Hyacinthe-Louis de Quélen

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Hyacinthe-Louis de Quélen

Hyacinthe-Louis de Quélen (* 8. Oktober 1778 in Paris; † 31. Dezember 1839 ebenda) war ein französischer römisch-katholischer Geistlicher und von 1821 bis zu seinem Tod Erzbischof von Paris. Seine Amtszeit fiel in die Jahre zwischen dem Ende des napoleonischen Kaiserreichs 1815 und der laizistischen Julirevolution von 1830 und war geprägt von den politischen und kirchlichen Konflikten der Epoche. Er selbst war ein entschiedener Vertreter der Restauration.

Leben[Bearbeiten]

Hyacinthe-Louis de Quélen empfing 1807 die Priesterweihe. 1817 wurde er Weihbischof in Paris und Titularbischof von Samosata, 1819 Koadjutor von Erzbischof Alexandre Angélique de Talleyrand-Périgord und Titularerzbischof von Traianopolis. Nach dem Tod seines Vorgängers 1821 wurde er der 125. Erzbischof von Paris.

Politisch unterstützte er die Bourbonenkönige Ludwig XVIII. und Karl X. Die konstitutionellen Bischöfe aus der Revolutionszeit lehnte er ab und zeigte sich in Worten und Habitus als Vertreter des Ancien Régime.

Der Julimonarchie Louis Philippes I. stand Quélen als Legitimist distanziert gegenüber und zog sich nach 1830 aus dem politischen Leben zurück.

Am 14. Februar 1831 fand in der Pariser Kirche St-Germain-l’Auxerrois eine Gedächtnismesse für den elf Jahre zuvor ermordeten Herzog von Berry, eine Symbolfigur der Restauration, statt. Daraufhin kam es zu einem gewalttätigen Massenprotest, in dessen Verlauf der Bischofspalast an der Südseite der Kathedrale Notre-Dame, der bereits bei der Julirevolution Schäden erlitten hatte, völlig zerstört wurde.[1] Quélen fand Aufnahme im Konvent der Dames du Sacré-Coeur in der Rue de Varenne, wo er bis zu seinem Tod wohnte.

Adolphe-Victor Geoffroy-Dechaume: Grabmonument des Erzbischofs Hyacinthe-Louis de Quélen, Notre-Dame de Paris, Kapelle Saint-Marcel. Text auf dem Schriftband: „Ostendam illi quanta oporteat eum pro nomine meo pati“ (Apg 9,16 EU).

Quélen war seit 1824 Mitglied der Académie française. Als Seelsorger bewährte er sich besonders während der Pariser Choleraepidemie von 1832. Im selben Jahr approbierte er die Wundertätige Medaille nach der Vision von Catherine Labouré. 1835 initiierte er auf Anregung Frédéric Ozanams die einflussreichen Fastenpredigten von Henri Lacordaire in Notre-Dame.[2]

Hyacinthe-Louis de Quélen ist in der Kapelle Saint-Marcel von Notre-Dame beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hyacinthe-Louis de Quélen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Ereignisse beschreibt detailliert Guillaume de Bertier de Sauvigny: Mgr de Quélen et les incidents de Saint-Germain l'Auxerrois en février 1831. In: Revue d'histoire de l'Église de France. Band 32/120, 1946. S 110–120 (Digitalisat)
  2. eglise.catholique.fr
Vorgänger Amt Nachfolger
Alexandre Angélique de Talleyrand-Périgord Erzbischof von Paris
1821–1839
Denis Auguste Affre