ISU-122

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ISU-122
ISU-122 skos RB.jpg

ISU 122 im Militärmuseum Poznan

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4 oder 5
Länge 9,85 m
Breite 3,07 m
Höhe 2,48 m
Masse 46 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 90 mm, Turmfront 120 mm
Hauptbewaffnung 122-mm-Kanone A-19
Sekundärbewaffnung 12,7-mm-FlaK-MG DSchK
Beweglichkeit
Antrieb W2IS-V12-Diesel mit Wasserkühlung 38,9 l
520 PS (388 kW)
Federung Drehstabfeder
Höchstgeschwindigkeit 37 km/h (Straße) / 19 km/h (Gelände)
Leistung/Gewicht 11,3 PS/Tonne
Reichweite 220 km, 370 km mit Zusatztanks

ISU-122 (russ. ИСУ-122) ist ein sowjetisches Sturmgeschütz und Jagdpanzer des Zweiten Weltkrieges.

Geschichte[Bearbeiten]

Der ISU-122 wurde zeitgleich zum ISU-152 entwickelt. Im Gegensatz zum schwerer bewaffneten ISU-152 sollte die Variante praktisch nur Panzerjäger sein und nicht wie dieser auch Aufgaben der Artillerie wahrnehmen. Technisch unterschieden sich die beiden Fahrzeuge vor allem in der Bewaffnung. Statt der 152-mm-Kanonenhaubitze wurde eine 122-mm-Kanone A-19 und später D-25 in einer Walzenblende eingebaut. Der ISU-122 konnte deutlich mehr Munition transportieren als der ISU-152. Nachteilig für einen Panzerjäger war jedoch, dass die Munition zweiteilig war, was die Ladezeiten erheblich verlängerte. Außerdem war die Panzerung im Vergleich zu deutschen Jagdpanzern wie dem Jagdpanther oder dem Jagdtiger zu schwach. Um den Fahrbereich zu erhöhen, wurden abwerfbare Zusatztanks angebracht. Im Gefechtsfall wurden diese sofort abgeworfen, um die Brandgefahr zu verringern. Der ISU-122 war auch um einige Zentimeter niedriger als vergleichbare deutsche Jagdpanzer. Das erlaubte ein besseres Tarnen in Hinterhaltstellungen. Der Frontpanzer war mit der Walzenblende noch zusätzlich verstärkt, verwundbar war der Jagdpanzer eher durch einen Flankenangriff. Der ISU-122 wurde bei den selbstständigen Panzerjägerregimentern eingesetzt. Ähnlich wie die meisten sowjetischen Panzer und Sturmgeschütze wurde auch der ISU-122 zum Einsatz sogenannter „Panzerreiter“ genutzt. Da der Roten Armee keine oder nur unzureichende Schützenpanzer zur Verfügung standen, fuhren Infanteristen häufig auf der Motorabdeckung von Panzern ins Gefecht. Beide ISU-Sturmgeschütze eigneten sich aufgrund ihres Aufbaus dafür ganz besonders.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blieb der ISU-122 noch bis in die 1960er-Jahre im Einsatz. Es wurden 1.735 Fahrzeuge produziert. Nach dem Krieg kam das Fahrzeug auch in allen Staaten des Warschauer Pakts sowie im Nahen Osten zum Einsatz.

Technische Daten[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Panzerung[Bearbeiten]

    • Wanne
      • 90 mm Bug / Neigung 60 °
      • 60 mm Fahrerfront / 12 °
      • 90 mm Wannenseite / 90 °
      • 60 mm Heck oben / 41 °
      • 60 mm Heck unten / 49 °
      • 30 mm Decke / 0 °
      • 20 mm Boden / 0 °
    • Turm
      • 60+65 mm Turmblende / gewölbt
      • 90 mm Turmfront oben / 60 °
      • 75 mm Turmseite / 75 °
      • 60 mm Heck / 90 °
      • 30 mm Decke / 0 °

Sonstige technische Daten[Bearbeiten]

  • Kraftstoffverbrauch auf 100 Kilometer (Straße): 227 Liter
  • Kraftstoffvorrat: (Hauptkraftstoffbehälter / Zusatztanks) 500 / 4 × 90 Liter
  • Antriebslage: hinten
  • Kettenbreite: 650 mm
  • Bodendruck: 0,82 kg/cm²
  • Bodenfreiheit: 460 mm
  • Länge über alles: 9850 mm
  • Breite über alles: 3070 mm
  • Höhe: 2180 mm
  • Rohrüberstand: 3210 mm
  • Furttiefe: 1,3 m
  • Grabenüberschreitfähigkeit: 2,5 m
  • Besatzung: 4 oder 5 Mann
  • Baujahren: 1944-1945
  • Stückzahl: 1735

Literatur[Bearbeiten]

  • Солянкин А. Г. и др.: Советские тяжёлые самоходные артиллерийские установки 1941-1945 гг.
    (Soljankin A. G. et al: Die sowjetischen schweren Selbstfahrartillerie 1941-1945). Exprint, Moskau 2005, ISBN 5-94038-080-8)
  • Alexander Lüdeke: Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg. Parragon Verlag, Köln, ISBN 978-1-4054-8584-5.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ISU-122 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien