ICE International

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Liniennetz des ICE International

Als ICE International wird der grenzüberschreitende Intercity-Express-Verkehr zwischen Deutschland und Belgien sowie den Niederlanden bezeichnet. Andere internationale ICE-Verbindungen nach Österreich, Frankreich, Dänemark und in die Schweiz werden nicht als ICE International bezeichnet.

Das Joint Venture wurde 1999 von der Deutschen Bahn und den Niederländischen Staatsbahnen (NS) gegründet.[1] Die Züge werden mit ICE-3M-Garnituren der Deutschen Bahn (DB) und der Nederlandse Spoorwegen (NS) gefahren.

ICE International (Niederlande)[Bearbeiten]

ICE International 78
Kursbuchstrecke (DB): 41
Streckenlänge: ca. 438 km
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
Fahrzeit (Frankfurt–Amsterdam) 3:56
Staaten: Deutschland, Niederlande
Zuglauf
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Amsterdam Centraal THA, ICE, EC, IC
Bahnhof, Station
Utrecht Centraal ICE, IC
Bahnhof, Station
Arnhem ICE, IC
   
Oberhausen Hbf ICE, IC
   
Duisburg Hbf ICE, EC, IC
   
Düsseldorf Hbf ICE, EC, IC
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(nur ICE 121)
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Köln Hbf THA, ICE, EC, IC
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Köln Messe/Deutz ICE, IC
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Köln/Bonn Flughafen (einzelne Züge) ICE, IC
   
Siegburg/Bonn (einzelne Züge) ICE
   
Montabaur (einzelne Züge) ICE
   
Limburg Süd (einzelne Züge) ICE
Bahnhof, Station
Flughafen Frankfurt ICE, EC, IC
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(nur ICE 104/5)
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Frankfurt Hbf TGV, ICE, EC, IC
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Mannheim Hbf TGV, ICE, EC, IC
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Karlsruhe Hbf TGV, ICE, EC, IC
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Offenburg ICE, EC, IC
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Freiburg Hbf ICE, EC, IC
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Basel Bad Bf ICE, EC, IC
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Basel SBB TGV, ICE, EC, IC
Frankfurt ↔ Amsterdam: ICE 226/7, 128/9, 124/5, 122/3, 120/1
    Basel ↔ Amsterdam: ICE 104/5
ICE 3M der NS Hispeed in Arnheim

Der ICE-International-Verkehr mit den Niederlanden geht zurück auf das Jahr 1994, als sich die Deutsche und die Niederländische Bahn auf ein gemeinsames Projekt zur Realisierung des grenzüberschreitenden Verkehrs einigten. Ursprünglich wollte die NS einen eigenwirtschaftlichen Zugverkehr zwischen Frankfurt am Main und Amsterdam einrichten. In Gesprächen zwischen den beiden Bahnen entstand das Kooperationsprojekt ICE International.

Die ersten Züge verkehrten ab dem Jahr 2000. Zunächst wurde eine Verbindung zur Expo 2000 in Hannover von Amsterdam ausgehend eingerichtet.

Zum Fahrplanwechsel am 5. November 2000 wurde zwischen Köln und Amsterdam ein Zwei-Stunden-Takt eingerichtet, ein Zugpaar verkehrte von bzw. bis Frankfurt am Main; zwei EC-Zugpaare blieben zunächst erhalten. Ab 24. Oktober war bereits ein Triebzug im Umlauf von zwei Eurocity-Zugpaaren eingesetzt worden.[2]

Nachdem die Mitropa den Zuschlag bei einer Neuausschreibung erhalten hatte, führte das Unternehmen zum 1. September 2001 auf der Linie ein neues Gastronomiekonzept ein.[3]

Mit Eröffnung der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main wurden ab Ende 2002 die Zugläufe nach Frankfurt am Main verlängert. Die Züge verkehren zunächst ab Frankfurt Hbf über Frankfurt Flughafen, die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main und die Kölner Südbrücke nach Köln Hbf. Der Umweg ist später entfallen; die Züge erreichen den Kölner Hauptbahnhof heute in der Regel über die Hohenzollernbrücke und wechseln dort die Fahrtrichtung. Ab Köln verkehren die Züge über die Bahnstrecke Köln–Duisburg, über Düsseldorf Hbf und Duisburg Hbf. Im weiteren Verlauf verkehren die Züge über die Hollandstrecke und überqueren die Staatsgrenze bei Emmerich am Rhein. Über Arnhem verkehren die Züge über die Rijnspoorweg-Strecke über Utrecht Centraal bis nach Amsterdam Centraal.

Mit der Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 ging die planmäßige Fahrzeit zwischen Frankfurt am Main und Amsterdam von 305 auf 237 Minuten zurück.[4]

Die Fahrzeit zwischen den beiden Endbahnhöfen liegt bei rund vier Stunden. Es wird ein weitgehender Zwei-Stunden-Takt angeboten, der sich auf sieben Zugpaare über den Tag verteilt. Ein Zugpaar ist verlängert bis Basel SBB und bedient nicht den Hauptbahnhof in Frankfurt, sondern fährt nach dem Flughafen Frankfurt direkt über die Riedbahn in Richtung Mannheim.

Jeder Zug verkehrt mit einem gemischten, deutsch-niederländischen Zugbegleitteam. Die Zugläufe werden von den Transportleitungen in Duisburg und Amsterdam überwacht.

Am 18. Mai 2010 wurde der zehnmillionste Fahrgast begrüßt.[5] Bis Anfang November 2010 wurden mehr als 10,5 Millionen Fahrgäste gezählt.[6]

ICE International (Belgien)[Bearbeiten]

ICE International 79
Kursbuchstrecke (DB): 42
Streckenlänge: ca. 400 km
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
Fahrzeit (Frankfurt – Brüssel-Zuid) 3:05
Länder: Deutschland, Belgien
Zuglauf
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Bruxelles-Midi/Brussel-Zuid EUR, TGV, THA, ICE, EC, IC
Bahnhof, Station
Bruxelles-Nord/Bruxelles-Nord ICE, IC, EC
Bahnhof, Station
Lüttich-Guillemins THA, ICE, IC
Bahnhof, Station
Aachen Hbf THA, ICE,IC
   
Köln Hbf THA, ICE, EC, IC
   
Köln/Bonn Flughafen (einzelne Züge) ICE, IC
   
Siegburg/Bonn (einzelne Züge) ICE
   
Montabaur (einzelne Züge) ICE
   
Limburg Süd (einzelne Züge) ICE
Bahnhof, Station
Frankfurt am Main Flughafen Fernbahnhof ICE, EC, IC
   
Frankfurt (Main) Hauptbahnhof TGV, ICE, EC, IC
Brüssel ↔ Frankfurt: ICE 10/11, 14/15, 16/17, 18/19
ICE 3M der DB in Brüssel Nord.
Velaro D der DB in Aachen Hbf.

Die Linie führt ebenfalls von Frankfurt Hauptbahnhof über den Frankfurter Flughafen auf die Neubaustrecke Köln-Rhein/Main. Nach dem Kölner Hauptbahnhof fährt der ICE International weiter auf die Schnellfahrstrecke Köln–Aachen bis Aachen Hbf. Danach überfährt er die Grenze zwischen Deutschland und Belgien bei Hergenrath. Früher wurde zwischen Hergenrath und Liège-Guillemins die Wesertalstrecke über Verviers befahren. Mit dem kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2009 wurde die neue Schnellfahrstrecke HSL 3 bis Lüttich in Betrieb genommen.

Nach Lüttich fährt der ICE weiter auf Schnellfahrstrecke HSL 2 über Löwen bis zum Brüsseler Südbahnhof. Die Fahrzeit zwischen den beiden Endbahnhöfen liegt bei rund drei Stunden und die Verbindung wird täglich von vier Zugpaaren bedient. Dieses Angebot besteht zusätzlich zum Thalys, der zwischen Köln und Brüssel (und weiter nach Paris) verkehrt.

Der ICE-Verkehr nach Brüssel wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 auf der neu eingeführten Linie 79 mit zunächst drei Zugpaaren pro Tag aufgenommen. Die Fahrzeit zwischen Frankfurt und Brüssel sank damit von fünfeinviertel auf dreieinviertel bis vier Stunden. Aufgrund fehlender Zulassung verkehrten die Züge zunächst nicht über die HSL 2.[7]

Das neue Angebot wurde von einem Konflikt zwischen DB, SNCB und SNCF überschattet. Die SNCB hatte die geplanten ICE-3-Verkehre mit Verweis auf technische Probleme (Neubaustrecke) bzw. fehlende Fahrplantrassen (Bestandsstrecke) abgelehnt. Darauf hatte sie den zum Fahrplanwechsel zusätzlich geplanten Thalys-Zügen den Netzzugang verwehrt.[8] Durch die Nutzung der Altstrecke lag die Reisezeit der ICE 3 zwischen Köln und Paris zunächst 14 Minuten über der (die Neubaustrecke nutzenden) Thalys-Züge. Damit wurde auch der ursprünglich vorgesehene Anschluss an Thalys-Züge nach Paris planmäßig verpasst.[9] Die ICE-Züge wurden auch nicht in die belgischen Kursbücher für die Fahrplanjahre 2005 und 2006 eingetragen.[10]

Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 war mit 136 Minuten eine einheitliche Fahrzeit von ICE und Thalys zwischen Köln und Brüssel erreicht.[9]

Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 verkehren diese vier Zugpaare zwischen Frankfurt am Main und Brüssel. Mit diesen wird so ein annähernder Vier-Stunden-Takt angeboten.[11] Durch das im Vergleich zum Fahrplan 2009 zusätzliche ICE-Zugpaar entfällt dafür ein Thalys-Zugpaar bis Paris.

Unklar ist (Stand: Oktober 2010), ob es mit der geplanten Aufnahme des Verkehrs zwischen Frankfurt, Amsterdam und London (über Brüssel) weiterhin eine ICE-Linie zwischen Frankfurt und Brüssel geben werden wird.[12]

Sonstiges[Bearbeiten]

Bis zum Fahrplanwechsel Ende 2010 verkehrten je zwei ICE-International-Züge (je ein Zug der beiden Linien) gekuppelt viermal am Tag von Frankfurt bis Köln. Danach fuhr der vordere Teil weiter Richtung Brüssel, der hintere weiter Richtung Amsterdam.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 verkehren die ICE-International-Züge wieder getrennt und mit veränderten Fahrzeiten, so dass zwischen Frankfurt und Brüssel täglich vier Zugpaare verkehren und während der Wintermonate sechs Zugpaare (im Sommer verkehren sieben Zugpaare) zwischen Frankfurt und Amsterdam verkehren. Durch Fahrplananpassungen verkehren die ICE International zwischen Frankfurt und Amsterdam nicht mehr täglich, sondern gewisse Verbindungen stehen nur montags bis donnerstag bzw. donnerstags und sonntags zur Verfügung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung Inbetriebnahme des ICE 3. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5, Jahrgang 1999, ISSN 1421-2811, S. 170 f.
  2. Meldung ICE nach Amsterdam. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2000, ISSN 1421-2811, S. 531.
  3. Meldung Aktuelles in Kürze. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2001, ISSN 1421-2811, S. 474.
  4. Die Technik-Strategie der Deutschen Bahn AG (2. Teil). In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2003, ISSN 1421-2811, S. 202–204.
  5. DB Mobility Logistics (Hrsg.): Zehnmillionster Fahrgast des ICE International nach Amsterdam startet morgen in Köln. Presseinformation vom 17. Mai 2010
  6. DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): 10 Jahre ICE International zwischen Deutschland und den Niederlanden. Presseinformation vom 2. November 2010.
  7. Meldung ICE 3 bis Bruxelles. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2002, ISSN 1421-2811, S. 549.
  8. Meldung Turf war cuts Brussels – Köln. In: Railway Gazette International, Dezember 2002, S. 736.
  9. a b Sven Andersen: Die Auseinandersetzungen im Fernverkehr Köln – Brüssel. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2005, ISSN 1421-2811, S. 299–303.
  10. Meldung ICE Köln – Bruxelles weiterhin nicht im belgischen Kursbuch. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 2/2006, ISSN 1421-2811, S. 82.
  11. Informationen zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember. Presseinformation vom 29. Oktober 2010.
  12. Keith Fender: DB unveils plans for London services. In: Modern Railways. Bd. 67, Nr. 747, 2010, ISSN 0026-8356, S. 68 f.