Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten

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Das Logo des IBKA

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) ist ein deutscher Interessenverband konfessionsloser und sogenannter zwangskonfessionalisierter Menschen. Erster Vorsitzender ist René Hartmann.

Gründung und Mitglieder[Bearbeiten]

Der IBKA ging aus dem 1972 gegründeten Berliner Bund der Konfessionslosen (BKB) hervor. 1976 wurde in Berlin der Internationale Bund der Konfessionslosen (IBDK) gegründet; dieser erhielt 1982 den Namen Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten.

Der Verein hat nach eigener Angabe derzeit ca. 1000 Einzelmitglieder[1] und 12 korporative Mitglieder. Im Beirat waren bzw. sind unter anderem Karlheinz Deschner (1924–2014), Colin Goldner und Horst Herrmann.[2]

Ziele und Positionen[Bearbeiten]

Der IBKA verfolgt nach seiner Satzung als seine wesentlichen Ziele die Durchsetzung der Menschenrechte – insbesondere der Weltanschauungsfreiheit – als Individualrechte, die konsequente Trennung von Staat und Kirche, die Förderung des vernunftgeleiteten Denkens sowie die Aufklärung über Wesen, Funktion, Strukturen und Herrschaftsansprüche von Religionen.

Der IBKA vertritt religionskritische, atheistische und agnostische Positionen, versteht sich jedoch nicht als Weltanschauungsgemeinschaft, sondern als politische Interessenvertretung konfessionsloser und zwangskonfessionalisierter Menschen.

Als „zwangskonfessionalisiert“ gilt dem IBKA, „wer gegen seine Überzeugung einer religiösen Gemeinschaft nur deshalb angehört, weil er/sie hierzu aus ökonomischen oder sozialen Gründen gezwungen ist“ (§ 5.2 der IBKA-Satzung). Der IBKA berät daher unter anderem bei Fragen zum Kirchenaustritt.

Der IBKA ist Mitglied der Atheist Alliance International (AAI) und des Koordinierungsrats säkularer Organisationen (KORSO). Er gibt die Quartalsschrift „Materialien und Informationen zur Zeit“ (MIZ) heraus, die bereits 1972 begründet wurde. Der IBKA betreibt zusätzlich das Forum „Freigeisterhaus“, die momentan größte deutschsprachige Community für Atheisten und Agnostiker.

Der IBKA beteiligt sich aktuell auch an den kontroversen Debatten im säkularen Spektrum zur Schaffung eines Zentralrates der Konfessionsfreien in Deutschland und zur These einer Leitkultur Humanismus und Aufklärung.

Die Deutsche Buskampagne als deutsche Variante der Atheist Bus Campaign, einer Werbekampagne, die das Bewusstsein für Atheismus fördern soll, wird vom IBKA unterstützt.[3]

Von 2000 bis 2006 verlieh der IBKA insgesamt fünf Mal den Erwin-Fischer-Preis an „Personen und Organisationen […], die sich in herausragender Weise um Weltanschauungsfreiheit, Trennung von Staat und Kirche, Förderung vernunftgeleiteten Denkens und Aufklärung über Wesen, Funktion, Strukturen und Herrschaftsansprüche von Religionen verdient gemacht haben.“

IBKA-Preis[Bearbeiten]

Seit 2008 verleiht der IBKA, in der Regel alle zwei Jahre, den IBKA-Preis „Sapio“ an „Personen und Organisationen […], die sich in herausragender Weise um

  • Weltanschauungsfreiheit, Selbstbestimmung und Toleranz
  • Trennung von Staat und Kirche
  • Förderung vernunftgeleiteten Denkens
  • Aufklärung über Wesen, Funktion, Strukturen und Herrschaftsansprüche von Religionen
  • nichtreligiöse pädagogische, soziale und kulturelle Angebote
  • humanitäre Hilfsmaßnahmen durch Nichtreligiöse

verdient gemacht haben.“[4]

Die bisherigen Preisträger sind:

Angeschlossene Verbände[Bearbeiten]

Dem IBKA gehören derzeit als korporative Mitglieder die Regionalgliederungen des Bundes für Geistesfreiheit in Augsburg, Erlangen, Kulmbach/Bayreuth, München, Neuburg/Ingolstadt und Regensburg sowie das Atheist Centre Vijayawada (Indien), der Regionalverband Ostwürttemberg des Deutschen Freidenkerverbandes, das Libertäre Forum Aschaffenburg und der Landesverband Berlin der JungdemokratInnen/Junge Linke an.[7]

Quellen[Bearbeiten]

  1. IBKA-Homepage: Tätigkeitsbericht des IBKA September 2010 – September 2011
  2. IBKA-Homepage: Beirat
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAtheistische Buskampagne unerwünscht. junge Welt, abgerufen am 23. April 2009.
  4. Homepage zum IBKA-Preis
  5. ibka.org: Oswalt Kolle erhält IBKA-Preis „Sapio“ (Version vom 1. Juni 2010 im Internet Archive)
  6. Team Buskampagne erhält IBKA-Preis "Sapio 2012". Mitteilung auf der Website des IBKA, abgerufen am 17. Juni 2013.
  7. IBKA-Homepage: Korporative Mitglieder

Weblinks[Bearbeiten]