Hunter Biden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Robert Hunter Biden (* 4. Februar 1970 in Wilmington, Delaware) ist ein US-amerikanischer Rechtsanwalt, Wirtschaftslobbyist und der zweite Sohn des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten Joe Biden.

Biden ist verheiratet und hat drei Töchter.[1] Er hat einen Doktorgrad der Rechtswissenschaften der Yale Law School.[2] Zunächst war Biden als Unternehmer und später als Manager in der Finanzbranche tätig. Unter anderem hatte er mit einem Verwandten und dem Offshore-Banking-Experten Allen Stanford gemeinsam einen Hedgefonds gegründet.[3] Durch Bill Clinton wurde Biden Direktoriumsmitglied für E-Commerce-Politik-Angelegenheiten im United States Department of Commerce.[2] Im Jahr 2006 wurde Biden auf Vorschlag George W. Bushs und bestätigt durch den US-Senat in das Board of Directors des Bahnunternehmens Amtrak aufgenommen,[4] schied jedoch bereits 2009 wieder aus.[5] Darüber hinaus ist Biden als Rechtsanwalt bei der New Yorker Großkanzlei Boies, Schiller & Flexner beschäftigt.[6]

Als Mitbegründer und Manager der Investmentfirma Rosemont Seneca Partners sitzt Biden in den Aufsichtsräten mehrerer Organisationen wie dem Truman National Security Project, das sich um Führungskräfte im Bereich der nationalen Sicherheit bemüht. Zudem ist er Assistenzprofessor an der School of Foreign Service an der Georgetown University, Vorsitzender des US-amerikanischen Ablegers des Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen[5] und Mitglied verschiedener Denkfabriken und Nichtregierungsorganisationen.[7]

Am 12. Mai 2014 gab der größte private Gasproduzent in der Ukraine Burisma Holdings in einer Pressemitteilung bekannt, den Verwaltungsrat mit Biden zu erweitern.[2] Besondere Brisanz erhielt diese Ernennung durch die gleichzeitig grassierende Krise in der Ukraine, in der die russische Staatsführung der US-Regierung und damit auch Bidens Vater vorwarf, Drahtzieher der politischen Verwerfungen in der Ukraine zu sein.[6] Eine republikanernahe Publikation sprach den Verdacht aus, die ukrainische Firma könne mit der Berufung von Biden jr. versuchen, sich eine bevorzugte Behandlung durch die US-Regierung zu verschaffen.[8] In einem Blogbeitrag versammelte Adam Taylor etliche Stimmen, wonach die Personalie die diplomatischen Bemühungen der US-Regierung zur Lösung des Konflikts in der Ukraine gefährdeten.[9] Sevim Dağdelen von der Linken sah in dem Vorgang nicht nur einen Interessenkonflikt, sondern wertete den Ukraine-Konflikt nunmehr als „eine handfeste Auseinandersetzung [der USA] um Ressourcen und Kapital“.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lynda Waddington: All in the Family: Hunter Biden. In: The Iowa Independent vom 23. November 2007 (englisch, abgerufen am 16. Mai 2014).
  2. a b c Hunter Biden joins the team of Burisma Holdings. Mitteilung auf Homepage der Burisma Holdings vom 12. Mai 2014 (englisch, abgerufen am 15. Mai 2014).
  3. Michelle Malkin: The Biden family business. In: New York Post vom 28. Juli 2012 (englisch, abgerufen am 16. Mai 2014).
  4. Ansgar Graw, Julia Szyndzielorz: Hunter Biden steigt ins ukrainische Gasgeschäft ein. In: Die Welt vom 16. Mai 2014 (abgerufen am 16. Mai 2014).
  5. a b Hunter Biden. Profil auf der Homepage des World Food Program USA (englisch, abgerufen am 16. Mai 2014).
  6. a b Benjamin Bidder, Michael Kröger: Sohn des US-Vizepräsidenten arbeitet für ukrainischen Gaskonzern. In: Spiegel Online vom 14. Mai 2014 (abgerufen am 15. Mai 2014).
  7. R. Hunter Biden. Profil auf der Homepage von Rosemont Seneca Partners (englisch, abgerufen am 16. Mai 2014).
  8. Mollie Hemingway auf dem konservativen Webzine TheFederalist.com in der Übersetzung von Martin Suter: Sohn von US-Vize berät ukrainischen Gaskonzern. In: 20 Minuten vom 14. Mai 2014 (abgerufen am 15. Mai 2014).
  9. Adam Taylor: Hunter Biden’s new job at a Ukrainian gas company is a problem for U.S. soft power. in seinem von der Washington Post gehosteten Blog vom 14. Mai 2014 (englisch, abgerufen am 15. Mai 2014).
  10. Vizepräsidenten-Sohn Biden - US-Personalie droht Ukraine-Krise zu verschärfen. In: Handelsblatt vom 14. Mai 2014 (abgerufen am 16. Mai 2014).