Hummelflug (Musik)
Der Hummelflug ist ein orchestrales Interludium aus dem dritten Akt der Oper Das Märchen vom Zaren Saltan von Nikolai Rimski-Korsakow aus dem Jahr 1899/1900. Es gehört zu den Stücken der populären romantischen klassischen Musik, die weltweit bekannt sind und in zahlreichen Arrangements, Instrumentierungen und Transkriptionen existieren. Das Stück wird von virtuosen Musikern und Orchestern gern als Zugabe bei Konzerten gewählt.
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[Bearbeiten] Hintergrund
Der russische Komponist Rimski-Korsakow verdankt seine Bekanntheit hauptsächlich seinen Orchesterwerken, insbesondere dem Hummelflug aus der genannten Oper. In dieser im Westen selten aufgeführten Oper nach einem Libretto von Wladimir Bjelski, dem ein Märchen von Alexander Puschkin zugrunde liegt, bringt der verwunschene und in eine Hummel verwandelte Prinz Gwidon zwei böse Schwestern mit gezielten Stichen zum Schweigen.
[Bearbeiten] Musikalischer Aufbau
Charakteristisch für den Hummelflug ist die virtuos komponierte Lautmalerei, die sich in Form von chromatisch angeordneten Sechzehntelnoten im 2/4-Takt fast durch das gesamte Stück zieht, sowie das durchgehend hohe Tempo Vivace (lebhaft). Die Metronomangabe ist mit
= 180 vorgegeben, die Viertelnote soll also in 180 Schlägen pro Minute gespielt werden. Geschrieben ist der Hummelflug in der Tonart a-Moll und erstreckt sich in der Originalfassung für die Oper über 113 Takte. Darüber hinaus hat Rimski-Korsakow eine Suite mit Instrumentalstücken aus seiner Oper veröffentlicht, in der der Hummelflug deutlich umfangreicher instrumentiert und durch einige Takte erweitert wurde. Hier dauert der Flug etwa drei Minuten und 20 Sekunden. Das chromatische Eingangsmotiv wird in dieser Suite zunächst von den Flöten und Violinen gespielt, später nehmen abwechselnd auch die Klarinetten, Hörner und andere Blasinstrumente das Thema auf bis zu einem tonstarken Tutti, danach schwächt sich zum Schluss die Dynamik deutlich ab. Rimski-Korsakow verwendet in seinen Opern, wie damals weit verbreitet, die kompositorische Technik der Leitmotivik. Zwei Leitmotive begleiten den zur Hummel verwandelten Prinzen Gwidon auf seinem Flug. Das erste, chromatisch verändert, erscheint sofort nach dem Eingangsakkord, das zweite tritt zuerst im Takt 45 auf.
[Bearbeiten] Einbindung in die Handlung
Diesen Text singt der Schwanenvogel eine Fee, die Gwidon, der den Wunsch äußert, unsichtbar einem abfahrenden Schiff zu folgen, verwandeln kann, unmittelbar vor dem Hummelflug:
| Russischer Originaltext | Übersetzung ins Deutsche[1] |
|---|---|
| (Гвидон спускается с берега в море. Из моря вылетает шмель, кружась около Лебедь-Птицы.) ЛЕБЕДЬ-ПТИЦА: |
(Gwidon steigt vom Ufer hinab in die See. Aus der See kommt eine Hummel geflogen und umkreist den Schwanenvogel.)
Schwanenvogel: |
[Bearbeiten] Bearbeitungen und Interpretationen
Der Hummelflug wurde von mehreren Komponisten bearbeitet, unter anderem stellte Paul Siguir 1929 eine Fassung für Klavier und Oboe her und Sergej Rachmaninoff transkribierte das Stück 1931 für Piano solo.[2] Auch der ungarische Pianist György Cziffra arrangierte eine hochvirtuose und schnelle Fassung des Stücks für Soloklavier.
Seit einiger Zeit versuchen Musiker, den Hummelflug immer schneller zu spielen, so beispielsweise der Geiger Ben Lee, der 2010 das Stück in 64,21 Sekunden spielte und damit im Guinness-Buch der Rekorde aufgeführt wird.[3] Zuvor hielt der Violinist David Garrett den Rekord mit 65,25 Sekunden.[4]
Der Pianist Lang Lang interpretierte das Stück 2010 als Zugabe eines Konzerts in San Francisco auf einem iPad.[5]
Der Hummelflug wurde auch von Rockmusikern und in der Musikrichtung Metal aufgegriffen. Es existieren Interpretationen von den Bands Europe, Anvil (unter dem Titel Flight of the Bumble Beast auf dem Album Strength of Steel), Manowar (unter dem Titel Sting of the Bumblebee auf Kings of Metal) und Dream Theater (als Teil eines Solos auf Once in a LIVEtime). Als Sample wurde er in Michael Jacksons Song Breaking News verwendet.
[Bearbeiten] Hörprobe
(Der Hummelflug ist hier in einer verkürzten Version für Streichorchester zu hören, gespielt von einem Orchester der US-Army)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ W. Bessel & Co (В. Бессель и Ко): Das Märchen vom Zar Saltan, Klavierauszug, St. Petersburg 1901, S. 159 ff. (russisch/deutsch)
- ↑ Internetseite ismlp
- ↑ Ben Lee from FUSE Break Official Violin World Speed Record in: prlog.org vom 7. August 2010, abgerufen am 24. April 2012
- ↑ Rekordversuch
- ↑ Internetsite CNET-News