Huzulen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Volk der Huzulen; zur gleichnamigen Ponyrasse siehe Huzule.
Bildunterschrift: Huzule auf der Reise, Lithografie von 1872
Bildunterschrift: Huzule auf der Reise, Lithografie von 1872
huzulisches Hochzeitskleid, Markt in Kossiw, Oblast Iwano-Frankiwsk, 2005
huzulisches Hochzeitskleid, Markt in Kossiw, Oblast Iwano-Frankiwsk, 2005

Die Huzulen (polnisch und slowakisch huculi; russisch гуцу́лы/guzuly; ukrainisch гуцули/huzuly; ungarisch huculok; rumänisch huţuli), manchmal auch Hutsul oder Hutzul genannt, sind ein Ukrainisches Bergvolk in den Karpaten. In Nachbarschaft zu den Bojken und Lemken leben sie im Grenzgebiet zwischen der Ukraine, Polen und Rumänien. Neben den eingangs aufgeführten Sprachen wird noch Rumänisch und als „Muttersprache“ Ukrainische gesprochen.

Vom 14. bis ins 18. Jahrhundert siedelten sich die Huzulen in den nördlichen Karpaten an. Im 17. und 18. Jahrhundert begannen sie auch die südlichen Karpaten, das ukrainische Transkarpatien und die rumänischen Region Maramureş zu besiedeln.

In religiöser Hinsicht haben unter den Huzulen die Ukrainisch-Unierte Kirche und die Ukrainisch-orthodoxe Kirche die meisten Anhänger.

Ursprünglich beschäftigten sie sich mit Schafzucht und Forstwirtschaft. Im Tal der Theiß, westlich von Chust ist Weinbau (siehe: Weinbau in Rumänien) verbreitet. Im Nebenerwerb werden dort auch Weidenruten gesammelt und für den Export nach Rumänien vorbereitet. Bekannt sind die Huzulen für ihre kunsthandwerklichen Fähigkeiten wie Holzschnitzerei, Kupferarbeiten, Weberei, Töpferei und besonders das Verzieren von Ostereiern.

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns riefen die Huzulen in den von ihnen bewohnten Gebieten im Januar 1919 eine unabhängige Huzulenrepublik aus. Mit Unterstützung der westukrainischen Volksrepublik hatte sie ein halbes Jahr Bestand, dann wurde sie von rumänischen Truppen erobert.

In einer kurzen Blütezeit zwischen den Weltkriegen wurde die Stadt Rachiw gelegentlich als Huzulisches Paris bezeichnet.

Der Ursprung des Volksnamens Hutsul ist unbekannt.

In das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gelangten die Huzulen 2004 durch den Sieg der Sängerin Ruslana beim Eurovision Song Contest.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Huzulen im Film

"Feuerpferde" ist ein sowjetischer Film, der sich mit den Huzulen beschäftigt. Er wurde auch in Deutschland gezeigt und rückte auch 1965 den Stamm in ein allgemeines Interesse.

[Bearbeiten] Literatur

Jozef Wittlin: Das Salz der Erde. Roman. Frankfurt 2000. ISBN 3-5183-9669-2 Roman aus dem Ersten Weltkrieg, die Hauptfigur stammt aus einem Huzulendorf

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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