IAESTE

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IAESTE
Typ internationale Vereinigung
Gründung 1948
Ursprung Imperial College, London
Personen

Bernard Baeyens, Präsident

Aktionsraum global
Schwerpunkt Studierende und Arbeitgeber
Mitglieder 85 Staaten (Stand: Juli 2008)
Website http://www.iaeste.org

IAESTE (International Association for the Exchange of Students for Technical Experience) ist eine internationale Vereinigung, die Auslandspraktika für Studenten technischer und naturwissenschaftlicher, sowie für land- und forstwirtschaftlicher Studienrichtungen organisiert. Zusätzlich zur Vermittlung von Praktikumsplätzen (und teilweise auch längerfristiger Beschäftigungsverhältnisse) unterstützt die Organisation ihre Praktikanten auch bei den Einreiseformalitäten und organisiert die Unterkunft sowie ein Freizeitprogramm im Gastland.

Gründungsprinzip und -mitglieder[Bearbeiten]

Die Organisation ist unpolitisch und unabhängig. Sie wurde 1948 auf Anregung von James Newby am Imperial College in London gegründet, um zur besseren Völkerverständigung im Nachkriegseuropa beizutragen. Eine Zielsetzung der Organisation ist daher ausdrücklich auch die kulturelle Bereicherung für die Praktikanten und ihre Gastländer. Heute vermittelt die Organisation etwa 5.000 Studierende pro Jahr.

Die 10 Gründungsmitglieder waren Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Schweden, die Tschechoslowakei und die Schweiz. Die Anzahl der Mitgliedsländer ist von ursprünglich 10 europäischen Ländern mittlerweile auf 85 Länder weltweit angewachsen.

Seit 2005 ist IAESTE eine eingetragene, gemeinnützige Vereinigung nach Luxemburgischem Recht ("associacion sans but lucratif"). [1]

Ziele und Aufgaben[Bearbeiten]

Die Ziele wurden von der Situation im Nachkriegseuropa stark beeinflusst. Wesentliche Ziele sind

In manchen Ländern organisiert die Organisation an technischen Universitäten auch sog. Firmenkontaktmessen, zu denen Unternehmen fachkundige Vertreter und Kontaktpersonen entsenden. Unternehmenspräsentationen oder Podiumsdiskussionen sollen weitere Bindeglieder zwischen Studenten und Unternehmen bilden.

Seit einigen Jahren werden auch Studierende anderer Fachrichtungen in das IAESTE-Programm aufgenommen. Schwerpunkt bleiben jedoch ingenieur- und naturwissenschaftliche, sowie land- und forstwirtschaftliche Praktika. Bei der Vermittlung von sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Praktikumsplätzen hilft die Partnerorganisation AIESEC.

Allgemeine Organisationsstruktur[Bearbeiten]

In jedem Mitgliedsland der Organisation gibt es ein National Committee (NC), das für die Abwicklung des Studentenaustauschs im jeweiligen Land verantwortlich ist. Viele Hochschulstandorte führen zusätzlich sogenannte Local Committees (LC) für die Betreuung der Studenten vor Ort. Einmal jährlich im Januar treffen sich Delegationen aus allen Mitgliedsstaaten bei der General Conference.

Während die Organisation im deutschsprachigen Raum sehr stark durch die ehrenamtliche Arbeit von Studenten für Studenten getragen wird, wird sie in anderen Ländern oft überwiegend von berufstätigen Freiwilligen oder von eigens dafür bezahlten Personen organisiert.

Der Studentenaustausch funktioniert in der Regel nach einem 1:1-Tauschsystem, d.h. jedes Land erhält genauso viele Praktikumsplätze wie es selbst zur Verfügung stellt. Traditionell stellen allerdings Länder mit einem relativ hohen Bruttonationaleinkommen (BNE) mehr Plätze zur Verfügung, als sie selbst erhalten. Deutschland ist mit Abstand das Land mit dem größten Angebot an Praktikumsplätzen.[2] Hauptaufgabe der IAESTE-Mitarbeiter ist nicht nur die Beratung und Betreuung der Studenten, sondern auch das Organisieren von Praktikumsplätzen für ausländische Studenten im eigenen Land.

IAESTE in Deutschland[Bearbeiten]

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Das deutsche Nationalkomitee ist beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Referat "Internationaler Praktikantenaustausch" angesiedelt. Zusätzlich dazu wird die Arbeit auf lokaler Ebene durch eine Vielzahl von ehrenamtlich arbeitenden Studenten und durch die Akademischen Auslandsämter der Hochschulen unterstützt.

Praktikanten in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland werden jährlich etwa 1.000 Praktikumsplätze angeboten. Dazu werben die Lokalvertretungen Praktikumsplätze bei örtlichen Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen ein. Die potenziellen Arbeitgeber haben dadurch die Möglichkeit auf einen sehr großen Pool ausländischer Studenten zuzugreifen. Sowohl für die Praktikanten als auch für die Arbeitgeber sind die Dienste der IAESTE prinzipiell kostenfrei. Die Vergütung für IAESTE-Praktikanten in Deutschland beträgt 650 Euro. Zusätzlich zu den Verwaltungsaufgaben werden eine Vielzahl von Aktivitäten und Fahrten für die ausländischen Studenten angeboten. So gibt es jedes Jahr große Events in Aachen, Berlin, München und vielen anderen Städten, in denen die IAESTE vertreten ist. Insgesamt gibt es etwa 140 lokale Vertretungen in unterschiedlichen Größen und Formen an vielen Hochschulen in Deutschland.

Praktikum im Ausland[Bearbeiten]

Studierende an einer deutschen Hochschule können sich bei ihrem Lokalkomitee bzw. dem Akademischen Auslandsamt ihrer Hochschule um einen Praktikumsplatz über die Organisation bewerben. Bis auf gute Englischkenntnisse sind für eine Bewerbung prinzipiell keine weiteren Leistungen notwendig. Die konkreten Anforderungen an den Praktikanten können jedoch je nach Praktikumsplatz stark variieren. Die OrganisationE vermittelt nur Praktika, welche zuvor von ihr angeworben wurden und nur über IAESTE angeboten werden.

IAESTE in der Schweiz[Bearbeiten]

IAESTE Switzerland arbeitet mit fast 30 Schweizer Hochschulen und 100 Schweizer Firmen zusammen, um Studierenden einzigartige Arbeitserfahrungen in der ganzen Welt zu ermöglichen. IAESTE ist auf die Vermittlung von Praktika für Studierende technischer und naturwissenschaftlicher Studienrichtungen spezialisiert, doch gelegentlich werden auch Stellen in anderen Gebieten angeboten.

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte IAESTE Switzerland zu der ETH Zürich, ist aber seit 2005 ein unabhängiger und eigenständiger Verein. Die Vereinsmitglieder bilden das Nationalkomitee. Darin sind Vertreter aus Politik, dem Hochschulbereich, der Industrie, von Verbänden und der IAESTE Local Committees. Das Nationalkomitee wählt alle 2 Jahre einen Vorstand aus den eigenen Reihen. Die Hauptgeschäftsstelle, das National Office, ist in Zürich angesiedelt. Seit 2007 gibt es ausserdem eine Zweigstelle in Lausanne, welche sich um die Arbeit in der französischen Schweiz kümmert. Das National Office, momentan unter der Leitung von Marianne Steinemann, führt die Kerngeschäfte von IAESTE Switzerland aus und ist u.a. für die Vermittlung der Praktikanten ins Ausland, die Anstellung der ausländischen Praktikanten in der Schweiz, die Arbeitgebersuche und die Akquisition von Partnern verantwortlich. Das National Office wird unterstützt durch die Local Committees (LC). In der Schweiz gibt es drei solcher LCs: in Zürich, Basel und Lausanne. Sie kümmern sich hauptsächlich um die ausländischen Praktikanten in der Schweiz, suchen Unterkünfte und organisieren zahlreiche Events.

Angebot für Studierende in der Schweiz[Bearbeiten]

Studierende an einer Schweizer Universität oder (Fach-)Hochschule können sich bei IAESTE Switzerland um Praktika im Ausland bewerben, welche jeweils im Internet ausgeschrieben werden. Dabei fällt eine Bewerbungsgebühr und bei einer erfolgreichen Vermittlung eine Partizipationsgebühr an. Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Immatrikulation an einer Schweizer Hochschule und ein abgeschlossenes 4. Studiensemester. Die fachlichen und sprachlichen Voraussetzungen variieren von Stelle zu Stelle. Die angebotenen Praktika dauern zwischen 6 Wochen und einem Jahr und werden vergütet.

Angebot für Unternehmen und Organisationen in der Schweiz[Bearbeiten]

Jedes Jahr schreiben zahlreiche Unternehmen und Organisationen Praktikumsstellen via IAESTE Switzerland aus. 2012 waren darunter Unternehmen wie Alstom, Nestlé, Herzog & de Meuron oder Doodle. Die Vermittlung eines ausländischen Praktikanten ist für die Arbeitgeber kostenlos. Der Arbeitgeber definiert das Profil und IAESTE Switzerland sucht dann den passenden Kandidaten.

Quellen[Bearbeiten]

  1. IAESTE Annual Review 2005 (PDF)
  2. IAESTE Annual Review 2007 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]