Innungskrankenkasse Nord

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Innungskrankenkasse Nord
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Sozialversicherung Gesetzliche Krankenversicherung
Kassenart Innungskrankenkasse
Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung 1. Januar 2006
Zuständigkeit Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen
Sitz Lübeck
Vorstand Ralf Hermes
Aufsichtsbehörde Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein
Versicherte 241.185 Versicherte (9/2013),

182.806 Mitglieder (9/2013)

Geschäftsstellen 52 (9/2013)
Website www.ikk-nord.de

Die Innungskrankenkasse Nord – Kurzform IKK Nord – mit Sitz in Lübeck ist eine deutsche Innungskrankenkasse.

Als gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR). Sie entstand am 1. Januar 2006 durch die Fusion der IKK Schleswig-Holstein und IKK Mecklenburg-Vorpommern.

Die IKK Nord ist geöffnet für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bremen.

Innungskrankenkasse[Bearbeiten]

Eine Innungskrankenkasse - Kurzform: IKK - ist ein Träger der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.[1] Aus ihrer Geschichte heraus waren die Innungskrankenkassen nicht für alle Bevölkerungsgruppen geöffnet. Ausgehend von ihrem namengebenden Ursprungspunkt, den Innungen, waren sie zunächst nur für das Handwerk geöffnet. Die Innungen hatten die Möglichkeit sich einer IKK anzuschließen. Das führte dazu, dass die Mitarbeiter dieser Unternehmen automatisch Mitglied bei der jeweiligen IKK wurden. Im Rahmen der Konsolidierung des GKV-Marktes öffneten die IKK den Zugang für alle Versichertengruppen. Seit 1996 haben die Krankenkassen vom Gesetzgeber her die Möglichkeit ihre Zugangsbeschränkungen aufzuheben und jeden Versicherten aufzunehmen. Somit war die Öffnung gegenüber allen Gruppen ein nötiger Schritt, um die Konkurrenzfähigkeit zu erhalten und sich im laufend verschärfenden Wettbewerb zu positionieren.

Zum Teil ist das Geschäftsgebiet der Innungskrankenkassen regional begrenzt und die jeweilige Kasse nimmt nur Personen auf, die in diese Regionen leben oder Arbeitnehmer sind, so auch bei der IKK Nord. Andere IKK arbeiten überregional und sind bundesweit tätig.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1933 - Entstanden aus dem Handwerk[Bearbeiten]

Die Wurzeln der Innungskrankenkassen reichen bis ins Mittelalter zurück. Zu dieser Zeit schlossen sich Handwerker zu Gilden und Zünften zusammen. Basierend auf der Idee der Solidarität wurden durch die Gilden und Zünfte auch Hilfestellungen, wie soziale Leistungen im Krankheitsfall, geboten. Zuständig für diese Hilfestellungen waren die so genannten Krankenladen und -kassen, die den Ursprung der Innungskrankenkassen darstellen. Im Jahre 1883 wurde durch die Sozialgesetzgebung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck die allgemeine Krankenversicherung eingeführt. Hiermit wurden die Innungskrankenkassen zu Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung.

In den Zeiten der Weimarer Republik kam es zum Zusammenschluss vieler IKK. Hierdurch sollten ihre Kräfte gebündelt werden um das Teilhaben eine möglichst breite Masse an der Solidargemeinschaften zu ermöglichen.

Mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus in Deutschland entwickelten sich die Krankenkassen zu weisungsgebundenen Organisationen ohne gesundheitspolitische Gestaltungsspielräume. Sie wurden in das „Führerprinzip“ eingegliedert.[2]

1934 bis 1950 - Nationalsozialismus und Neuanfang[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg standen die IKK vor einem Neubeginn. Diese entwickelte sich durch die Einflüsse der verschiedenen Besatzungszonen bei vielen IKK komplett unterschiedlich.

In der sowjetischen Besatzungszone, die 1949 zur DDR wurde, wurde die Tradition der Innungskrankenkassen nicht weitergeführt, da hier schon 1947 eine Einheitsversicherung eingeführt wurde, die alle anderen Formen der Sozialversicherung ersetzte.

In den drei Westzonen entwickelte sich die Krankenversicherung hingegen zu einer der tragenden Säulen der sozialen Marktwirtschaft und somit gewannen die IKK in diesen Zonen deutlich an Wichtigkeit.

1951 bis 1989 - Wachstum und Konsolidierung[Bearbeiten]

Mit dem Modell der gegliederten Sozialversicherung und dem Selbstverwaltungsgesetz von 1951 gewann die gesetzliche Krankenversicherung nochmals an Bedeutung. Im Zuge dieses Gesetzes wurde das durch den Nationalsozialismus eingeführte Staats- durch das Selbstverwaltungsprinzip ersetzt. Dieses stellt bis heute die gültige Struktur des GKV-Systems dar.

Die folgenden Jahre verzeichneten ein starkes wirtschaftliches Wachstum - das Wirtschaftswunder - welches es ermöglichte die sozialen Leistungen erheblich zu erweitern. Die Innungskrankenkassen erweiterten ihren Leistungskatalog und verfolgten neue Ansätze wie Prävention und Prophylaxe. 1961 wurde im Zuge dieses Wachstums die Grenze von einer Million Mitglieder vom IKK-System überschritten.

Mit der zunehmenden wirtschaftlichen Konsolidierung und der schwieriger werdenden wirtschaftlichen Lage der siebziger Jahre wurde die Finanzierung der ständigen Ausdehnung des Leistungskataloges der Krankenkassen zunehmend kritischer. Infolgedessen wurden durch die Gesetzgebung erste Kostendämpfungsmaßnahmen initiiert.

1990 bis heute - Öffnung für alle[Bearbeiten]

In den neunziger Jahren erweiterten die IKK sowohl ihren Versichertenkreis als auch das Leistungsspektrum. Durch die Gesetzgebung wurde es ermöglicht, dass sich Krankenkassen für alle Zielgruppen öffnen.

Nach der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurden die westdeutschen Strukturen der Sozialversicherung auch in der ehemaligen DDR übernommen. Im so genannten Einigungsvertrag wurde die Übernahme der Kassensystems der BRD festgehalten. Bis Ende des Jahres 1990 wurden in den neuen Bundesländern 16 Innungskrankenkassen neu gegründet, darunter auch die IKK Mecklenburg-Vorpommern.

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts und der politisch erzwungenen Konsolidierung des Krankenkassenmarktes erfolgten immer mehr Fusionen. Zum 1. Januar 2006 entstand aus der Fusion der IKK Mecklenburg-Vorpommern und IKK Schleswig Holstein die Innungskrankenkasse (IKK) Nord. Seit der Fusion wächst die IKK Nord kontinuierlich. Direkt nach der Fusion Stichtag 1. Januar 2006 zählte der Mitgliederbestand 154.132 Mitglieder und zum Stichtag 1. Juli 2011 176.498 Mitglieder.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDefinition IKK - www.versicherungen-magazin.de/?p=68. Abgerufen am 13. August 2010.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeschichte IKK - www.ikkev.de/wir-ueber-uns/historie. Abgerufen am 13. August 2010.