Hyperfokus

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Der Hyperfokus oder die Hyperfokussierung ist eine spezielle Art der Konzentration. Bei Betroffenen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die Fähigkeit, sich besonders interessierenden Aufgabenstellungen äußerst intensiv und kontinuierlich widmen zu können, häufig zu beobachten.[1]

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Während der ADHS-Betroffene normalerweise starke Probleme hat, seine Konzentration ausdauernd bei einem Thema zu behalten, kann er, wenn er für etwas motiviert ist, im Gegensatz dazu eine Flow-ähnliche extreme Konzentration für ein Thema aufbauen, die es ihm ermöglicht, sehr schnell das Thema zu durchdringen, auch am Rande erwähnte Details aufzunehmen und ohne Pause sehr lange intensiv das Thema zu bearbeiten. Hierbei ist die Motivation selbst nicht vom Betroffenen beeinflussbar.

Der Hyperfokus hat große Vorteile, wenn der Betroffene ein Thema selbständig bearbeiten muss; in einer Lehrgangssituation allerdings wirken seine fast monologischen Ausführungen und häufigen Zwischenfragen zu Aspekten des Themas, deren Zusammenhang nicht unbedingt für andere Teilnehmer ersichtlich ist, für Kommilitonen und Lehrer häufig störend.

Ein weiteres Problem ist, dass der Betroffene den Hyperfokus nicht lenken kann; somit zeigt sich, beispielsweise in der Schule, das Bild eines Schülers, der mit der Bewältigung des Themas offensichtlich große Probleme hat, plötzlich aber eine hohe Leistungsfähigkeit zeigt. Dies führt zu Missverständnissen („Wenn er will, kann er doch!“, ist ein häufiger Satz in Beurteilungen von ADHS-Betroffenen). Dies führt bei unaufgeklärten Mitmenschen oft zu Antipathie, die ein ADHS-Betroffener wegen seiner Hypersensibilität häufig deutlich registriert und die mit zu den Integrationsstörungen von ADHS-Betroffenen beiträgt, die wiederum als Begleiterkrankung eine reaktive Depression auslösen können.

Der Betroffene blendet während des Zustands der Hyperfokussierung die Umwelt aus und vergisst die Zeit.[2] Dadurch läuft der Betroffene Gefahr beispielsweise soziale Kontakte und Familie zu vernachlässigen.

Ein Betroffener, der einschätzen kann, bei welchen Themen er in den Hyperfokus gelangen kann, kann dies in seiner Berufswahl berücksichtigen. Die hohe Rate an Selbständigen unter ADHS-Betroffenen erklärt sich hieraus; vor allem, da Betroffene hier auch ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten können.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johanna Krause, Klaus-Henning Krause: ADHS im Erwachsenenalter. 3. vollst. akt. und erw. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-7945-2533-1, S. 64.
  2. Mandy Roy: Die ADHS hat viele Gesichter: Klinische Symptomatik und Diagnostik. In: Martin D. Ohlmeier, Mandy Roy (Hrsg.): ADHS bei Erwachsenen – ein leben in Extremen. Kohlhammer, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-17-021068-4, S. 36–64, hier S. 39.