Humberto de la Calle

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Humberto de la Calle Lombana (* 14. Juli 1946 in Manzanares, Departamento de Caldas) ist ein kolumbianischer Politiker und Diplomat.

Biografie[Bearbeiten]

1990 wurde er von Präsident César Gaviria als Innenminister in dessen Kabinett berufen und hatte dieses Amt bis 1993 inne. Bei den Präsidentschaftswahlen 1994 war er für die Partido Liberal Colombiano Vizepräsidentschaftskandidat von Ernesto Samper und übernahm nach deren Wahlerfolg das Amt des Vizepräsidenten. Sampers Wahlkampf wurde dabei angeblich mit mehr als 6 Millionen US-Dollar Wahlspenden des berüchtigten Cali-Kartells unterstützt. Anders als andere führende Unterstützer Sampers trat de la Calle jedoch nicht nach dem Bekanntwerden des sogenannten „Drogen-Skandals“ zurück. Allerdings legte er in der Mitte der Amtszeit Sampers im September 1996 Amt des Vizepräsidenten nieder und wurde daraufhin von Carlos Apolinar Lemos Simonds abgelöst. Als Grund für seinen Rücktritt sah er die Befürchtung, dass das „Land in Stücke fallen würde“.

1998 wurde er vom neugewählten Präsidenten Andrés Pastrana zunächst zum Botschafter im Vereinigten Königreich ernannt. Nach seiner Abberufung von diesem Posten berief ihn Pastrana als Nachfolger des zurückgetretenen Néstor Humberto Martínez zum Innenminister in seiner Regierung. In dieser Funktion war er ein enger Unterstützer des Präsidenten bei dessen Bemühungen zum Friedensschluss mit den linksgerichteten Guerillas. Im Februar 2001 trat er jedoch von diesem Amt zurück und war anschließend zwischen 2001 und 2002 Botschafter bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).

Bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien 2002 lehnte er eine Kandidatur für das Amt des Präsidenten für die Konservative Partei ab, so dass der ehemalige Minister für wirtschaftliche Entwicklung Augusto Ramírez Ocampo deren Präsidentschaftskandidat wurde.

Weblinks[Bearbeiten]