Ialysos (Rhodos)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeindebezirk Ialysos
Δημοτική Ενότητα Ιαλυσού
(Ιαλυσός)
Ialysos (Rhodos) (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Südliche Ägäis

f6

Regionalbezirk: Rhodos
Gemeinde: Rhodos
Geographische Koordinaten: 36° 25′ N, 28° 9′ O36.41527777777828.155555555556Koordinaten: 36° 25′ N, 28° 9′ O
Höhe ü. d. M.: 0–267 m
Ägäis–Filerimos
Fläche: 16,700 km²
Einwohner: 11.331 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 678,5 Ew./km²
Code-Nr.: 690105
Gliederung: f121 Stadtbezirk
f12
Lage in der Gemeinde Rhodos und im Regionalbezirk Rhodos
Datei:DE Ialysou.svg

f9

Der Gemeindebezirk Ialysos (griechisch Ιαλυσός (m. sg.)) ist nach der antiken Stadt Ialysos benannt. Flächenmäßig ist Ialysos der kleinste Gemeindebezirk der griechischen Insel und Gemeinde Rhodos. Der Verwaltungssitz, heute Trianda genannt, ist nach der Stadt Rhodos die zweitgrößte Stadt der Insel.

Lage[Bearbeiten]

Ialysos liegt an der Küste zur Straße von Rhodos im Nordosten der Insel, westlich des Kap Zonari. Nachbarbezirke sind die Stadt Rhodos im Osten, Kallithea im Südosten und Petaloudes im Südwesten und Westen.

Mythologie[Bearbeiten]

Der Sage nach sollen die drei Städte Lindos, Ialyssos und Kamiros von drei Brüdern jeweils gleichen Namens gegründet worden sein, bei denen es sich um Nachkommen des ältesten der Heliaden, die wiederum von Helios und seiner Frau der Nymphe Rhode abstammten, gehandelt haben soll.

Rhodos nahm mit neun Schiffen unter Führung des Tlepolemos am Krieg gegen Troja teil, wobei Homer die drei rhodische Orte erwähnt, Lindos, Ialyssos und Kameiros. Dies wird unter anderem auch im Schiffskatalog des Homer erwähnt.

Geschichte[Bearbeiten]

Minoische Funde belegen, dass Rhodos bereits ab dem frühen des 2. Jahrtausends v. Chr. von Kretern besiedelt wurde. Die minosche Siedlung von Ialysos zählte im 16. Jahrhundert v. Chr.[2] zu den größten Städten der Ägäis.[3] Ab ca. 1450 v. Chr. übernahmen mykenische Griechen vom Festland die Macht nicht nur auf Kreta, sondern auch nach und nach in kretischen Besitzungen, so auch auf Rhodos. Die minoische Siedlung bestand nach heutigem Forschungsstand bis weit ins 14. Jahrhundert (Periode SM III A2) hinein, bis zu ihrem Ende sind die Funde jedenfalls stark minoisch beeinflusst. Doch auch danach hatte Ialysos wahrscheinlich eine herausragende Bedeutung. Mario Benzi ist der Meinung, dass es - neben Milet an der Westküste Kleinasiens - das wichtigste mykenische Außenposten im östlichen Ägaisraum war.[4] Ausgrabungen brachten u. a. die größte und reichste bislang bekannte mykenische Nekropole der ägäischen Welt zu Tage.[5] Diese wurde bereits von den Bewohnern der minoischen Stadt benutzt. Von der zugehörigen mykenischen Siedlung wurden dagegen bisher nur geringe Reste entdeckt; wahrscheinlich sind große Teile durch Erosion oder spätere Überbauung vernichtet worden.

Der erneute Aufstieg der Insel begann ab dem 11. Jahrhundert v. Chr., nachdem die Dorer sich auf Rhodos niederließen. Diese gründeten die drei Städte Ialysos Kameiros und Lindos, die als eigenständige Poleis Rhodos beherrschten, bis sie sich zusammenschlossen, um 408 v. Chr. an der Nordspitze der Insel die Stadt Rhodos zu gründen. Die Bedeutung der 3 Städte wurde nicht zuletzt dadurch unterstrichen, dass sie sich in der Hexapolis dem dorischen Sechstädtebund zusammen mit Kos, Knidos und Halikarnassos, die beiden letzteren auf dem kleinasiatischen Festland gelegen, befanden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 (De-facto-Bevölkerung) beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Nach konventioneller Chronologie; bzw. 17. Jahrhundert, träfe das frühe Datum des Vulkanausbruchs von Thera zu (s. Minoische Eruption)
  3. Luca Girella, Ialysos. Foreign relations in the Late Bronze Age. A funerary perspective, 129 online
  4. Mario Benzi, Anatolia and the eastern Aegaean at the time of the Trojan War, in: Omero tremila anni dopo: atti del Congresso di Genova, (6-8 luglio 2000), 2002, S. 375ff.
  5. ebenda, S. 376