Hurra Deutschland

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Seriendaten
Originaltitel Hurra Deutschland!
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1989–1991
Genre Polit-Satire
Erstausstrahlung 19. Juni 1989 auf Das Erste
Figur von Alfred Biolek mit dem Hurra-Deutschland-Logo

Hurra Deutschland ist der Name einer deutschen Politsatire-Sendereihe, die von 19. Juni 1989 bis 1991 regelmäßig im Ersten zu sehen war. Markenzeichen der Sendung waren die von der Kölner Firma Gum-Studios GmbH hergestellten Gummipuppen, die als Karikaturen von Politikern und Stars in kurzen Sketchen aktuelle Ereignisse kommentierten. Die Stimmen steuerten Stephan Wald und Thomas Freitag sowie später Hans-Jürgen Schupp bei. Zu den Autoren der Reihe gehörten Stefan Lichter und Diether Dehm.

Vorbild war die britische Sendung Spitting Image, wo viele Prominente mit derbem britischem Humor parodiert wurden. Weltweite Verbreitung und Bekanntheit erfuhren die dortigen Figuren durch den Videoclip zu Land of Confusion aus dem Album Invisible Touch der Popgruppe Genesis.

Ab dem Jahr 2003 gab es eine Neuauflage unter dem Titel Hurra Deutschland – Jetzt erst recht!, die jedoch im Vergleich zur Originalserie weniger bissig war und weniger politische Größen als vielmehr Persönlichkeiten aus dem Medienbereich als Puppen auftreten ließ.

Das französische Pendant heißt Les Guignols de l’info und läuft seit 1988.

Kritik[Bearbeiten]

„Dem Herrn Storch und seinen Puppenheimern (...) sind derlei Majestätsbeleidigungen deutscher Zaunkönige strikt untersagt, die Gürtellinie wird niemals unterschritten, niemand bekommt eins auf den Duodez. Mit „Hurra Deutschland“ hat die öffentlich-rechtliche Satire ihre endgültige Form für die neunziger Jahre gefunden: Bissig wie ein Gummibärchen, witzig wie eine Autopsie und spritzig wie ein Ölteppich auf dem Toten Meer.“

Peter Stolle in Der Spiegel, 1989[1])

Literatur[Bearbeiten]

  • Sven Behrmann: Kapitel 4.5.3 Hurra Deutschland (ARD). In ders.: Politische Satire im deutschen und französischen Rundfunk. Saarbrücker Beiträge zur vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft (Band 20). Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2346-3, S. 188–194.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Stolle: Grämlich zu Bett. Klappmaul-Drama in der ARD: Mit „Hurra Deutschland“ ist wieder mal eine TV-Satire verheerend gescheitert.. In: Der Spiegel Nr. 26/1989, S. 188-189 (Online-Fassung)