Ian Dury

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Ian Dury, 1978

Ian Dury (* 12. Mai 1942 in Harrow, Middlesex; † 27. März 2000 in London) war ein englischer Sänger, Songwriter und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Dury, der selbst behauptete, in Upminster (Essex) geboren zu sein, war seit seinem siebten Lebensjahr wegen einer Kinderlähmung gehbehindert. Bis zum Alter von 16 Jahren besuchte er bis zum O-Level die Chailey Heritage Craft School, um dann auf dem Walthamstow College of Art bei Peter Blake Kunst zu studieren.[1] Dort lernte er Terry Day kennen, der ihn für Musik begeisterte und mit dem er einen studentischen Jazzclub gründete.[2]

Nach dem Gewinn eines Stipendiums konnte er ab 1964 seine Studien am Royal College of Art bei Blake fortsetzen. 1967 nahm er an einer Gruppenausstellung, Fantasy and Figuration teil, gemeinsam mit Pat Douthwaite, Herbert Kitchen und Stass Paraskos im Institute of Contemporary Arts in London.[3] Seit 1967 lehrte er Kunst an verschiedenen Colleges in Südengland. Daneben war er als Graphiker tätig; so illustrierte er die britische Ausgabe von A. B. Spellmans Four Lives in the Bebop Business; in den frühen 1970er Jahren war er für The Sunday Times tätig.[4]

Musikalische Laufbahn[Bearbeiten]

Seine musikalische Karriere begann Dury 1970 mit der Band Kilburn and the High Roads, zunächst unterstützt von Day und weiteren Musikern aus der People Band, die ab 1973 große Anerkennung als Pub-RockBand erhielt. Einem größeren Publikum bekannt wurde er aber erst in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre mit der Band Ian Dury and the Blockheads. Mit dieser hatte er zwei große Hits, die beide weltweit mehr als eine Million mal verkauft wurden, nämlich Hit Me With Your Rhythm Stick, eine Nummer eins in Großbritannien, und den Rock-Klassiker Sex and Drugs and Rock and Roll. Kleinere Erfolge waren What a Waste und Reasons to Be Cheerful, Part 3. Ein dritter großer Hit war Wake up and make love with me.

Die Band trat auch in Deutschland erfolgreich auf (unter anderem 1978 im Rockpalast und auf der Freilichtbühne im Hamburger Stadtpark).

Ian Dury sang mit seinem unverwechselbaren Cockney-Akzent vorwiegend selbst geschriebene Lieder, die teils klamaukhaft (Take your elbow out of the soup, you’re sitting on the chicken), teils zärtlich (Wake up and make love with me), teils nachdenklich (My old man), immer aber voller Wortwitz waren. In Spasticus Autisticus witzelte er auch über seine eigene Behinderung.

Anfang der 1980er-Jahre löste Ian Dury die Band auf, veröffentlichte nur noch gelegentlich Platten und wandte sich der Schauspielerei zu. So spielte er Nebenrollen, unter anderem in Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber von Peter Greenaway, Piraten von Roman Polański, Judge Dredd von Danny Cannon (mit Sylvester Stallone) und eine Hauptrolle in Brennende Betten von Pia Frankenberg. Außerdem schrieb er Musicals, von denen Apples im Londoner Royal Court Theatre aufgeführt wurde, und 1985 den Titelsong zu der Fernsehserie The Secret Diary of Adrian Mole, Aged 13¾, den er auch selbst sang. 1999 nahm er zusammen mit Madness den Song Drip Fed Fred für das Madness Comeback-Album Wonderful auf.

In den 1990er-Jahren war er als UNICEF-Botschafter aktiv.

Ian Dury starb am 27. März 2000 im Alter von 57 Jahren an Krebs.

2010 wurde sein Leben mit Andy Serkis in der Hauptrolle unter dem Titel Sex & Drugs & Rock & Roll verfilmt.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1977: New Boots and Panties (Stiff)
  • 1979: Do It Yourself (Stiff)
  • 1980: Laughter (Stiff)
  • 1981: Lord Upminster (Polydor)
  • 1984: 4.000 Weeks’ Holiday (als Ian Dury and the Music Students) (Universal/Polydor)
  • 1989: Apples (WEA)
  • 1991: Warts 'N' Audience [live] (Diablo (UK))
  • 1992: The Bus Driver’s Prayer & Other Stories (Templemill/Warner Music UK Ltd.)
  • 1998: Mr. Love Pants (Diablo (UK))
  • 2001: Straight from the Desk [live] (Vivid)
  • 2002: Ten More Turnips from the Tip (East Central One)

Kompilationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1981: Juke Box Dury (Stiff)
  • 1987: Sex & Drugs & Rock ‘n’ Roll (Demon Records)
  • 1996: Reasons to Be Cheerful (Repertoire Records)
  • 1998: Sex & Drugs & Rock ‘n’ Roll – Best (1977-80, Label: Zounds, alle Titel digital remastered)

Tribut-Alben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Balls: Sex & Drugs & Rock'N'Roll: The Life of Ian Dury. Omnibus Press., London 2001, ISBN 0-7119-8644-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ian Dury – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UEL History. Archiviert vom Original am 31. August 2011. Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  2. Richard Balls Sex & Drugs & Rock'N'Roll (2001) S. 65
  3. ICA, Fantasy and Figuration, exhibition cat., London, 1967, Tate Archive (London) ref. LON-INS (S.C.)
  4. Richard Balls Sex & Drugs & Rock'N'Roll (2001), S. 78, vgl. auch New brushes and palette