Hyperpyron

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Gold-Hyperpyron, Michael VIII.
Hyperpyron Manuels I.

Das Hyperpyron (auch Hyperpyron nomisma, griechisch ὑπέρπυρον, „Superveredelter“, Plural Hyperpyra), war eine seit der Münzreform von 1092 unter Kaiser Alexios I. Komnenos als Skyphat geprägte byzantinische Goldmünze, die die Nachfolge des Histamenon (auch Stamenon nomisma genannt) als Standardgoldmünze antrat.[1]

Zur Zeit des Kaisers Romanos IV. (1068 bis 1071) war der Solidus auf einen Goldgehalt von nur noch 15 Prozent verschlechtert worden. Unter Alexios I. wurden der verschlechterte Solidus bzw. Histamenon abgeschafft, und das Hyperpyron, eine neue Goldmünze mit einem Goldgehalt von anfänglich 900 bis 950 Tausendstel eingeführt (21,6–22,8 Karat). Es wog wie der Solidus 4,5 g, war etwas kleiner im Durchmesser und hatte später einen Feingehalt von 21 Karat entsprechend einem Legierungsverhältnis von 21 Teilen Gold zu 3 Teilen anderem Metall (875/1000). Ein Hyperpyron entsprach 3 Elektron-Aspron-Trachea oder 48 Billon-Aspron-Trachea.[2]

Das Hyperpyron blieb bis zum Ende des Byzantinischen Reichs 1453 in Umlauf, obwohl es ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ebenfalls häufig verschlechtert wurde. 1341 wurde das Hyperperon letztmals als Goldmünze geprägt, danach als Silbermünze.[3] In Griechenland liefen schon ab dem 13. Jahrhundert vorwiegend englische Sterling und insbesondere französische deniers tournois um.[4] Venedig schuf ab 1353 für sein Kolonialreich eine eigene Silbermünze.

Nach 1400 traten italienische Geldstücke als vorherrschendes Zahlungsmittel an die Stelle der byzantinischen Münzen, die bedeutungslos wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ph. Grierson: Byzantine Coins. Methuen & Co. Ltd, London/Berkeley/Los Angeles 1982.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kenneth W. Harl: Early Medieval and Byzantine Civilization: Constantine to Crusades. History/Medieval Studies 303
  2. Andreas Urs Sommer: Katalog der byzantinischen Münzen in der Münzsammlung der Georg-August-Universität Göttingen. (PDF; 1,6 MB) S. 16
  3. Tomaso Bertele: L'iperpero bizantino dal 1261 al 1453, in: Rivista Italiana di Numismatica 59 (1957) S. 70–89.
  4. Alan M. Stahl: The Venetian Tornesello. A medieval colonial coinage, New York 1985, S. 5