Hyazinthkolibri

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Hyazinthkolibri
Hyazinthkolibri

Hyazinthkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Kastanienflügler (Boissonneaua)
Art: Hyazinthkolibri
Wissenschaftlicher Name
Boissonneaua jardini
(Bourcier, 1851)

Der Hyazinthkolibri (Boissonneaua jardini) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das etwa 31.000 Quadratkilometer in den südamerikanischen Ländern Ecuador und Kolumbien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Hyazinthkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 11 Zentimetern. Der gerade relativ kurze Schnabel wird etwa 18 Millimeter lang. Bei guten Lichtverhältnissen schimmert der Kolibri farbenprächtig.[1] Meist scheint er aber einfach nur schwarz zu sein. Der Kopf, der Nacken und die Kehle sind schwarz und ähneln dem Aussehen eines Hutes. Dabei hat er einen funkelnden purpurnen Scheitel. Minimale Anzeichen dieses Purpurs finden sich auch an der Kehle. Der Rücken glänzt blaugrün. Der Flügelbug und das Unterteil des Flügels sind kastanienbraun gefärbt. Die Brust und der Bauch glänzen lila. Die innere Steuerfedern sind schwarzbronze und werden nach außen weiß mit schwarzen Flecken.

Habitat[Bearbeiten]

Verbreitung des Hyazinthkolibris

Der Kolibri bewegt sich im Kronenbereich der Bäume. Hier ist er nahe von Gebirgsausläufern und subtropischen Wäldern der westlichen Anden zu Hause. Sehr selten sieht man ihn in niedriger bis halbhoher Vegetation. Der Vogel ist in Höhen zwischen 800 und 1700 Metern präsent. In Ecuador kann man im Süden der Provinz Pichincha nahe Mindo und Nanegal auf ihn treffen. In Kolumbien findet man ihn am Oberlauf des Río San Juansöwie südwärts davon.

Verhalten[Bearbeiten]

Das Verhalten ist dem des Rotbauchkolibris sehr ähnlich. Allerdings gibt es markante Unterschiede was die Meereshöhe, in der beiden Arten sich aufhalten, betrifft. Der Vogel ist an Blüten relativ territorial. Man findet in meist im Baldachin. Nach Landungen spreizt er ein bis zwei Sekunden seine Flügel. Vorzugsweise klammert er sich während der Fütterung fest und hebt dabei ebenfalls die Flügel. Der Vogel zeigt eine beachtlichen Kampflust. Man sieht in nie in größeren Gruppen In Gegenwart von ♀ umrundet das ♂ das Objekt der Begierde. Später landet er nahe dem ♀, und zwitschert. Dies geht später in eine Art Summen über.

Unterarten[Bearbeiten]

Es ist bisher keine Unterart des Hyazinthkolibri bekannt. Die Art gilt deshalb als monotypisch.[2]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Das Typusexemplar des Hyazinthkolibris stammte aus der Gegend um dem Parroquia Nanégan in der Provinz Pichincha und wurde von Bourcier bei seiner Rückkehr aus Ecuador mitgebracht. Jules Bourcier beschrieben die Art unter dem Namen Trochilus Jardini.[3] Erst später wurde er der Gattung Boissonneaua Reichenbach, 1854[4] zugeordnet. Dieser Name ist dem Naturalienändler und Ocularisten Auguste Boissonneau gewidmet.[5] Das Artepitheton ist dem Ornithologen William Jardine, 7. Baronet of Applegarth (1800-1874) gewidmet.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Steven Leon Hilty, William Leroy Brown: A guide to the birds of Colombia. Princeton University Press, Princeton 1986, ISBN 978-0-691-08372-8 (online, abgerufen am 27. Mai 2014).
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Status, Distribution, and Taxonomy. Bd. 1, Princeton University Press, Princeton 2001a, ISBN 978-0801487200.
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Field Guide. Bd. 2, Princeton University Press, Princeton 2001b, ISBN 978-0801487217.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Jules Bourcier: Note sur onze espèces de Trochilidées. In: Comptes rendus hebdomadaires des séances de l'Académie des sciences. Bd. 32, 1851, S. 186-188 (online, abgerufen am 3. Juni 2014).
  •  Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach: Aufzählung der Colibris oder Trochilideen in ihrer wahren natürlichen Verwandtschaft nebst Schlüssel ihrer Synonymik. In: Journal für Ornithologie. Bd. 2, Nr. Sonderheft, 1854, S. 1-24 (online, abgerufen am 3. Juni 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bilder Birds of Ecuador mit Velvet-purple coronet
  2. IOC World Bird List Hummingbirds
  3. Jules Bourcier, S. 187
  4. Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 11
  5. James A. Jobling, S. 73
  6. James A. Jobling, S. 211