Huttwil

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Huttwil
Wappen von Huttwil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Oberaargauw
BFS-Nr.: 0954i1f3f4
Postleitzahl: 4950
UN/LOCODE: CH HWL
Koordinaten: 631219 / 21849047.1166647.850001638Koordinaten: 47° 7′ 0″ N, 7° 51′ 0″ O; CH1903: 631219 / 218490
Höhe: 638 m ü. M.
Fläche: 17.3 km²
Einwohner: 4663 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 270 Einw. pro km²
Website: www.huttwil.ch
Hauptstrasse von Huttwil mit Kirche

Hauptstrasse von Huttwil mit Kirche

Karte
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Huttwil (Berndeutsch: Huttu) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern in der Schweiz. Das „Blumenstädtchen“ liegt im Süden des Oberaargaus.

Geografie[Bearbeiten]

Huttwil liegt im Schweizer Mittelland am Oberlauf der Langete, etwa 16 km südlich der Stadt Langenthal und ungefähr in der Mitte zwischen Luzern und Bern. Das Städtchen besteht aus den Quartieren Oberdorf, Neuhaus, Rütistalde, Moos und Uech, zudem gehören zur Gemeinde die Weiler Chaltenegg (ganz im Westen auf 762 m ü.M.), Schwarzenbach bei Huttwil (mit dem nationalen Sportzentrum), Ettishäusern (Ettishüsere) (auf 702 m ü.M. nördlich des Städtchens), Tschäppel, Nyffenegg, Nyffel und Hübeli sowie zahlreiche Hofgrupen und Einzelhöfe. Die Gemeindefläche umfasst 17,24 km², wovon 21,9 % bestockte Fläche sind, 64,4 % landwirtschaftlich und 13,6 % für Siedlungszwecke genutzt werden.[2]

Huttwil hat eine gemeinsame Grenze mit insgesamt acht Gemeinden. Dies sind:

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Hansjörg Muralt (SVP) (Stand 2009). Seit 2009 ist das Amt des Gemeinderatspräsidiums (Exekutive) und jenes des Gemeindepräsidiums (Legislative) vereint worden. Dafür wurde das Vizepräsidium aufgewertet. Der Gemeinderat hat folgende parteipolitische Zusammensetzung: 2 SVP, 2 SP, 2 FDP, 1 BDP.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Huttwil verfügt traditionell über eine sehr ausgeprägte Gewerbestruktur. Über Jahrzehnte waren namhafte Möbelfabrikanten im Ort ansässig. Diese Unternehmungen sind Ende der 90er-Jahre allesamt Konkurs gegangen. Damals verlor die Region Huttwil mehrere hundert Arbeitsplätze innert weniger Wochen. Heute findet man im Städtchen Betriebe folgender Branchen: Textil, Bau, Lebensmittel, Grafik, diverse Handwerker, Transporte, Maschinen und seit einigen Jahren wieder Möbel. In Huttwil gabs früher relativ viele Gastronomie-Betriebe, 2014 sind es noch ca 15.

Folgende überregional bekannte Unternehmungen haben ihren Sitz in Huttwil:

  • Biketec AG (führender Hersteller von Elektrofahrrädern)
  • JOWA AG (ehemals Walter Leuenberger AG); Teigwaren- und Senffabrik, heute ein Betrieb der Migros
  • Novex AG (Hersteller von Schulmöbeln)
  • Nyffenegger Storenfabrik AG (Hersteller von Storensystemen)
  • Wollspinnerei Huttwil AG (Hersteller von Flachgarnen für die Teppich-Industrie)
  • Spycher-Handwerk AG (führender Wollverarbeitungsbetrieb der Schweiz)
  • Afag Automation AG (Hersteller von Montagekomponenten und Zuführlösungen)
  • Lanz Transport AG (nationale/internationale Transporte)

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1764 1850 1880 1900 1930 1950 1980 1990 2000 2010
Einwohnerzahl 1678 3398 3122 3916 4164 4661 4612 4809 4825 4712

Verkehr[Bearbeiten]

Huttwil ist in rund 16 km ab Langenthal, rund 16 km von Sumiswald und rund 25 km von Sursee über die Kantonsstrassen erreichbar. Huttwil liegt fernab von Autobahnen, was die Standortattraktivität des Ortes beeinträchtigt. Die nächsten Autobahnauffahrten sind mit Sursee (25 km), Dagmersellen (20 km), Niederbipp (25 km) und Kirchberg (25 km) relativ weit entfernt. Die grossen Deutschschweizer Städte Bern, Luzern, Zürich und Basel liegen alle ungefähr gleich weit entfernt; die Fahrzeit nach Luzern und Bern beträgt rund 45 Minuten, nach Basel und Zürich rund 60 Minuten.

In Huttwil hat die Eisenbahn eine lange Tradition. Über Jahrzehnte hatten die Vereinigten Huttwil-Bahnen (VHB) in Huttwil ihren Hauptsitz. Diese Bahnlinien werden mittlerweile von der BLS AG betrieben. Huttwil ist eine Station an der Bahnlinie Langenthal-Willisau-Wolhusen-Luzern. Bis 2006 war Huttwil ein Endbahnhof der Berner S-Bahn, seither wird diese Linie von Bern nur noch bis zur Station Sumiswald betreiben und das letzte Teilstück nach Huttwil (rund 12 km) mit Bussen befahren. Somit wurde Huttwil von der Berner S-Bahn-Linie und von den direkten Verbindungen in die Hauptstadt abgeschnitten. Stattdessen wird die Verbindung von Langenthal über Huttwil und Wolhusen direkt mit der Kantonshauptstadt Luzern verbunden. Seit der Einführung der S-Bahn Luzern (12. Dezember 2004) verkehrt die S6 stündlich direkt nach Luzern.

Schulen und Bildung[Bearbeiten]

Huttwil stellt seit jeher das Zentrum des oberen Langetentals dar. Dies schlägt sich auch auf die Huttwiler Bildungslandschaft nieder: Der Ort verfügt über drei Primar- und Realschulen sowie eine Sekundarschule (Hofmatt) für die Gemeinden Huttwil, Eriswil, Wyssachen, Gondiswil, Dürrenroth sowie Teile von Rohrbachgraben. Weiter werden Klassen des 10. Schuljahres im Berufsschulhaus geführt. In Schwarzenbach bei Huttwil gibt es ausserdem die Heilpädagogische Sonderschule.

Die Musikschule Huttwil setzt sich seit Jahrzehnten für die musikalische und instrumentale Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein.

Sport und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Ort verfügt über zahlreiche Freizeiteinrichtungen. Zu den wichtigsten gehören das Schwimmbad Huttwil, die drei Turnhallen und Sportanlagen sowie das Nationale Sport- und Kulturzentrum (NSZ) im Ortsteil Schwarzenbach. Das NSZ umfasst ein Eisstadion mit rund 4500 Sitz- und Stehplätzen, eine Ausseneisbahn, eine Leichtathletik-Anlage mit Flutlichtbeleuchtung, Rundbahn und Rasen, Fussballplätze, ein Restaurant, ein Sportfachgeschäft, diverse Seminar- und Kursräume, eine 3-fach-Turnhalle (polyvalent benützbar) sowie zwei Unterkunftsgebäude. Das NSZ gehört zu den wichtigsten Wirtschaftspfeilern Huttwils sowie der ganzen Region.

Im Jahre 2006 wurden erstmals die finanziellen Probleme des NSZ publik. Obwohl die Anlagen seit Jahren praktisch zu 100 % ausgelastet sind, konnte das Sportcenter keine schwarzen Zahlen erwirtschaften. Jürg Schürch, der Geschäftsführer und Gründer des Zentrums, musste anfangs 2007 Nachlassstundung beantragen. Im Januar 2008 wurde nach langem Spekulieren und Verhandeln endlich die Lösung bekannt: Der Langenthaler Unternehmer Markus Bösiger kauft das NSZ und wird dieses über eine eigens dafür gegründete Aktiengesellschaft betreiben. Die Aktien sind zu 100 % im Besitz Bösigers. Vom ehemaligen Geschäftsführer Jürg Schürch trennte sich Bösiger im Jahr 2010.

Das NSZ war die Spielstätte der Huttwil Falcons welche in der 1. Eishockey-Liga der Schweiz spielten und in der Saison 2010/2011 den Amateur-Meistertitel gewannen. Der Schweizerische Eishockeyverband erteilte jedoch keine Spielberechtigung in der NLB. Dies veranlasste den Eigentümer des Sportcenters, Markus Bösiger, die Eisaufbereitung auf die Saison 2011/2012 hin einzustellen. Dies warf hohe Wellen weit über die Region hinaus.

Der Verein Kadetten Huttwil bietet Kindern und Jugendlichen aus Huttwil und Region eine umfangreiche Auswahl an Sport- und Musikfächern an, die wahlweise besucht werden können. Zur Zeit nehmen an diesen Schulsport- und Musikangeboten über 200 Personen teil. Die Leitung der Sportfächer sowie der Kadettenmusik erfolgt durch ehrenamtlich tätige, fachkundige Leitern.

Unwetter 2007[Bearbeiten]

Am Freitag, 8. Juni 2007 wurde das Städtchen Huttwil sowie die angrenzenden Gemeinden Eriswil und Wyssachen von schweren Unwettern heimgesucht. Bei heftigen Gewittern und starken Regenfällen traten die Bäche der Region, insbesondere die Langete, über die Ufer und richteten massive Schäden an. Die gesamte Schadenssumme wird auf CHF 40 - 50 Mio. geschätzt. Ausserdem verloren zwei Personen in Huttwil und eine in Eriswil das Leben. [3]

Bilder[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Huttwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Fonto: Gemeindedaten des Bundesamtes für Statistik, konsultiert am 5. November 2011
  3. Information über das Unwetter vom 8. Juni 2007 auf Meteoradar