Hypernatriämie

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Klassifikation nach ICD-10
E87.0 Hyperosmolalität und Hypernatriämie
Natriumüberschuss
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Mit Hypernatriämie wird eine Elektrolytstörung mit erhöhtem Natriumgehalt im Blutserum bezeichnet. Sie ist das Gegenteil der Hyponatriämie. Zu dieser Elektrolytstörung kommt es, wenn dem Körper zu viel Wasser entzogen wird (Dehydratation). In seltenen Fällen ist sie die Folge einer überhöhten Natriumaufnahme, etwa durch das Trinken von Salzwasser.

Der Wasserverlust resultiert in der Regel aus:

Beim Wasserverlust sind die Natriumwerte an sich normal, jedoch steigt die Natriumkonzentration im Blut durch das fehlende Wasser an. Bereits ein geringfügiger Anstieg löst starken Durst aus, normalerweise gefolgt von Flüssigkeitszufuhr, um die Hypernatriämie zu beseitigen.

Symptome[Bearbeiten]

Eine Hypernatriämie lässt sich oft schwer feststellen, da die Symptome ziemlich diffus sind. Betroffene klagen über ein allgemeines Schwächegefühl, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Es können auch Ödeme auftreten. In schweren Fällen kommt es zu epileptischen Anfällen und Bewusstlosigkeit. Bei Säuglingen und Neugeborenen findet sich die Hypernatriämie nicht selten erst durch die routinemäßige Laborkontrolle. Ansonsten zeigen sich Symptome wie muskuläre Hypotonie, Apathie, Hyperexzitabilität, Tremor, Krampfanfälle oder Apnoe.[1]

Von schweren Fällen spricht man, wenn die Natriumkonzentration im Blutplasma über 158 mmol/l liegt (normale Werte liegen im Bereich von 135 bis 145 mmol/l). Werte über 180 mmol/l sind lebensgefährlich.

Behandlung[Bearbeiten]

Eine Hypernatriämie kann relativ leicht durch Flüssigkeitszufuhr behoben werden, die entweder oral oder intravenös erfolgt. Dies muss allerdings langsam geschehen, da eine schnelle Absenkung der Natriumkonzentration lebensbedrohlich sein kann. Dies hängt damit zusammen, dass bei länger dauernder Hypernatriämie auch der Wassergehalt in den Zellen abnimmt. Eine rapide Absenkung des Natriumgehalts im Serum würde zum osmotischen Wassereinstrom in die Zellen führen und diese anschwellen lassen. Im Gehirn kann dies zu einem Hirnödem und wegen der durch den Schädelknochen beschränkten Ausdehnungsfähigkeit zu einem Hirnschaden führen. Deswegen sollte eine schwere Hypernatriämie immer vom Arzt behandelt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Obladen u. a. (Hrsg.): Neugeborenen-Intensivmedizin. Springer, Heidelberg 2006, ISBN 3-540-33737-7.
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