IT-Dienstleistung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von IT-Service)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine IT-Dienstleistung (englisch IT Service) ist eine Dienstleistung aus dem Bereich der Informationstechnologie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition

Für den Begriff der IT-Dienstleistung oder des IT-Service gibt es verschiedene Definitionen. Laut Definition des IT Service Management Forum (itSMF) Arbeitskreises Publikation ITIL Version 3 Translation Project[1] ist ein IT-Service eine Dienstleistung, die für einen oder mehrere Kunden von einem IT Service Provider bereitgestellt wird. Ein IT-Service basiert auf dem Einsatz der Informationstechnologie und unterstützt die Geschäftsprozesse des Kunden. Ein IT-Service besteht aus einer Kombination von Personen, Prozessen und Technologien und sollte über ein Service-Level-Agreement (SLA) definiert werden. Eine IT-Dienstleistung wird nach dem Dienstleistungsgedanken als abgeschlossene Einheit ähnlich einem Produkt angeboten.

[Bearbeiten] Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland

Alphabetische Reihenfolge der 25 größten IT-Service-Unternehmen in Deutschland 2010:[2]

Unternehmen Umsatz in Deutschland in Mio. Euro Mitarbeiterzahl in Deutschland
Aareon AG 123,2 683
Atos Origin GmbH 450,0 2.501
Bayer Business Services GmbH 798,0 2.560
Bitmarck Holding 255,0 1.224
Computacenter AG & Co. oHG 1.173,0 4.169
Controlware GmbH (Gruppe) 115,0 452
Dimension Data Germany AG & Co. KG 130,0 330
Fiducia IT AG 647,7 2.993
Finanz Informatik 1.461,9 5.291
Freudenberg IT KG 79,2 467
Fujitsu Services / TDS 250,0 1.750
GAD-Unternehmensgruppe 640,0 11.639
GISA GmbH 70,2 472
H&D International Group (Hönigsberg & Düvel Datentechnik GmbH) 60,4 1.280
HCL GmbH 1) 200,0 230
Hewlett-Packard Deutschland Services 1.680,0 3.500
IBM Global Technology Services 2.610,0 11.000
Info AG 85,3 608
Siemens IT Solutions and Services 1.620,0 8.790
SVA System Vertrieb Alexander GmbH 1.620,0 8.790
Tata Consultancy Services Deutschland GmbH 76,6 398
T-Systems 6.157,0 25.095
TUI InfoTec GmbH 63,7 408
Unisys Deutschland GmbH 98,0 313
Vattenfall Europe Information Services GmbH 150,7 648

Anmerkung:
1) Mitarbeiter ohne internationale Competence-Center-Kapazitäten

Die Aufnahme in diese Liste unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes müssen mit IT-Service-Leistungen wie Outsourcing, ASP, RZ-Services, Maintenance, Schulung oder Software erzielt werden. Allerdings stellt diese Liste kein Ranking, sondern lediglich eine alphabetisch sortierte Marktstichprobe der 25 nach den oben genannten Kriterien relevantesten IT-Dienstleister dar. Einerseits veröffentlichen einige führende Anbieter in diesem Teilmarkt keine aufgeschlüsselten Daten für die einzelnen Leistungskategorien; manche internationale Unternehmen machen überhaupt keine entsprechenden Angaben für Deutschland. Andererseits erschwert die Heterogenität der Anbieter eine spezifische Einteilung: als Tochtergesellschaften ausgegliederte IT-Bereiche von Wirtschafts- und Finanzkonzernen (z.B. Fiducia IT, GAD), internationale Technologiekonzerne (z.B. IBM, HP), IT-Berater und Systemintegratoren (z.B. T-Systems), ehemalige Systemhäuser (z.B. Computacenter, Cenit), Managementberatungen (z.B. Rödl & Partner, Detecon) und andere. Aufgrund der diversifizierten Portfolios können einige Unternehmen auch in mehreren Lünendonk-Listen auftauchen.

Die Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, betrachtet seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich den Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland. Dabei erhebt das Marktforschungsunternehmen nicht den Anspruch, den Gesamtmarkt abzubilden. Es konzentriert sich vielmehr darauf, die führenden Anbieter in einem bestimmten Marktsegment zu betrachten. Daneben werden einige mittelgroße und kleine IT-Service-Unternehmen in die Analysen zu Vergleichszwecken einbezogen. Diese Unternehmen repräsentieren zusammen die Grundstruktur des Marktes und so hohe Umsatzanteile am Markt, dass Folgerungen für die Gesamtsituation und -entwicklung möglich sind. Die Analyse des Jahres 2011 umfasst 34 Unternehmen inklusive der Top 25.

Das Marktsegment IT-Services erreichte laut dem Branchenverband Bitkom und EITO 2010 in Deutschland ein Marktvolumen von 21,2 Milliarden Euro und stellt damit den größten Teilmarkt des deutschen IT-Service- und Software-Marktes dar. Die IT-Services weisen nach diesen Erhebungen gegenüber 2009 einen Zuwachs von 1,4 Prozent auf.

Für die kurz- und mittelfristige Zukunft demonstrierten die analysierten Anbieter Optimismus: Für 2011 rechneten sie im Schnitt mit einem Marktwachstum von 4,6 Prozent, für den Zeitraum 2011-2016 mit durchschnittlich 5,0 Prozent pro Jahr. Langfristig (2016-2020) fielen die Prognosen mit durchschnittlich 4,1 Prozent p.a. konservativer aus.

Das durchschnittliche Wachstum der Umsatzsteigerungsraten lag 2010 bei 4,8 Prozent. Für 2011 wurde ein Plus von 7,1 Prozent prognostiziert; für den Zeitraum 2011 bis 2016 sagten die Unternehmen im Schnitt 7,0 Prozent Zuwachs pro Jahr voraus. Allerdings wurden diese Werte von einigen besonders optimistischen Erwartungen nach oben gezogen.

2010 hatten die analysierten Unternehmen im Durchschnitt rund 3.900 fest angestellte Mitarbeiter – das waren 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei 14 Prozent der Anbieter waren maximal 70 Prozent der Mitarbeiter mit Aufgaben als Berater beziehungsweise IT-Experte beschäftigt. Knapp ein Drittel nannte Anteile von über 71 bis 80 Prozent. Gut die Hälfte beschäftigte über 80 bis 100 Prozent Berater und IT-Experten. Den IT-Service-Unternehmen standen im Durchschnitt mindestens 79 Prozent ihrer Mitarbeiter als direkt produktive Ressourcen zur Verfügung.

Besonders in Krisenzeiten oder starken Wachstumsphasen schaffen sich IT-Service-Unternehmen Flexibilität bei der Projektbesetzung durch den Einsatz von freiberuflichen IT-Experten. Letztere ergänzen sowohl quantitativ als auch qualitativ die eigenen Personalkapazitäten. Die befragten Anbieter beschäftigten im Schnitt 72 freiberufliche IT-Fachkräfte. Allerdings ist diese Zahl nur bedingt aussagekräftig – einige wenige Unternehmen setzen sehr viele Freiberufler ein. So beabsichtigten auch nur 18 Prozent der analysierten Firmen, 2011 noch mehr Freiberufler zu beschäftigen.

Die Kunden der untersuchten IT-Dienstleister stammten hauptsächlich aus der Industrie (insgesamt 21,5%). Dabei stachen besonders die Automobilindustrie (8,7%) sowie der Maschinenbau (2,6%) hervor. Es folgten die Sektoren „Banken“ (19%), „Energie, Verkehr, Logistik” (14,7%) sowie „Behörden, Öffentlicher Dienst“ (11,4%). Die übrigen Marktsektoren machten jeweils weniger als zehn Prozent der Umsätze aus.

Im Durchschnitt machten die Outsourcing- oder Betriebsleistungen („Outsourcing“, „Facilities Management“, „ASP“, „Application Management“, Rechenzentrumsleistungen, „BPO“) fast 53 Prozent des Umsatzes aus. Realisierung („Individual-Software-Entwicklung“, „Standard-Software-Einführung“, „Systemintegration“, „Projekt-Management“) summierten sich im Durchschnitt auf knapp 16 Prozent. Produkt-Vertrieb (Hardware und Standard-Software einschließlich Wartung) mit gut zwölf Prozent und Beratung (IT- und Management-Beratung) mit knapp zehn Prozent erzielten ebenfalls hohe Anteile an den Umsätzen der einzelnen Unternehmen.

57 Prozent der IT-Service-Unternehmen boten ihren Kunden die Nutzung von Nearshore-/Offshore-Kapazitäten an. In 44 Prozent der Fälle waren dies eigene Kapazitäten, das heißt, in der Regel Tochter- oder Schwestergesellschaften in Niedriglohnländern. 19 Prozent offerierten Kapazitäten eines Partners respektive eines externen Dienstleisters. 37 Prozent hatten sowohl eigene Ressourcen als auch die von Partnern im Angebot. Nearshore-/Offshore-Kapazitäten kamen 2010 auf einen Umsatzanteil von im Schnitt 15,3 Prozent bei den Projekten. 2011 wollten die befragten Unternehmen diesen Anteil auf 15,8 Prozent erhöhen.

[Bearbeiten] Leistungserbringung

IT-Dienstleistungen können sowohl von externen Anbietern, als auch von unternehmenseigenen Abteilungen erbracht werden. Das Auslagern von IT-Dienstleistungen insbesondere in größeren Unternehmen bezeichnet man als Outsourcing. Der Vorteil eines externen Anbieters für das Unternehmen ist, dass dieser hochqualifiziertes Fachwissen bei Bedarf zur Verfügung stellen kann, ohne dass das Unternehmen selbst das entsprechende Wissen in Eigenleistung erwerben muss.[3] Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass die individuellen Gegebenheiten und das vorhandene Fachwissen des Unternehmens bei der Implementierung von Standards, nicht ausreichend berücksichtigt werden.

[Bearbeiten] Vertretung

In der Bundesrepublik Deutschland werden die kommunalen IT-Dienstleister vom Interessenverband Vitako vertreten.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. itSMF Deutschland e. V. Publikationen. itSMF Deutschland e. V., 11. Januar 2011, abgerufen am 28. Januar 2012 (html, deutsch).
  2. Lünendonk-Liste 2011: IT-Service-Unternehmen in Deutschland (Stichprobe)
  3. Alfons Regler:Stand der Informationstechnologie in Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Deutschland: IT-Alignment and IT-Staffing in Sheltered Worshops in Germany, GRIN Verlag, 2010, ISBN 3640697545, Seite 29ff
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge