Hurrikan Allen

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Hurrikan Allen
Kategorie-5-Hurrikan (SSHS)
Hurrikan Allen in der Yucatánstraße bei seinem Höhepunkt am 7. August 1980

Hurrikan Allen in der Yucatánstraße bei seinem Höhepunkt am 7. August 1980
Entstehen 31. Juli 1980
Auflösung 11. August 1980
Spitzenwind-
geschwindigkeit
190 mph (305 km/h) (1 Minute anhaltend)
Niedrigster Luftdruck 899 mbar (hPa; 26.56 inHg)
Opfer 290 total
Schäden 1,5 Milliarden US-$ (1980)
Betroffene
Gebiete
Inseln über dem Winde, Puerto Rico, Haiti, Jamaika, Yucatán, nördliches Mexiko, südliches Texas
Saisonübersicht:
Atlantische Hurrikansaison 1980
Zugbahn

Der Hurrikan Allen war der stärkste Hurrikan der atlantischen Hurrikan-Saison 1980 und einer der stärksten Hurrikane überhaupt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (mit Windspitzen von bis zu 305 km/h). Außerdem war er einer von nur wenigen atlantischen Wirbelstürmen, die an drei verschiedenen Stellen die Stufe 5 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala erreichten, die anderen waren Hurrikan Ivan und Hurrikan Isabel. Bei Allen trat auch der fünftniedrigste bisher gemessene Luftdruck von 899 hPa auf, kurz hinter Rita von 2005 mit 895 hPa, dem Labor-Day-Hurrikan von 1935 (892 hPa), Hurrikan Gilbert (888 hPa) von 1988 und Hurrikan Wilma von 2005 mit 882 hPa. Besonders interessant ist, dass Allen während seines Zugs durch die karibische See und den Golf von Mexiko niemals mit dem Zentrum seiner Zirkulation direkt über Land hinweg zog.

Die Sturmfront, die sich später zum Hurrikan formieren sollte, hatte ihren Ursprung über den Kapverdischen Inseln, einer Seltenheit für tropische Systeme Anfang August. Während des Zugs durch die Karibik wurde das System zum ersten benannten Sturm der Saison und intensivierte sich auf Weg nach Westen rasch zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie 5.

Nach kurzer Abschwächung verstärkte sich Allen erneut auf Stufe 5. Dieser mächtige Wirbelsturm streifte Haiti mit Stufe 4 und verursachte auch auf Jamaika große Schäden.

Durch den Einfluss der gebirgigen Landschaft auf Jamaika und Haiti verlor Allen etwas an Kraft und schwächte sich auf Stufe 3 ab. Durch seine enorme Ausdehnung sorgte Allen auch auf der Inselkette der Florida Keys noch für orkanartige Winde. Über dem warmen Wasser des Golfs von Mexiko verstärkte sich Allen zum dritten Mal auf die höchste Stufe 5. Trockene Höhenluft verursachte in der Folge eine deutliche Abschwächung des mächtigen Sturms, bevor er nördlich von Brownville, Texas auf das amerikanische Festland traf. Dabei traten erstaunlicherweise nur noch Windgeschwindigkeiten von 185 km/h auf. Allen richtete in den USA nur begrenzten Schaden an, da er sich abgeschwächt hatte und die mitgeführte Sturmflut größtenteils spärlich besiedelte Küstengebiete traf. Die Sturmflut hatte in Port Mansfield (Texas) eine Höhe von 3,7 m, wobei in unbewohnten Gebieten durchaus höhere Werte aufgetreten sein könnten. Eine Spitzenböe von 209 km/h wurde ebenfalls in Port Mansfield registriert. Dem Hurrikan fielen in Texas sieben und in Louisiana 17 Menschen zum Opfer (die meisten Opfer beim Absturz eines Hubschraubers, der Arbeiter von einer Offshore-Ölplattform evakuieren sollte).

Durch Allen wurden in Texas mehrere Tornados ausgelöst. Einer von diesen verursachte ca. 100 Mio. $ Schaden, als er Austin direkt traf. Dadurch ist dies bisher der teuerste Tornado, der durch einen Hurrikan ausgelöst wurde.

Eine gute Seite hatte Allens Ankunft dennoch: Durch die mitgeführten Niederschläge von 200 - 250 mm wurde eine lang andauernde Dürre, verursacht durch die Hitzewelle von 1980, beendet.

Der Name Allen wurde im Frühjahr 1981 von der Liste der Namen tropischer Wirbelstürme gestrichen und durch Andrew ersetzt.

Die intensivsten atlantischen Hurrikane
(Intensität wird nur nach Zentralluftdruck beurteilt)
Rang Hurrikan Saison Min. Luftdruck
hPa (mbar)
1 Wilma 2005 882
2 Gilbert 1988 888
3 Labor Day 1935 892
4 Rita 2005 895
5 Allen 1980 899
6 Katrina 2005 902
7 Camille 1969 905
Mitch 1998 905
Dean 2007 905
10 Kuba 1924 910
Ivan 2004 910
Quelle: U.S. Department of Commerce


Siehe auch[Bearbeiten]