iCloud

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iCloud
ICloud Logo 2013.png
Entwickler Apple
Betriebssystem ab iOS 5,
ab Mac OS X 10.7,
ab Windows Vista
Kategorie Cloud Computing
www.icloud.com (Anmeldeseite)
www.apple.com (Info-Webseite)

iCloud ist ein Cloud-Dienst des Unternehmens Apple, der am 6. Juni 2011 im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt[1] und am 12. Oktober 2011 gestartet wurde. iCloud ersetzt Apples vorherigen Online-Dienst MobileMe, der am 1. Juli 2012 vollständig abgeschaltet wurde.

Funktionen[Bearbeiten]

Mit iCloud ist es möglich, Daten auf maximal zehn[2] Apple-Geräten und Windows-Rechnern synchron zu halten. Neben Mails, Kontakten und Kalendereinträgen, die bereits mit MobileMe synchronisiert werden konnten, können Fotos, Dokumente und Einstellungen automatisch in iCloud hochgeladen und zwischen allen Geräten des Besitzers synchronisiert werden. Für iOS-Geräte dient iCloud auch als Backup.

Im iTunes Store gekaufte Multimedia-Inhalte können von allen Geräten des Nutzers heruntergeladen werden.

Die Funktion „Mein iPhone suchen“ ermöglicht es, den Aufenthaltsort eines iOS-Gerätes zu bestimmen, etwa im Fall eines Verlusts. Mit der Funktion „Meine Freunde finden“ kann der aktuelle Standort auch anderen Personen bekanntgegeben werden.[3]

Jedem Nutzer stehen in iCloud kostenlos 5 GB Speicherplatz zur Verfügung. Eigene Fotos in Photostream sowie bei Apple gekaufte Inhalte wie Musik, Apps oder Bücher werden nicht auf diesen Speicherplatz angerechnet.[4] Zusätzlicher Speicherplatz kann kostenpflichtig erworben werden.

Vergleich mit MobileMe[Bearbeiten]

Gemeinsam haben beide Dienste die Funktionen:

  • Mails: Der Dienst beinhaltet ein E-Mail-Konto (z. B. vorname.nachname@icloud.com, zuvor @me.com), das über IMAP abgefragt werden kann.
  • Kontakte: Zugriff auf die über iCloud synchronisierten Kontaktinformationen
  • Kalender: Zugriff auf die über iCloud synchronisierten Kalenderdaten.
  • Lesezeichen: Synchronisation der von iCloud verwalteten Lesezeichen.
  • Mein iPhone suchen: eine Funktion, mit der sich das iPhone oder iPad orten und mit einem vierstelligen Zugangscode aus der Ferne sperren lässt.
  • Zugang zu meinem Mac: Remote-Verbindung zum Mac über das Internet.

Andere Funktionen von MobileMe wie iWeb Publishing, iDisk und Galerie, sowie die Synchronisation der Dashboard-Widgets, Dockobjekte, Schlüsselbunde und Einstellungen von Mac OS X fielen mit der Einführung von iCloud zunächst weg.[5] Einige dieser Funktionen wurden iCloud später wieder hinzugefügt.

Neue Funktionen[Bearbeiten]

Mit dem Start von iCloud sind gegenüber MobileMe folgende Funktionen hinzugekommen:

  • iTunes in der Cloud: Synchronisation von gekauften iTunes-Musikstücken
  • Fotostream: Synchronisation von Fotos
  • Dokumente in der Cloud: Synchronisation von eigenen Dokumenten
  • Automatische Downloads und Liste der gekauften Apps und Bücher
  • Backup und Wiederherstellen von iPhone oder iPad
  • Meine Freunde finden

Auf der WWDC 2012 wurden folgende Funktionen präsentiert, die mit OS X 10.8 und iOS 6 im Herbst 2012 eingeführt wurden:[6][7]

  • Erinnerungen: Synchronisiert Erinnerungen zwischen allen Apple-Geräten
  • Notizen: Synchronisiert Notizen zw. allen Apple-Geräten
  • (i)Message: Synchronisiert zuletzt gelesene iMessage zwischen allen Apple-Geräten
  • Safari: Synchronisiert Tabs vom Webbrowser Safari zwischen allen Apple-Geräten mit Safari 6
  • Geteilter Fotostream: Fotostreams können anderen Benutzern zugänglich gemacht („geteilt“) werden.

Auf der WWDC 2013 wurden weitere Funktionen vorgestellt, welche in iOS 7 und OS X 10.9 „Mavericks“ im Herbst 2013 eingeführt wurden:[8]

  • iCloud Fotofreigabe: In einem gemeinsamen Fotostream können nun auch andere Personen Fotos teilen.
  • Mein iPhone suchen: Zur Deaktivierung des Dienstes oder Reaktivierung des Gerätes ist es nun erforderlich, die Apple-ID und das Passwort einzugeben.
  • iCloud Schlüsselbund: Alle Nutzernamen, Passwörter und Kreditkartennummern werden verschlüsselt in der iCloud gespeichert.
  • iWork für iCloud: Sämtliche iWork-Dokumente können nun in dem iCloud-Webinterface erstellt, bearbeitet und präsentiert werden.

Anwendungen[Bearbeiten]

Mit Einführung von iCloud für iOS wurde es lediglich von iWork für iOS unterstützt, seit der Veröffentlichung von Mac OS X 10.7 ist die Verwendung auch unter iWork für Mac möglich.[9] iCloud kann zudem in Software von Drittanbietern genutzt werden, die diese über den App Store anbieten.

iTunes Match[Bearbeiten]

Der Dienst iTunes Match startete in den USA für zunächst jährlich 24,99 US-Dollar, in Deutschland (24,99 €) und der Schweiz (CHF 35) ist er seit dem 16. Dezember 2011 verfügbar. Die GEMA, die in Deutschland viele Musiker vertritt, hatte zunächst eine einjährige Experimentalvereinbarung mit Apple abgeschlossen.[10][11]

iTunes Match erstellt für jeden Titel in der Musikbibliothek des Nutzers einen akustischen Fingerabdruck und gleicht die Bibliothek so mit dem im iTunes Store verfügbaren Angebot ab. Wenn ein Titel auch im iTunes Store verfügbar ist, wird er ab sofort behandelt, als wäre er im iTunes Store gekauft worden. Musikstücke geringer Tonqualität werden gegen bessere Kopien ausgetauscht und können auch behalten werden, wenn das iTunes-Match-Abo nicht verlängert wird.[2] Nicht im iTunes Store erhältliche Titel werden hochgeladen; sie können während der Laufzeit des iTunes-Match-Abos zu allen Geräten eines Nutzers gestreamt oder heruntergeladen werden.[12]

Rechenzentren[Bearbeiten]

Apple betreibt mehrere Rechenzentren in verschiedenen US-Bundesstaaten.[13]

In iCloud hochgeladene Daten werden mit dem Algorithmus AES-128 verschlüsselt. Die so verschlüsselten Dateien werden anschließend bei Speicherdiensten wie Amazon S3 oder Windows Azure abgelegt, während die Schlüssel sowie Metadaten wie der Dateiname oder Zugriffsrechte in Apples Rechenzentren gespeichert werden.[14]

Da die Server in den USA stehen, unterliegen sie nicht dem deutschen, sondern dem wesentlich schwächeren US-amerikanischen Datenschutzrecht. Stiftung Warentest bewertete den Datenschutz bei allen US-amerikanischen Cloud-Anbietern daher nur als ausreichend.[15]

Stromverbrauch[Bearbeiten]

Der Stromverbrauch der Rechenzentren wurde stark debattiert. Ein im April 2012 veröffentlichter Greenpeace-Bericht kritisierte, dass Apple sehr selektiv und intransparent sei, was die Veröffentlichung von Energiedaten betrifft. Der Bericht kritisiert außerdem die von Apple genutzten Energieträger. Greenpeace hatte den Energiebedarf eines Apple-Rechenzentrums im US-Bundesstaat North Carolina anhand der Investitionskosten in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar auf 100 Megawatt geschätzt.[16] Davon kämen nur 10 % aus umweltfreundlichen Quellen, der Rest stamme aus Kohle- und Atomkraftwerken.[17] Die Branchenseite DataCenterKnowledge.com wies jedoch darauf hin, dass in den Investitionskosten auch Kosten für eine Solaranlage und Brennstoffzellen enthalten sind, die vor Ort einen Teil des benötigten Stroms erzeugen sollen. Die tatsächlichen Kosten des Rechenzentrums und damit der Energieverbrauch seien also deutlich geringer als von Greenpeace angenommen. Apple erklärte, das Rechenzentrum benötige bei voller Auslastung nur rund 20 Megawatt Leistung, davon würden 60 % vor Ort aus regenerativen Quellen erzeugt.[16] Die restlichen 40 % seien zugekauft und ebenfalls aus erneuerbaren Energien.[13] Auch für ein neues Rechenzentrum im Bundesstaat Nevada nutzt Apple ausschließlich erneuerbare Energien.[18]

Systemvoraussetzungen[Bearbeiten]

Zur Aktivierung des Dienstes ist mindestens ein iPhone, iPad oder iPod touch mit dem Apple-Betriebssystem iOS 5 oder ein Mac mit Mac OS X 10.7 oder neuer beziehungsweise Windows Vista, Windows 7 oder Windows 8 mit zusätzlicher iCloud-Software erforderlich.[19]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Keynote vom 6. Juni 2011
  2. a b Matthias Weniger: Qualitätsschub für die digitale Musiksammlung. In: badische-zeitung.de, Ratgeber, Computer & Medien, 23. Dezember 2011 (4. Januar 2012)
  3. Markus Franz: Netzwerken mit Apples Find my Friends In: netzwelt.de. 14. Oktober 2011, abgerufen am 30. August 2012.
  4. Was ist iCloud?. In: apple.com
  5. Apple FAQ zum Übergang von MobileMe zu iCloud
  6. http://www.apple.com/osx/whats-new/ Apple: OS X Mountain Lion (Abschnitt iCloud)
  7. http://www.apple.com/icloud/coming-soon/ Apple: iCloud – Coming Soon
  8. Apple – iCloud – Your content. On all your devices. In: apple.com. 10. September 2013, abgerufen am 15. September 2013 (englisch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNeuerungen in OS X 10.7. Apple Inc., abgerufen am 11. August 2012.
  10. iTunes Match in Deutschland gestartet In: heise.de vom 16. Dezember 2011
  11. GEMA-Pressemitteilung: iTunes Match in Deutschland: GEMA schließt Vereinbarung mit Apple 16. Dezember 2011
  12. http://www.giga.de/downloads/ios-6-fur-iphone-ipad-und-ipod-touch-von-apple/news/ios-6-itunes-match-jetzt-als-echtes-streaming/
  13. a b Apple: Apple Facilities: Environmental Footprint Report, Fiscal 2012. S. 7–9. Abgerufen am 1. März 2014.
  14. Apple: White Paper: iOS Security. S. 22f. Abgerufen am 1. März 2014.
  15. Stiftung Warentest zur iCloud Abruf am 20. November 2013.
  16. a b Rich Miller: Apple: Greenpeace’s Cloud Math is Busted DataCenterKnowledge.com am 27. April 2012, abgerufen am 1. März 2014.
  17. Greenpeace: How Clean is your Cloud? April 2012, abgerufen am 1. März 2014.
  18. futurezone.at: Greenpeace: Apple nutzt saubere Energie. 2. Juli 2013, abgerufen am 1. März 2014.
  19. Apple Systemsteuerung iCloud – Für Windows Systeme. In: support.apple.com

Weblinks[Bearbeiten]