Hyperlativ

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Der Hyperlativ ist eine im Standarddeutschen regelwidrige bzw. stilistisch auffällige Komparationsform.

Man unterscheidet:

  1. Hyperlativierung von zusammengesetzten Adjektiven (Adjektivkomposita) durch Bildung der Steigerungsformen beider Bestandteile des Kompositums. Beispiele: der bestaussehendste Schauspieler, die bestmöglichste Lösung, der tiefstgelegenste Punkt, das schnellstwirksamste Medikament, ein schwerer erfassbareres Problem, der mehr gewünschtere Film, das besser sichtbarere Objekt. siehe: Steigerung zusammengesetzter Adjektive
  2. Hyperlativierung von Absolutadjektiven durch Bildung der Komparations- oder Superlativform dieser Adjektive. Beispiele: die optimalste Variante, die einzigste Lösung

Ausnahmen bei der Hyperlativierung von Absolutadjektiven [Bearbeiten]

Gelegentlich wird ein eigentlich absolutes Adjektiv dennoch gesteigert, etwa bei Verwendung in übertragener Bedeutung

Gute Nacht Engel. Einzigstes Einzigstes Mädgen – und ich kenne ihrer Viele – (Goethe in einem Brief an Auguste vom 14.–19. September 1775)[1]

oder aus rhetorischen Gründen, um auf die prinzipielle Nichtrelativierbarkeit der Eigenschaft besonders hinzuweisen:

Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher. (George OrwellFarm der Tiere, 1945)

Die Steigerung von Absolutadjektiven als stilistisches Mittel zählt zu den Elativen: wie etwa zur vollsten Zufriedenheit.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Hanna Fischer-Lamberg (Hrsg.): Der junge Goethe. Band 1, Walter de Gruyter, Berlin 1999, S. 259