Hwange (Simbabwe)

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-18.36666666666726.5Koordinaten: 18° 22′ S, 26° 30′ O

Karte: Simbabwe
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Hwange
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Simbabwe

Hwange, bis 1982 Wankie, ist eine Stadt mit 32.566 Einwohnern (2006) in der Provinz Matabeleland North in Simbabwe an Straße und Bahnstrecke Bulawayo-Victoria Falls. Die Stadt hat seit 1972/74 einen touristisch ausgerichteten Flughafen. Sie wurde 1903 gegründet und nach dem Häuptling, Whanga, der dörflichen Ansiedlung benannt. Die Stadt ist schmucklos und öde, lebt jedoch indirekt auch vom Tourismus, da eines der schönsten Tierreservate Afrikas, der Hwange National Park mit 14.000 km², sich in unmittelbarer Nähe südlich der Stadt befindet und in Reichweite einer Tagestour, nämlich 70 km, die Victoriafälle des Sambesi sowie der Kariba-Stausee. Im Nationalpark, an den Fällen und am See befinden sich die Touristenhotels.

Hwange ist seit 1901 vor allem ein Kohlerevier, die wichtigsten Flöze und die größte Kohlenzeche von Simbabwe finden sich hier. Es werden jährlich 5,8 Mio t Kohle zu 80 Prozent im Tagebau abgebaut. Die Förderung ist zu 40 Prozent in Staatsbesitz, zu 32 Prozent im Besitz der britischen Vermögensverwaltung Nicholas van Hoogstraten. Vermutlich nur bei Moatize in Mosambik liegen große Kohlevorkommen. Die Kohle wird praktisch vollständig per Bahn abtransportiert. Übergabebahnhof zwischen der Kohlebahn und der Staatsbahn ist Thomson Junction. Über Jahrzehnte hinweg hält Hwange die National Railways of Zimbabwe schon unter Dampf. Es gibt das Hwange-Elektrizitätswerk. Die Kohle wird aber auch für die Stahlverarbeitung genutzt. Ansonsten werden die Tonvorkommen zur Herstellung von Ziegelsteinen genutzt.

Am 6. Juni 1972 ereignete sich im gesamten Bereich von Bergwerk Wankie 2 eine Methangasexplosion, die mehrere Kohlenstaubexplosionen auslöste. Dabei wurde das gesamte Abbaufeld der Grube erfasst. Mehrere Wetter- und Förderschächte wurden zerstört, ebenso oberirdische Anlagen.[1] Trotz intensiver Rettungsversuche waren die Folgen verheerend. Untertage gab es keine Überlebenden. Dieses Untertage-Unglück, eines der schlimmsten weltweit, das als Wankie coal mine desaster in die Bergbaugeschichte einging, forderte 427 Tote.[2] Wankie 2 wurde komplett geschlossen. Heute befindet sich an der Stelle der oberirdischen Schachtanlage eine Gedenkstätte.

Ein Problem von Hwange ist die wilde Besiedlung stillgelegter Förderflächen von 40 km². Auf einer davon steht inzwischen sogar ein Krankenhaus, eine Schule, Wohnhäuser und eine Kirche. Das Grundwasser steigt und es fehlen Informationen, warum die Abbauflächen stillgelegt worden sind: wegen des Wassers oder wegen Erschöpfung der Lagerstätten. Inzwischen haben sich 14 Mio. Kubikmeter Wasser angesammelt, von denen einiges durch alte Bohrlöcher austritt. Es ist sehr sauer (ph-Wert 2,4) und trägt gelöste Metallsalze.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Four Days In June by G. J. Livingstone-Blevins (PDF; 2,1 MB) - Unfallhergang mit Vor- und Nachgeschichte (englischer Text)
  2. List of Casualties (PDF; 802 kB) - Liste der 427 Opfer des Grubenunglücks (englischer Text)

Weblinks[Bearbeiten]