Hylonycteris underwoodi

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Hylonycteris underwoodi
Hylonycteris underwoodii.jpg

Hylonycteris underwoodi

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Blütenfledermäuse (Glossophaginae)
Gattung: Hylonycteris
Art: Hylonycteris underwoodi
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Hylonycteris
(Thomas, 1903)
Wissenschaftlicher Name der Art
Hylonycteris underwoodi
(Thomas, 1903)

Hylonycteris underwoodi ist eine Fledermaus aus der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae), die in Zentralamerika beheimatet ist. Die Gattung Hylonycteris ist monotypisch, das heißt, dass neben Hylonycteris underwoodi keine weitere Art der Gattung bekannt ist.

Der Gattungsname Hylonycteris ist griechisch und bedeutet soviel wie „Waldfledermaus“. Der Artname underwoodi ehrt C. F. Underwood, der den Holotypus gesammelt hat.

Beschreibung[Bearbeiten]

Hylonycteris underwoodi ist mit einer Unterarmlänge von 31,5 bis 34,2 mm, einer Gesamtlänge von im Schnitt 67 mm und einem durchschnittlichen Gewicht von 6,6 g für Männchen und 8,5 g für Weibchen eine relativ kleine Blütenfledermaus. Wie alle Vertreter dieser Unterfamilie besitzt Hylonycteris underwoodi eine verlängerte Schnauze und eine sehr lange Zunge. Zur Familie der Blattnasen gehörend besitzt sie zudem ein deutlich sichtbares Nasenblatt. Der Schwanz ist kurz und die Spitze ragt leicht aus der Schwanzflughaut heraus. Die Ohren sind klein und rund, das Fell ist schwarz-braun gefärbt, wobei die Bauchseite eine hellere Tönung aufweist.

Lebensweise[Bearbeiten]

Hylonycteris underwoodii mit Pollen auf dem Kopf

Über Hylonycteris underwoodi ist relativ wenig bekannt. Die Art ist wie die meisten Fledermäuse nachtaktiv und ernährt sich hauptsächlich von Nektar und Pollen. Ihre Ernährungsweise macht sie daher zu einem wichtigen Bestäuber nachtblühender Pflanzen, wie zum Beispiel der Marcgravia[1], der Mucuna[2], der Calyptrogyne[3], der Werauhia[4] oder Kakteengewächsen wie Weberocereus tunilla.[5] Tagsüber hängt die Art in kleinen Gruppen in Höhlen und hohlen Baumstämmen, manchmal wahrscheinlich auch in Gebäuden.

Die Weibchen gebären jeweils ein einzelnes Jungtier.

Verbreitung[Bearbeiten]

Hylonycteris underwoodi kommt von Zentral-Mexiko bis in das südliche Honduras, sowie in Costa Rica und grenznah in Nicaragua und im Westen Panamas vor. Die IUCN schätzt Hylonycteris underwoodi dank ihrer weiten Verbreitung und dem Vorkommen in geschützten Gebieten als ungefährdet ein.[6]

Systematik[Bearbeiten]

Hylonycteris underwoodi wird als eigenständige Art innerhalb der monotypischen Gattung Hylonycteris eingeordnet.[7] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Oldfield Thomas aus dem Jahr 1903, der ein Individuum aus der Umgebung von San José, der Hauptstadt von Costa Rica beschrieb.[7]

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. M. Tschapka, S. Dressler, O. von Helversen: Bat visits to Marcgravia pittieri and notes on the inflorescence diversity within the genus Marcgravia (Marcgraviaceae). Flora - Morphology, Distribution, Functional Ecology of Plants 201, 2003; S. 383–388.
  2. D. von Helversen, O. von Helversen: Object recognition by echolocation: a nectar-feeding bat exploiting the flowers of a rain forest vine. Biological Journal of Comparative Physiology A 189, 2003; S. 327–336.
  3. M. Tschapka: Pollination of the understorey palm Calyptrogyne ghiesbreghtiana by hovering and perching bats. Biological Journal of the Linnean Society 80, 2003; S. 281–288.
  4. M. Tschapka, O. von Helversen: Phenology, nectar production and visitation behaviour of bats on the flowers of the bromeliad Werauhia gladioliflora in a Costa Rican lowland rain forest. Journal of Tropical Ecology 24, 2007; S. 385–395.
  5. M. Tschapka, O. von Helversen, W. Barthlott: Bat Pollination of Weberocereus tunilla, an Epiphytic Rain Forest Cactus with Functional Flagelliflory. Plant Biology 1, 2006; S. 554–559.
  6. Hylonycteris underwoodi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: B. Miller, F. Reid, J. Arroyo-Cabrales, A.D. Cuarón, P.C. de Grammont, 2008. Abgerufen am 8. Februar 2013
  7. a b Hylonycteris underwoodi. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hylonycteris underwoodi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien