1997. ISBN 1 870979 93 1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q G. Robson: A–Z of British Cars 1945–1980. Herridge, Devon 2006. ISBN 0-9541063-9-3
  2. a b c d e f g h i j k l David Culshaw & Peter Horrobin: The Complete Catalogue of British Cars 1895 - 1975. Veloce Publishing, Dorchester 1997, ISBN 1-874105-93-6
  3. The Humber Hawk in The Motor. 21. Februar 1950
  4. Our Experts Advice: Humber Hawk Cylinder Head in Practical Motorist. Ausgabe 7 (nbr 76). Dezember 1960. S. 417
  5. Second Hand Car Guide Supplement in Practical Motorist. Ausgabe 6 (nbr 68). April 1960. zwischen Seiten 768 und 769
  6. The Humber Hawk Estate Car in The Motor. 11. April 1956
  7. The Humber Hawk in The Motor. 12. Juni 1957
  8. M. Sedgwick & M. Gillies: A–Z of Cars of the 1930s. Bay View Books, Devon 1989. ISBN 1-870979-38-9
  9. a b News and Views: Nor more big Humbers in Autocar. Ausgabe 126 (nbr 3708). 9. März 1967. S. 66
  10. News and Views: Now available in this country is the Volvo 145 estate car… in Autocar. Ausgabe 128 (nbr 3765). 11. April 1968. S. 29

Weblinks[Bearbeiten]