Humpolec

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Humpolec. Für den gleichnamigen Ortsteil von Sušice siehe dort.
Humpolec
Wappen von Humpolec
Humpolec (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Kraj Vysočina
Bezirk: Pelhřimov
Fläche: 5150 ha
Geographische Lage: 49° 33′ N, 15° 21′ O49.54166666666715.357222222222527Koordinaten: 49° 32′ 30″ N, 15° 21′ 26″ O
Höhe: 527 m n.m.
Einwohner: 10.932 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 394 51 - 396 01
Kfz-Kennzeichen: J
Verkehr
Straße: D 1 Prag - Brünn
Bahnanschluss: Havlíčkův Brod - Humpolec
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 12
Verwaltung
Bürgermeister: Jiří Kučera (Stand: 2009)
Adresse: Horní náměstí 300
396 22 Humpolec
Gemeindenummer: 547999
Website: www.mesto-humpolec.cz

Humpolec (deutsch Humpoletz, 1939–1945 auch Gumpolds) ist eine Stadt in Tschechien am Nordwestrand der Böhmisch-Mährischen Höhe (tschechisch Českomoravská Vrchovina) und liegt südöstlich von Prag etwa auf halbem Weg nach Brünn. Humpolec hat etwa 11.000 Einwohner. Die Stadt ist Mitglied der Mikroregion Zálesí.

Geschichte[Bearbeiten]

Humpolec entstand als Wachplatz mitten im grenznahen Gebiet auf dem Handelsweg von Prag nach Mähren. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1178. In diesem Jahr schenkte König Ottokar I. den Ort Soběslav II. Die Stadt wurde vom Deutschen Ritterorden übernommen und gehörte bis 1325 dem Kloster Želiv, danach dem Orden der Kreuzherren mit dem Roten Stern. Weitere Eigentümer waren die Adeligen von Lipá und später von Dubá, von Leskovce und von Říčan.

Zur Zeit der Hussitenkriege war das Gebiet Anhänger der Kalixtiner. Auf dem nahen Berg Melechov fanden die Versammlungen statt. Die arme Gegend wurde durch die Kriegszüge gegen die Aufständischen durch Kaiser Sigismund von Luxemburg schwer bestraft. Nach der Schlacht am Weißen Berge wurde die Stadt konfisziert und kam an die Herren von Solm. Nachfolgende Besitzer waren Kirchner, Gastheim, Metternich, Regal, Delbína, Neffzern. Unter der Herrschaft der Letzteren erlebte die Stadt einen Aufschwung, vor allem durch das Verdienst des Jakob von Neffzern, der hier den Kartoffelanbau einführte. Unter dem letzten Eigentümer Graf Wolkenstein-Trostburg wurde Humpolec 1807 für ewige Zeiten zur freien Stadt ausgerufen.

Während des Revolutionsjahres 1848 wurde eine Nationalgarde gegründet; zum Abgeordneten im Reichsrat wurde Karel Havlíček Borovský gewählt. 1910 wurde die Bezirksverwaltung eingerichtet, die bis 1960 bestand. Im 13. bis 15. Jahrhundert wurde im Ort Silber gefördert, und seit dem 15. Jahrhundert besteht im Ort auch eine Tuchweberei, die noch heute tätig ist. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt auch "Böhmisch Manchester" genannt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Humpolec besteht aus den Ortsteilen Brunka, Hněvkovice (Hniewkowitz), Humpolec (Humpoletz), Kletečná (Kletetschna), Krasoňov (Krasionow), Lhotka, Petrovice (Petrowitz), Plačkov (Platschkow), Rozkoš (Roskosch), Světlice (Swietlitz, älter Lichtenfeldt[2]), Světlický Dvůr (Swietlitzer Hof) und Vilémov (Wilhelmau).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche des Hl. Nikolaus von 1233
  • Burgruine Orlík auf dem Rozkoš

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Humpolec liegt im Südwesten von Deutschbrod (Německý Brod) um 1900 (Spezialkarte 1:75.000 der Landesaufnahme)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Humpolec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. A. Profous IV,1957, S. 249