Hyaenodontidae

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Hyaenodontidae
Hyaenodon, Zeichnung von Heinrich Harder

Hyaenodon, Zeichnung von Heinrich Harder

Zeitliches Auftreten
Mittleres Paläozän (Seelandium) bis Mittleres Miozän (Serravallium)
61,1 bis 11,1 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Säugetiere (Mammalia)
Höhere Säugetiere (Eutheria)
Laurasiatheria
Ferae
Urraubtiere (Creodonta)
Hyaenodontidae
Wissenschaftlicher Name
Hyaenodontidae
Leidy, (1869)

Die Hyaenodontidae sind eine ausgestorbene Familie fleischfressender Säugetiere, die in Nordamerika, Europa, Asien und Afrika vorkamen. Sie erschienen mit Lahimia im mittleren Paläozän[1] und starben in Nordamerika und Europa mit dem Ende des Oligozän, in Afrika und Asien während des Miozän aus.

Merkmale[Bearbeiten]

Sie hatten eine äußere Ähnlichkeit mit den heutigen Hunden und Hyänen, hatten einen teilweise oder vollständig digitigraden (v. lat. digitus „Zehe“) Fuß (Zehengänger) und waren wie heutige Hunde und Hyänen an schnelles Laufen angepasst. Frühe Formen waren noch klein, Proviverra, dessen Fossilien unter anderem in der Grube Messel gefunden wurden, wurde nur 20 cm lang, Arfia wurde schon so groß wie ein Fuchs. Die größten Formen der Hyaenodontidae, Hyaenodon, Hyainailouros und Megistotherium hatten Schädel, die doppelt so groß waren wie die heutiger Löwen.

Ihr Kiefer beherbergten ein Brechscherengebiss, das von der gesamten Backenzahnreihe gebildet wurde, mit Betonung auf den zweiten Backenzahn (Molar) im Oberkiefer und den dritten Backenzahn im Unterkiefer. Bei den möglicherweise verwandten Oxyaenidae hatten der erste Backenzahn im Oberkiefer und der zweite im Unterkiefer eine größere Bedeutung, bei den rezenten Raubtieren der vierte Prämolar im Oberkiefer und der erste Backenzahn im Unterkiefer.

Schädel von Hyaenodon horridus im Museo Civico di Storia Naturale di Milano

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Hyaenodontidae werden zusammen mit den Katzen-, bzw Marderähnlichen Oxyaenidae in die Ordnung der Creodonta, im deutschen auch Urraubtiere genannt, gestellt. Die Oxyaenidae erschienen jedoch schon im mittleren Paläozän in der fossilen Überlieferung und starben auch früher als die Hyaenodontidae wieder aus. Beide Familien teilen auch keine Synapomorphien, so dass die Gültigkeit des Taxons Creodonta bezweifelt wird. Zusammen mit den rezenten Raubtieren (Carnivora) und den Schuppentieren (Manidae) bilden die Hyaenodontidae und die Oxyaenidae das Taxon Ferae.

Innere Systematik[Bearbeiten]

Schädel von Hyaenodon cayluxi im Muséum national d'Histoire naturelle in Paris
Schädel von Dissopsalis carnifex

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas S. Kemp: The Origin and Evolution of Mammals. Oxford University Press, Oxford u. a. 2005, ISBN 0-19-850760-7.
  • Jordi Augusti, Mauricio Antón: Mammoths, Sabertooths, and Hominids. 65 Million Years of Mammalian Evolution in Europe. Columbia University Press, New York NY u. a. 2002, ISBN 0-231-11640-3.
  • Alan Turner, Mauricio Antón: Evolving Eden. An Illustrated Guide to the Evolution of the African Large-Mammal Fauna. Columbia University Press, New York NY 2004, ISBN 0-231-11944-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Floréal Solé, Emmanuel Gheerbrant, Mbarek Amaghzaz und Baâdi Bouya: Further evidence of the African antiquity of hyaenodontid (‘Creodonta’, Mammalia) evolution. Zoological Journal of the Linnean Society 156 (4), 2009, S. 827-846

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hyaenodontidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien