Hypermagnesiämie

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Klassifikation nach ICD-10
E83.4 Störungen des Magnesiumstoffwechsels
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Hypermagnesiämie bezeichnet man eine krankhafte Erhöhung des Magnesiumspiegels im Blut. Die Erkrankung ist selten und oft asymptomatisch, kann aber unbehandelt bei schweren Formen lebensbedrohlich werden.

Ursachen[Bearbeiten]

Eine Überladung mit Magnesium kann auftreten, wenn die Niere die Magnesiumsausscheidung aufgrund einer Funktionsstörung nicht mehr ausreichend leisten kann. Dies kann sowohl im Rahmen eines akuten Nierenversagens als auch bei einem chronischen Nierenversagen der Fall sein. Ebenso kann eine erhöhte Magnesiumzufuhr, zum Beispiel bei der Gabe von Magnesium bei einem Magnesiummangel auftreten. Außerdem können magnesiumhaltige Abführlösungen, Antazida oder oral verabreichte Abführmittel mit hohem Magnesiumgehalt zu einer Überladung führen. Eine milde Magnesiumüberladung findet sich oft im Rahmen einer Akromegalie, einer Nebennierenrindeninsuffizienz oder familiären Störungen des Kalziumstoffwechsels.[1][2]

Beschwerden[Bearbeiten]

Die Symptome der Magnesiumüberladung zeigen sich konzentrationsabhängig am Nervensystem und dem Herzen. Bis rund 3,6 mg/dl ist der Zustand in der Regel ohne Beschwerden. Ab einem Spiegel von 7,2 mg/dl zeigt sich ein Erlöschen der Sehnenreflexe. Atemlähmung, Schock, Herzversagen und Koma treten ab rund 12 mg/dl auf. Ebenso kann es bereits früher zu Muskelschwäche und Gefühlsstörungen typischerweise im Gesicht kommen.[1][2]

Behandlung[Bearbeiten]

Als Antidot zur Magnesiumüberladung steht Calcium zur Verfügung, da beide Elektrolyte im menschlichen Stoffwechsel gegenläufig geregelt sind.[1] Bei schweren Verläufen ist eine Hämodialyse in Betracht zu ziehen, um das überschüssige Magnesium aus dem Blut zu entfernen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Bryan Kestenbaum, Tilman B. Drüeke Disorders of Calcium, Phosphate, and Magnesium Metabolism in Jürgen Floege, Richard J Johnson, John Feehally : Comprehensive Clinical Nephrology, 4. Auflage, St. Louis, 2010 S. 146f
  2. a b c Gerd Herold et al. : Innere Medizin, Köln, 2011,ISBN: 978-3-9814660-2-7, S.572f
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