Ian Hamilton Finlay

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Five Colums von Finlay für den Skulpturenpark am Kröller-Müller-Museum
Konkrete Poesie (1975), im Garten des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart

Ian Hamilton Finlay, CBE (* 28. Oktober 1925 in Nassau, Bahamas; † 27. März 2006 in Edinburgh) war ein schottischer Lyriker, Schriftsteller, Künstler und Gartenkünstler.

Leben[Bearbeiten]

Finlay, der in Schottland zur Schule ging, wurde mit dreizehn Jahren, als der Zweite Weltkrieg ausbrach auf die Orkney-Inseln gebracht. 1942 trat er in die britische Armee ein. Kurzzeitig besuchte er die Glasgow School of Art.

Nach dem Krieg arbeitete Finlay zunächst als Schäfer, begann dann aber Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben. Er veröffentlichte seine ersten Bücher The Sea Bed and Other Stories 1958 und The Dancers Inherit the Party 1960. Verschiedene Werke wurden von der BBC ausgestrahlt.

1963 veröffentlichte Finlay mit Rapel seine erste Gedichtsammlung, die seinen Ruhm begründete. Die meisten seiner Arbeiten veröffentlichte er in seinem eigenen Verlag Wild Hawthorn Press. Er schrieb auch Gedichte auf Steine, sogenannte One-Word-Poems, die er wie intelligente Bildunterschriften und hintersinnige Kommentare in Landschaft und Garten einfügte.

Solche beschrifteten Steine sind auch in seinem "Little Sparta" in den Pentland Hills bei Edinburgh ausgestellt, dem Garten des Hauses, in dem er seit 1966 lebte. Der Garten mit einer 1,5 Hektar großen Fläche ist eher als Park oder in Anlehnung an das Dessau-Wörlitzer Gartenreich als Gartenreich zu bezeichnen. Er enthält Skulpturen und Tempelbauten in neuklassizistischem Stil. Im Dezember 2004 wählten fünfzig Künstler, Galeristen und Kunstexperten Little Sparta zum größten Kunstwerk der Nation ("the nation's greatest work of art").

1975 wurde in Stuttgart-Büsnau mit Ian Hamilton Finlays sieben Stationen umfassender Installation Konkrete Poesie die erste gestaltete Anlage auf dem europäischen Festland geschaffen. [1] 1985 wurde Finlay für den Turner Prize nominiert. Bei der documenta 8, 1987 in Kassel, war er mit einer Ausseninstallation, einer Straße aus bronzenen Guillotinen, vertreten. Im Jahr 2002 beteiligte sich der Künstler mit der Bank-Skulptur „Bugatti Bench “am Kunstweg MenschenSpuren im Neandertal.

Ian Hamilton Finlay starb 2006 an den Folgen eines Schlaganfalls in einem Altenheim.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Yves Abrioux: Ian Hamilton Finlay. A visual primer London 1992
  • Udo Weilacher: "Lyrik in ungebändigter Wildnis - Ian Hamilton Finlay" (Interview), in: Udo Weilacher: Zwischen Landschaftsarchitektur und Land Art. Basel Berlin Boston 1999 ISBN 3-7643-6120-4
  • Udo Weilacher: "Ein Gartenreich als politischer Erfahrungsraum. Little Sparta in Stonypath", in: Udo Weilacher: In Gärten. Profile aktueller europäischer Landschaftsarchitektur. Basel Berlin Boston 2005 ISBN 3-7643-7084-X
  • Felix Zdenek/ Pia Simig: Ian Hamilton Finlay. Works in Europe 1972 - 1995. Werke in Europa. Ostfildern 1995
  • Rosemarie E. Pahlke / Pia Simig: "Ian Hamilton Finlay: Prints 1963 - 1997 Druckgrafik", Cantz Verlag, Ostfildern 1997, 282 S., ISBN 3-89322-341-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ian Hamilton Finlay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Projektbeschreibung
  2. Werkbeschreibung