Hwarang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Koreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 화랑
chinesische Schriftzeichen: 花郞
Revidierte Romanisierung: Hwarang
McCune-Reischauer: Hwarang
Hwarang-Statue in einer koreanischen Mittelschule

Hwarang (화랑 [hwaraŋ]) bedeutet wörtlich „Blüte des Jünglings“ und setzt sich zusammen aus den Schriftzeichen '화' (花 hwa = Blume, Blüte) und '랑' (郞 rang = junger Mann).

Geschichte[Bearbeiten]

Zum ersten Mal wurde das Wort Hwarang in Kim Bu-siks Chronik der Drei Königreiche (삼국사기 [samk'uks'agi]) erwähnt. Volkstümlich wurden die Hwarang auch Hyangdo genannt - „Strahlende Jünger“. Nach den Hwarang ist die 8. Hyeong des traditionellen Taekwondo benannt worden.

Hwarang waren junge Männer, die während der Silla-Zeit die Führungsschicht stellen sollten und eine besondere Erziehung genossen. Zur Ausbildung gehörte auch Geschichte und Philosophie, die Rezitation von Gedichten, Instrumentalmusik und Gesang.[1]

Die tatsächliche Rolle der Hwarang ist aufgrund der dünnen Quellenlage unter Historikern umstritten. Dazu schreibt Gu Hyosung in seiner Diplomarbeit „Aggression, Nationalismus und Kampfsport in Ostasien“:

„Nur einige Militärhistoriker und konservative nationalistische Wissenschaftler haben zugunsten des Nationalismus behauptet, daß Hwarang eine Militärorganisation der jungen Adligen gewesen sei. Die meisten Historiker vermuten jedoch, daß Hwarang eine religiöse Organisation gewesen ist, die eine vielfältige Körperkultur praktiziert hat, wovon Kampfkunst ein Bestandteil war. Leider ist nichts davon überliefert worden.“

Gu Hyosung[2]

Anmerkungen und Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Man vermutet, dass die musische Bildung der Hwarang mit der Entstehung der Gisaeng zusammenhängen könnte: darüber vgl. McCarthy, Kathleen Louise: Kisaeng, 79-83.
  2. Gu Hyosung (WS 1993/94): Aggression, Nationalismus und Kampfsport in Ostasien, S. 21. Diplomarbeit im Fachbereich Sportwissenschaft an der Universität Hamburg, Gutachter: Prof. Dr. Claus Tiedemann und Prof. Dr. Peter Weinberg

Literatur[Bearbeiten]

  • McCarthy, Kathleen Louise: Kisaeng. In the Koryo Period, Diss. Harvard, 1991 Michigan.