i. A. (Abkürzung)

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Die Abkürzung i. A. steht im Briefverkehr für „im Auftrag“ und wird dem Namen des unterzeichnenden Bevollmächtigten vorangestellt. So hat beispielsweise ein Einkäufer in dieser Eigenschaft Artvollmacht. Er unterzeichnet einen Brief mit dem eigenen Namen, dem er die Zeichen i. A. voranstellt. Damit wird dem Empfänger die Art der Vollmacht signalisiert.

Rechtlich ist dies insbesondere dann von Bedeutung, wenn aufgrund des Briefes ein Vertragsverhältnis erwachsen soll, die unterzeichnende Person aber nicht die nötige Vollmacht zum Beschluss eines solchen Verhältnisses besitzt oder der Vertrag seiner Natur wegen nur mit einer bestimmten Person geschlossen werden kann.

Frühere Form: f.d.R. (für die Richtigkeit).[1]

Im Allgemeinen[Bearbeiten]

Nach alter Rechtschreibung wurde im allgemeinen durch i. a. abgekürzt. Nach der neuen deutschen Rechtschreibung wird seit 1996 im Allgemeinen groß geschrieben, wodurch sich somit die gleiche Abkürzung i. A. wie für im Auftrag ergäbe. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird im Allgemeinen laut Duden nun mit i. Allg. abgekürzt.

Rechtliche Bedeutung (Deutschland)[Bearbeiten]

In juristischer Hinsicht ist die Abkürzung „i. A.“ nicht eindeutig. Sie kann im allgemeinen Sprachgebrauch einerseits darauf hindeuten, dass der Unterzeichner keine eigene Erklärung abgibt, sondern nur die eines Dritten übermittelt, also als Bote handelt. Andererseits kann die Abkürzung auch bedeuten, dass der Unterzeichner als Stellvertreter eines Dritten auftritt und somit eine eigene Willenserklärung abgibt. Maßgeblich für die Abgrenzung sind die Gesamtumstände des jeweiligen Falles.[2] Etwas anderes gilt bei Schriftsätzen von Anwälten: Hier bedeutet die Angabe „i.A.“, dass der unterzeichnende Anwalt nur als Bote handelt. So ist z. B. eine Rechtsmitteleinlegung durch einen Rechtsanwalt B für Rechtsanwalt A mit dem Zusatz „i. A.“ nicht wirksam.[3]

Im öffentlichen Dienst in Deutschland wird die Bezeichnung mit „Im Auftrag“ ausgeschrieben.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • i. V. = in Vollmacht: Stellvertretung, Handlungsvollmacht, nicht etwa in Vertretung!
  • ppa. = per procura autoritate [lat.]: Prokura (in Vollmacht), international verbreitete Abkürzung, in Deutschland und Österreich allerdings nur bei Prokuristen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Hache, Heinz Sander, Katja Sander: Taschenlexikon Abkürzungen: Wirtschaft, Recht, Steuern, Datenverarbeitung. expert Verlag 1995, ISBN 3-816-91097-1.
  2. Bundesarbeitsgericht: Urteil vom 13. Dezember 2007, Aktenzeichen: 6 AZR 145/07 (abgedruckt in: Neue Juristische Wochenschrift 2008, S. 1243).
  3. Bundesgerichtshof: Beschluss vom 19. Juni 2007, Aktenzeichen: VI ZB 81/05 (abgedruckt in: Zeitschrift für das gesamte Familienrecht 2007, S. 1638).