Hundezone

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Große Hundezone in Wien (2600 m²)

Eine Hundezone oder eine Hundeauslaufzone ist ein Bereich, in dem sich Hunde im öffentlichen Raum ohne Maulkorb und Leine aufhalten dürfen. Hundezonen sind eingezäunte Bereiche, in denen Hunde mit ihren Artgenossen ohne Aufsicht spielen können. Hundeauslaufzonen sind nicht eingezäunte Bereiche, in denen Hunde frei herumlaufen können.

Speziell in dicht bebauten Gebieten sind Hundezonen die einzigen Orte, in denen Hunde genügend Auslauf bekommen.

Österreich[Bearbeiten]

Kleinere Wiener Hundezone

In Österreich gelten grundlegende Regeln in Hundezonen, so sind nur auffällige Hunde an der Leine zu führen und Hundekot zu entfernen.[1] In öffentlich zugänglichen Parks und auf gekennzeichneten Lagerwiesen müssen Hunde immer an die Leine. Maulkorbpflicht herrscht beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants oder bei Veranstaltungen. Aber die Gesetzeslage ist in den österreichischen Bundesländern unterschiedlich geregelt.[2] Viele Hundeplätze werden dabei gegebenenfalls mit städtischer Beteiligung auf privater Initiative eingerichtet.[3]

Wien[Bearbeiten]

In Wien gibt es in jedem Bezirk eine oder mehrere Hundezonen, manche davon sind mit speziellen Trinkbrunnen (Hundetränke) ausgestattet. Weiters stehen in einigen Hundezonen auch Sitzplätze für die Hundebesitzer zur Verfügung. Auch die Notdurft können Hunde darin verrichten, nur muss die Ausscheidung derzeit noch vom Hundebesitzer beseitigt werden. Es sind professionelle Hundeklos in Ausarbeitung, die mit umgebauten Beregnungsdüsen in nächtlicher Aktion das Ausgeschiedene entsorgen.[4]

Schilder um Wiener Hundezonen zu kennzeichnen

2008 gab es in Wien 126 ausgewiesene Hunde(auslauf)zonen mit insgesamt 897.445 m² Fläche, denen über 52.000 angemeldete Hunde gegenüberstanden. Hunde im 2. Bezirk haben die größte Auslauffläche, wohingegen im 4. Bezirk jedem gemeldeten Hund nur 0,5 m² zur Verfügung steht.[5] Jeder der 23 Bezirke verfügt über zumindest eine Hundezone. Die kleinste Hundezone ist nur 50 m² groß, die größte hingegen 290.000 m².

Größere Hundezonen in Wien[6]
Bezirk Adresse Größe [m²] Einzäunung Hundetränke
2. Prater (Kaiserallee/Rustenschacherallee) 0290.000 nein ja
3. Schweizer Garten (Arsenalstraße/Ghegastraße ) 0005.100 ja ja
5. Margaretengürtel/ Eichenstraße 0002.600 ja nein
10. Erholungsgebiet Wienerberg-Ost 0011.000 ja nein
10. Heuberggstättenpark 0150.000 nein nein
10. Löwygrube (Bitterlichstraße) 0160.000 nein ja
11. Am Kanal (Geiselbergstraße bis Zehetbauergasse) 0003.000 nein nein
11. Am Kanal/ Weißenböckstraße 0003.000 nein ja
12. Zanaschkagasse 0011.400 nein nein
13. Napoleonwald 0009.800 nein nein
13. Roter Berg 0012.350 nein nein
14. Hadikpark 0020.700 teilweise ja
14. Steinhoferpark 0013.000 nein nein
15. Auer-Welsbach-Park (Eingang linke Wienzeile Ecke Schloßallee) 0007.263 nein nein
16. Kongreßpark (Liebknechtgasse) 0003.700 ja ja
18. Währinger Park 0004.700 ja nein
19. Hugo-Wolf-Park 0007.000 nein nein
20. Forsthauspark 0003.000 nein nein
21. Angelibad 0012.500 ja ja
22. Hirschstettner Badeteich (südlicher Teil) 0022.000 nein nein
23. Draschepark (entlang ÖBB) 0023.000 nein nein

Graz[Bearbeiten]

In der Landeshauptstadt Graz werden bevorzugt Hundewiesen ausgewiesen, die aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eingezäunt sein müssen, damit Hunde ohne Maulkorb oder Leine frei laufen dürfen. Wenn das Einzäunen aus unterschiedlichen technischen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist werden Hundezonen eingerichtet, „vordringlich ist es das Ziel der Stadt mehr Hundewiesen im Stadtgebiet zu errichten“.[7]

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland gibt es von Kommunen - vorwiegend in Großstädten mit wenig für Hunde geeigneten Freiflächen - geschaffene Hundeauslaufgebiete oder Hundeauslaufplätze. Die Bezeichnung ist abhängig von der Stadtsatzung. In Parks besteht oft Leinenzwang und Hundehalter sind nur sehr eingeschränkt in der Lage, dem Bedürfnis der Hunde sich ausreichend zu bewegen zu entsprechen. Neben den öffentlichen Auslaufgebieten gibt es privat unterhaltene, deren Nutzung teils kostenpflichtig ist.

Berlin[Bearbeiten]

Im Bezirk Reinickendorf gibt es (kostenlose) Hundegärten mit Umzäunung, Spielgerät und Hundetoilette

In Berlin wurden für den Auslauf der über 100.000 gemeldeten Hunde zwölf Hundeauslaufgebiete eingerichtet - die ältesten Flächen bestehen seit mehr als 70 Jahren. Zu den im Jahre 2010 gemeldeten 108.842 Tieren kommen nach Erhebungen zur Hundesteuer noch etwa gleich viele ungemeldete Hunde hinzu.[8] Auf insgesamt etwa 1250 Hektar Fläche können Hunde frei umherlaufen.[9] Obwohl auch die Berliner Wälder für Spaziergänge mit Hunden erlaubt sind, ist das unangeleinte Begehen und Austoben für Hunde offiziell nur in den dafür geschaffenen Flächen erlaubt. Auf Grund des innerstädtischen Nutzungsdrucks sind auch einige öffentliche Parks für Hunde verboten.[10] In öffentlichen Grünanlagen ist es nach Grünanlagengesetz verboten, Hunde frei laufen zu lassen und auf Kinder-, Ballspielplätze und Liegewiesen mitzunehmen sowie in Gewässern baden zu lassen. Nutzer haben den Kot ihrer Hunde unverzüglich zu beseitigen, ansonsten droht eine Geldbuße von bis zu 150,- Euro. Ein Verwarnungsgeld für unangeleinte Hunde außerhalb der Hundeauslaufgebiete beträgt 25,- Euro. Kritisiert wird an den Berliner Gebieten ihre Lage abseits der Wohngebiete, sie sind zumeist nur mit dem eigenen PKW erreichbar. Aus diesem Grunde werden vom Tierschutzverein privat eingerichtete Hundeauslaufplätze mit Planschbecken und Spielgeräten, Sitzgelegenheiten für die Hundehalter einschließlich eines Unterstandes und Hundekottüten gegen Eintrittsgebühr angeboten. Neben den privaten Trägern liegt die Auszeichnung als Hundeauslaufgebiet in der Verantwortung der Bezirksämter. So wurden Gebiete in Pankow verkleinert, in Reinickendorf gibt es umzäunte als Hundegarten benannte Areale mit Sitzgelegenheiten, Spielmöglichkeiten und Kotbeutelsammlern, die kostenlos bereit stehen. In Parks und öffentlichen Grünanlagen[11] besteht nahezu überall Leinenzwang, während sich die Auslaufgebiete in den Berliner Forsten[12] vorrangig im Südwesten (deshalb mit langen Anfahrwegen verbunden) befinden. „Die 12 Hundeauslaufgebiete im Wald - die ältesten bestehen seit mehr als 70 Jahren - werden intensiv genutzt. Auf insgesamt etwa 1250 Hektar Fläche können Hunde frei umherlaufen - ein Angebot, das in ähnlicher Weise in keiner deutschen oder europäischen Stadt existiert.“[13]

Dresden[Bearbeiten]

In Dresden sollte für die gesamte Dresdner Heide ein Leinenzwang eingeführt werden. Als Ausgleich waren Freilaufzonen für Hunde vorgesehen, in denen Hundebesitzer ihren Hunden einen Auslauf gewähren konnten. Aus organisatorischen und fiskalischen Gründen konnten Freilaufgebiete auf Ebene der sächsischen Hauptstadt nicht eingerichtet werden, sodass auch der beabsichtigte Leinenzwang entfiel.[14]

Hamburg[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Regeln in der Hundezone
  2. Leinen- und Maulkorbpflicht
  3. Aktivitäten des Platzfuerhundevereins
  4. Lexikon Wiener Zeitung: Hundezonen - ein schwieriges Terrain für Stadtplaner (Version vom 8. November 2005 im Internet Archive)
  5. Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien 2009, Menschen in Wien [1], Kapitel 11: Freizeit und Sport, Seite 215f
  6. Wiener Stadtgärten (Magistratsabteilung 42) [2]
  7. Hundewiesen, Hundezonen und „Gackerl- Sackerl“ mit Liste (PDF; 4,3 MB)
  8. aho (Redaktion Pferde und Kleintiere): Statitistik: Nur 43,2 % der Hunde Berlins zur Steuer angemeldet." (13. August 2010)
  9. Berliner Auslaufgebiete
  10. Stadtentwicklung Berliner Forsten: Hundeauslauf
  11. Hundefreilauf in Grünanlagen (Nutzungsmöglichkeiten)
  12. Karte der Forsten mit Hundeauslauf in Berlin (PDF; 131 kB)
  13. Aussage der Senatsverwaltung Stadtentwicklung zum Hundeauslauf/
  14. mdr.de: Kein Leinenzwang in Dresdner Heide 12. August 2013