Hybrid Broadcast Broadband TV

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Hybrid broadcast broadband TV (HbbTV) ist ein anerkannter Standard für Hybrid-TV. Ähnlich dem Videotext werden zusätzliche Informationen des Programmanbieters angezeigt, wobei diese über eine Internetverbindung bezogen werden. Damit werden umfassendere Möglichkeiten zur Informationsdarstellung und Navigation bereitgestellt.

Ursprünglich handelte es sich bei HbbTV um eine paneuropäische Initiative, die unter Verwendung offener Standards Fernsehprogramme und Mehrwertangebote aus dem Internet verbindet. Zu Beginn setzte sich dieses Konsortium zusammen aus den französischen Rundfunksendern Canal+, France Television und TF1, dem deutsch-österreicherisch-schweizerischen Institut für Rundfunktechnik, dem Satellitenbetreiber SES ASTRA sowie den Softwareunternehmen ANT, OpenTV und Opera.[1] Zahlreiche weitere Unternehmen und Institutionen zählen mittlerweile zum HbbTV Konsortium.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Intention

Mit HbbTV lassen sich auf Grundlage von CE-HTML (Consumer Electronics Hypertext Markup Language) als Basistechnologie - der für Unterhaltungselektronik (CE) entwickelten Variante von HTML - Fernsehprogramme und Internetinhalte auf einem TV-Bildschirm darstellen. Die dabei verwendete Technik orientiert sich an den Standards und Internet-Technologien von Open IPTV Forum (OIPF), Consumer Electronics Association (CEA), Digital Video Broadcasting (DVB) und World Wide Web Consortium (W3C). Die Version 1.1.1 der HbbTV-Spezifikation ist Ende 2009 beim ETSI unter der Referenznummer ETSI TS 102 796 eingereicht und am 11. Juni 2010 durch das ETSI publiziert worden.[3]

[Bearbeiten] Funktionsweise

HbbTV ermöglicht eine inhaltliche Verknüpfung von Rundfunk- und Internetinhalten. Dazu wird in das Rundfunksignal eine Signalisierung in Form einer so genannten AIT-Tabelle eingefügt. Diese AIT-Tabelle wird vom Empfänger ausgelesen und enthält in der Regel eine Adresse (so genannte URL) auf eine spezielle HTML-Seite, die über die beim Zuschauer zusätzlich vorhandene Internetverbindung geladen wird. Diese HTML-Seiten werden gewöhnlich mit Hilfe der roten Farbtaste der Fernbedienung sichtbar geschaltet.

Damit lassen sich TV-Editionen der Mediatheken starten, damit Sendungen zeitversetzt vom Zuschauer abgerufen werden können. Auch für den Teletext ergeben sich mit Optionen für Abbildungen und Grafiken sichtlich bessere Darstellungen im Zeitalter des hochauflösenden Fernsehens. Die HTML-Umgebung ermöglicht dabei eine ganze Reihe von neuen Funktionalitäten: Ein verkleinertes Fernsehbild kann in HTML-Seiten integriert werden und von der HTML-Seite kann direkt auf ein anderes Fernsehprogramm umgeschaltet werden. Darüber hinaus lassen sich synchron zum Fernsehprogramm Menüfunktionen und Nachrichtenticker transparent über das laufende Fernsehbild legen.

Auf ein HbbTV-Angebot des Programmanbieters wird häufig mit einem roten Symbol auf dem Bildschirm aufmerksam gemacht. Auch der Einstieg in das HbbTV-Angebot geschieht dann mit einer roten Taste auf der Fernbedienung. Daher wird im Zusammenhang mit HbbTV häufig von einem Red Button-Konzept gesprochen.

HbbTV soll sicherstellen, dass die Integrität der Rundfunkprogramme im laufenden Programm nicht durch unkontrollierte Internetdienste beeinträchtigt wird. Zugleich gibt es aber Portale von Geräteherstellern wie Philips, auf denen drei Dutzend andere Inhalteanbieter wie Bild.de ihre in CE-HTML konfektionierten Online-Angebote auf dem TV-Bildschirm abrufbar machen. NetTV von Philips bietet zusätzlich die Möglichkeit, eine selbstgewählte URL einzugeben und damit freien Webzugang. Bei anderen Portalen wie Viera Cast von Panasonic müssen die Sender und andere Inhalteanbieter ihre Angebote nicht nur in Java programmieren, sondern auch noch eine Vereinbarung mit Panasonic abschließen, um auf das Portal zu kommen. Dies stößt zum Teil bei Programmveranstaltern auf Ablehnung. Noch größer ist allerdings die Kritik der deutschen TV-Veranstalter an den so genannten Widget-Lösungen. Diese ermöglichen den Nutzern, das laufende TV-Programm mit Anwendungen aus dem Internet etwa Yahoo und Youtube zu überlagern.

Für die Harmonisierung der verschiedenen Hybrid-TV-Lösungen engagiert sich seit Frühjahr 2009 eine Arbeitsgruppe der Deutschen TV-Plattform. Bisher sollen schon fast eine Million Hybrid-Geräte (die aber zum großen Teil nicht der HbbTV-Norm entsprechen) am deutschen Markt verkauft worden sein (Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung - GfK). Auch die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu geht von großem Wachstumspotenzial für Hybrid-TV aus.

[Bearbeiten] Umsetzung durch Programmanbieter

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Das Angebot der ARD inklusive aller dritten Programme sowie Arte, ZDF und Anixe ist schon um HbbTV erweitert worden. Weitere Sender planen eine Umsetzung in Kürze bzw. bieten HbbTV schon eingeschränkt an.

Auch private Sender wie RTL, SAT.1, Pro7 zeigen seit Beginn der Internationalen Funkausstellung Berlin im Jahre 2010 HbbTV-Inhalte auf ihren Kanälen. Bei SAT.1 und Pro7 wird darin auch Maxdome, ein großes Online-Video-Portal, verlinkt.

Es gibt mittlerweile auch viele weitere Anbieter von HBBTV Anwendungen, die Zuschauern weitere Funktionalität und Inhalte in das Wohnzimmer liefern (Bild.de, Napster, AUPEO, QTom, SPOX, Putpat, Kino.de, Kicker, portalZINE TV).

Zudem kann in Deutschland HbbTV auch auf einigen ausländischen Programmen aufgerufen werden. Dies sind vor allem französische Sender wie France 2, France 3 oder France 5.

[Bearbeiten] Übersichtstabelle über das deutsche HbbTV-Angebot

Diese Übersicht sollte nicht als eine vollständige Liste betrachtet werden.

Sender DVB-C DVB-S DVB-T Angebot
arte (HD) ja ja - Mediathek (arte+7), arteLiveWeb (weitere Videoangebote), Mini-Programmvorschau
anixe (HD) ja ja ja Programmvorschau, Mediathek (im Aufbau), News
anixe iTV News ja ja ja Newsportal
ARD ja ja - Mediathek, TV-Programm (14 Tage Vorschau, 7 Tage Rückschau, ausführliche Infos & Trailer, Tipps, Schnellübersicht), "Mag ich" (Möglichkeit Sendungen zu "mögen" und Vorschläge anhand dessen zu erhalten), MeinTV (Vorschläge, Erinnerungsfunktion, Programmfilter nach Interessen), Radioprogramm-Vorschau, Suche, Interaktiv (Tagesschau, EinsExtra Ticker), Videotext, Hilfe, Einstellungen
Das Erste (HD) (ja) [zeigt HbbTV von Einsfestival] ja - siehe ARD
Das Vierte ja ja - Programmvorschau, News
EinsPlus ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
EinsExtra ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
einsfestival ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
BRalpha ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
3sat ja - - siehe ARD, individualisierte Startleiste
WDR ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
NDR (alle Regionalsender) ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
BR (alle Regionalsender) ja ja ja siehe ARD, individualisierte Startleiste
SWR (alle Regionalsender) ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
hr ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
MDR (alle Regionalsender) ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
rbb (alle Regionalsender) ja ja - siehe ARD, individualisierte Startleiste
ZDF (HD) ja ja ja (SD) Mediathek ("Sendung verpasst", "Sendungen A-Z", "Rubriken", "Themen", "Empfehlungen", "Nachrichten", "heute journal plus"), Einstellungen, Suche, Favoriten, Hilfe, Impressum
PRO7 ja ja ja HD-Text (News, Sport, V.I.P., Service), TV-Program (Tagesvorschau, Trailer), Mediathek, maxdome (kostenpflichtig), Applikationen (Votings, Puzzle, Wetter (Angebot durch wetter.com), Pairs), Lesezeichen, Optionen, Impressum
Kabel 1 ja ja ja siehe PRO7, individualisierte Startleiste
n-tv ja n.a. - nur 4 Hersteller s.u.; Nachrichten, Wirtschaft, Sport, Wetter, Fussball , Börse, Programm, Mediathek ("Videos"), Impressum
RTL nicht aufrufbar n.a. - derzeit nur für 4 Hersteller zertifiziert: Humax, Volksbox, Linux, Techno
VOX nicht aufrufbar n.a. - derzeit nur für 4 Hersteller zertifiziert: s.o.

[Bearbeiten] Alternativen

Alle Verfahren zur Ablösung des als veraltet geltenden Videotexts setzten auf eine Verbindung mit dem Internet. Neben HbbTV lassen sich noch nennen:

  • Portallösungen mit anderen Standards (etwa JavaScript bei Viera Connect von Panasonic)
  • Widget-Lösungen wie AQUOS NET+ von Sharp und Applicast von Sony bzw. Internet@TV von Samsung.
  • SmartTV bei einigen LG Fernsehgeräten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. HbbTV: Videotext 2.0 aus dem Internet (de). CHIP online (24. Oktober 2009). Abgerufen am 9. Dezember 2011.
  2. Members: HbbTV. Abgerufen am 9. Dezember 2011.
  3. TS 102 796 - V1.1.1 - Hybrid Broadcast Broadband TV (en) (PDF). ETSI (11. Juni 2010). Abgerufen am 9. Dezember 2011.

[Bearbeiten] Weblinks

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