I-Formation

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Standard I-Formation

Die I-Formation ist eine Formation der Offense im American Football, bei der der Quarterback, und zwei Runningbacks (Halfback und Fullback) in einer Reihe hinter dem Center stehen. Betrachtet man die I-Formation von der gegnerischen Endzone aus, sehen diese drei Spieler zusammen wie ein "I" aus, was den Namen dieser Formation geprägt hat.

Die I-Formation ist eine der gebräuchlichsten Football-Formationen. Sie besteht grundsätzlich aus fünf Offensive Linemen (zwei Tackles, zwei Guards und dem Center), einem Quarterback und zwei Runningbacks. In der einfachsten Variation werden zwei Wide Receiver an jedem Ende der Line of Scrimmage positioniert und ein Tight End direkt neben die Offensive-Linemen gestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Man schreibt die Erfindung der I-Formation Tom Nugget zu, der sie am Virginia Military Institute im Jahr 1954 als Ersatz für die Single-Wing und Alternative zur T-Formation entwickelt hatte. 1962 gewann John Mc Kays USC-Team den Nationalen Titel mit einer auf der I-Formation basierenden Offense. Tom Osbourne, Head Coach an der University of Nebraska, machte die Formation in den frühen 1970ern populär, als auch er sie zur Grundlage seiner Offense machte. NFL-Teams übernahmen die erfolgreiche I-Formation und entwickelten sie ihren Ansprüchen gemäß weiter.

Typische Verwendung[Bearbeiten]

Texas Longhorns in der I-Formation. Von oben nach unten: Halfback, Fullback, Quarterback, Center

Aus der I-Formation werden typischerweise Laufspielzüge ausgeführt. In der I-Formation startet der Halfback sechs bis acht Yards hinter der Line of Scrimmage in einer aufrechten Position, in der er die Defense beobachten kann. Die Formation macht es für den Halfback einfacher, Schwachstellen der Defense zu erkennen, die er ausnutzen kann.

Die I-Formation eignet sich auch für Passspielzüge, da sie bis zu drei Wide Receiver unterstützt und beide Runningbacks als Receiver aus dem Backfield kommen können. Der Fullback wird seltener als Receiver sondern eher als zusätzlicher Blocker für den Quarterback verwendet, um diesem mehr Zeit zu verschaffen, sich einen Passempfänger auszusuchen. Da bei dieser Formation eine große Gefahr besteht, dass der gewählte Spielzug ein Laufspiel ist, kann auch ein Play-Action-Pass eine gute Wirkung erzielen. Die flexiblen Einsatzmöglichkeiten dieser Formation machen es der Defense zusätzlich schwer, herauszufinden, was für einen Spielzug die Offense gewählt hat.

Gebräuchliche Variationen[Bearbeiten]

Big I-Formation

Es gibt viele Variationen dieser Formation, die vor allem den Zweck haben, die Lauf- oder Pass-Stärken dieser Formation zu erhöhen. Hier eine Auflistung der gebräuchlichsten dieser Veränderungen:

  • Bei der Big I-Formation wird an der Weak-Side (die Seite, an der kein TE an der Offensive Line steht), ein Tight-End hinzugefügt (auf Kosten eines Wide Receivers). Dies ist eine Laufspiel-Variation, da man zusätzlich zum Fullback auf jeder Seite nun einen Blocker hat, der dem Halfback den Weg freimacht, wodurch man in jede Richtung laufen kann.
  • Die Power I-Formation ersetzt einen Wide-Receiver durch einen dritten Back (Full- oder Halfback) im Backfield, der sich neben dem Fullback aufstellt. Auch diese Aufstellung ist auf Laufspiele ausgelegt.
  • Die 3 Wide Receiver I-Formation ersetzt den Tight End durch einen zusätzlichen Wide Receiver. Diese Variante ist auf das Passspiel ausgelegt.
  • Die Maryland I-Formation, auch bekannt als Stack I-Formation ist ähnlich wie die Power I-Formation, nur stehen Fullback, Zusatz-Runningback und Halfback hier in einer Reihe hintereinander. Fast offensichtlich ist, dass es sich hier um eine Laufspiel-Formation handelt. Sie wurde durch das Maryland Terrapins Football Team in den 1950ern populär.
  • Das Tight I ist ähnlich dem Maryland I, mit dem Unterschied, dass die Positionen des zusätzlichen Backs und des Fullbacks vertauscht sind. Von der Line of Scrimmage aus gesehen ist die Aufstellung also Center, Quarterback, Zusatz-Back, Fullback, Halfback.

Die I-Formation kann ebenso, in jeder beliebigen Variante, zu einer Strong I-Formation und einer Weak I-Formation modifiziert werden. Hierbei wird der Fullback um ca. einen Yard in Richtung der Strong- bzw. in Richtung der Weak-Side verschoben. Diese Modifikationen haben zwar nur einen geringen Effekt auf den vermuteten Spielzug, der Fullback hat aber bessere Möglichkeiten den Verteidigern auszuweichen und ein Receiver zu werden.

Gebrauch im Profi-Football[Bearbeiten]

In der NFL ist die Formation weniger gebräuchlich als im College Football, da hier oft Formationen mit zusätzlichen Receivern und Tight-Ends den Fullback als Blocker ersetzt haben. Wird ein Laufspiel aus einer dieser Formationen heraus gewählt, werden die Tight-Ends zum Blocken für den Halfback verwendet. Die I-Formation wird normalerweise in Short-Yardage-Situationen (Situationen, in denen nur noch wenige Yards erzielt werden müssen) und nahe der Goalline verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten]