I Can’t Give You Anything but Love

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I Can't Give You Anything but Love ist ein Popsong von Jimmy McHugh (Musik) und Dorothy Fields (Text) von 1928, der sich zum Jazzstandard entwickelte. Der Song wurde in Lew Leslies Blackbird Revue bekannt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Jimmy McHugh und Dorothy Fields hatten angeblich bereits einige Songs für die Blackbird Revue verfasst, die im Januar 1928 Premiere haben sollte, doch fehlte noch ein herausragender Song. Bei einem Spaziergang auf der Fifth Avenue in Manhattan beobachteten sie ein Liebespaar, das vor den Schaufenstern des Juweliers Tiffany & Co. stand. Der junge Mann sagte zu seiner Angebeten, dass er ihr gerne „Klunker“ wie die ausgestellten schenken wolle, doch derzeit fehle ihm das Geld – „derzeit ist die Liebe alles, was ich Dir geben kann.“ Aufbauend auf diesem Motiv bauten die beiden Songautoren in wenigen Stunden ein Lied von der Liebe und der Armut auf.[1]

In den letzten Jahren wurden Hinweise veröffentlicht, dass diese Geschichte so nicht stimmen kann. Zum einen wurde der Song bereits 1927 mit einem anderen Text als I Can’t Give You Anything But Love, Lindy (in Anspielung an den Flieger Charles Lindberg) in Harry Delmars Revue Revels verwendet.[2] Zum anderen wird in der Biographie von Andy Razaf von Harry Singer nahegelegt, dass Fats Waller die Melodie 1926 an McHugh verkauft haben könnte und der Text von Andy Razaf stamme.[3] Zum Dritten hat Philip Furia Ähnlichkeiten von Fields Text mit dem des Songs Where's That Rainbow? von Lorenz Hart und Richard Rodgers aufgezeigt.[4]

Adelaide Hall, Aida Ward und Willard McLean sangen I Can't Give You Anything but Love 1928 in der Blackbird Revue, die vom Cotton Club auf den Broadway wanderte und dort 518 Vorstellungen großen Erfolg hatte.

Kennzeichen des Songs[Bearbeiten]

I Can't Give You Anything but Love war durchgängig in As-Dur, schlicht harmonisiert und in der Liedform ABAC geschrieben; jede Strophe umfasste 32 Takte.

Rezeption[Bearbeiten]

Bereits 1928 wurde der Song mehrfach aufgenommen und kam viermal in die amerikanischen Charts:

  • Cliff Edwards (1928, #1)
  • Ben Selvin and His Orchestra (1928, #2)
  • Johnny Hamp’s Kentucky Serenaders (1928, #4)
  • Segar Ellis (1928, #19)

Auch in den darauf folgenden Jahren waren mehrere Coverversionen sehr erfolgreich:

Eine frühe Version in Deutschland entstand 1929 mit Lud Gluskin; sie war mit dem deutschen Text „Ist dein kleines Herz für mich noch frei, Baby?“ versehen.

Auf dem Weg zum Jazzstandard[Bearbeiten]

1929 nahm auch Louis Armstrong den Titel mit seiner Savoy Ballroom Five auf, es handelt sich nach Hans-Jürgen Schaal um eine der ersten Einspielungen eines Hits der Tin Pan Alley durch einen Afroamerikaner. Die Interpretation in langsamen Tempo endet mit einem Trompetensolo „in aufsteigendem, spitzen Staccatotönen bis zum erregenden Schluß.“[5] Eine zweite Fassung Armstrongs von 1938 bewertet Andre Hodeir als „schönstes Solo, das Armstrong je gespielt hat.“[6] Duke Ellington spielte I Can't Give You Anything But Love mehrfach ein, 1932 und 1933 mit Ethel Waters, das zweite Mal in einer konzertanten Fassung, bei der Waters auf Armstrong verweist, in dem sie auf dessen Trompetensolo anspielt.[6]

In der Folge wurde I Can't Give You Anything But Love zu einem „Paradestück der Sängerinnen“;[6] Dietrich Schulz-Köhn stellt dabei Sängerinnen wie Billie Holiday, Connie Boswell, Peggy Lee, Martha Tilton, Lena Horne, June Christy, Sarah Vaughan, Eartha Kitt, Una Mae Carlisle (mit Fats Waller) und vor allem Ella Fitzgerald heraus. Eine besonders ausgelassene Fassung entstand 1957 auf dem Newport Jazz Festival.

Auch Instrumentalisten fanden an dem Titel Gefallen: So interpretierte 1952 Lester Young den Song (Lester Young with the Oscar Peterson Trio), dem später Art Pepper (1956), Don Byas, Warne Marsh oder Lucky Thompson folgten. Der Song wanderte auch in das Repertoire des Dixieland und aufgrund einer Interpretation von Django Reinhardt in den Gypsy Swing ein.

Verwendung im Film[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Jürgen Schaal (Hrsg.) Jazz-Standards. Das Lexikon; Bärenreiter, Kassel, 2004 (3. Auflage); ISBN 9783761814147
  • Dietrich Schulz-Köhn: Die Evergreen-Story: 40 x Jazz Quadriga, Weinheim, Berlin 1990. ISBN 3-88679-188-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. D. Schulz-Köhn Die Evergreen-Story, S. 162
  2. Vgl. Ken Bloom: The American Songbook - The Singers, the Songwriters, and the Songs - 100 Years of American Popular Music - The Stories of the Creators and Performers. New York City, Black Dog & Leventhal, 2005 ISBN 1-57912-448-8), S. 275
  3. "I Can't Give You Anything But Love, Baby" (JazzStandards.com)
  4. J. Furia, The Poets of Tin Pan Alley. 1990. S. 216f.
  5. D. Schulz-Köhn Die Evergreen-Story, S. 163
  6. a b c D. Schulz-Köhn Die Evergreen-Story, S. 164